Als Louis aufwachte, spürte er bereits, dass seine Hitze nur noch wenige Stunden entfernt war. Er seufzte. Dieses Mal war er zwar nicht alleine aber die Vorstellung mehrere Tage keine Kontrolle über seinen Körper zu haben nervte ihn noch immer. Typisch Omega...
Weil er wusste, was passieren würde entschied er sich Vorkehrungen zu treffen. Fynn war anscheind schon früher aufgestanden, denn seine Betthälfte war leer und kalt. Louis streckte sich erstmal ausgiebig und kletterte anschließend aus dem Bett.
Fynns Eltern würden erst die nächsten Tage aus dem Urlaub kommen und dann vorerst bei Freunden übernachten. Besser so...
Louis ging durchs Haus. Von Fynn fehlte weiterhin jede Spur... wo war er? In der Küche angekommen fing er an einen guten Vorrat an Sandwiches zu zubereiten. Einen gut gefüllten Teller brachte er in ihr Schlafzimmer. Auch stellte er einige Flaschen Wasser, neue Bettwäsche und Handtücher bereit. Gleitgel würden sie nicht brauchen. Er spürte schon, dass er langsam leicht feucht wurde. Lange würde es nicht mehr dauern... Wo war Fynn?!
Louis ging nochmal nach unten in die Wohnstube und kramte aus dem Erste Hilfe Koffer die Verhütungsspritze hervor. Wenn Fynn wieder da wäre müsste er sie ihm sofort verabreichen. Spritzen konnte Louis mal so garnicht ab. Fiese Dinger waren das. Auch wenn sie durchaus nützlich waren...
Kondome bräuchten sie auch. Wenigstens die erste Stunde, wenn die Spritze noch nicht wirksam genug war.
Unruhig tigerte der Omega durch die Wohnung. Durch das Gefährtenband hatte er mehrfach versucht seinen Gefährten zu erreichen... Vergeblich.
Suchen könnte er ihn auch nicht. Hier im Haus konnte ihn niemand riechen aber da draußen? Da war er ein gefundenes Fressen für alle die noch nicht gebunden waren. Was sollte er tun?
Er spürte bereits den wohl bekannten leichten Schmerz im Unterleib. Es ging los...
Louis rannte in ihr Schlafzimmer und zog sich komplett aus. Sein Penis ragte bereits in die Höhe. Leise wimmerte er auf. Er wollte zu Fynn aber hatte noch genug klare Gedanken um zu wissen, dass er nicht raus dürfte. Aber wie lange hätte er die noch? Die Spritze lag spitz und gefährlich neben ihm. Er wusste, dass sie wichtig war. Konnte sich aber nicht überwinden sie zu benutzen. Das sollte schön sein Alpha machen. Sein Alpha, der gerade durch Abwesenheit glänzte, dachte Louis beleidigt.
Traurig setzte er sich aufs Bett und begann damit sich selbst zu streicheln. Er dachte an seinen Mate aber anders als sonst schaffte ihm seine Hand nicht die gewünschte Erlösung. Ganz im Gegenteil. Es verschlimmerte seine Lage nur. Es fühlte sich falsch an. Nicht er sollte das machen sondern Fynn. Nur er. Er sollte ihn gefälligst nehmen und Welpen machen!
Upsi! Dieser Gedanke war falsch. Er musste jetzt unbedingt die Spritze nehmen! Ganz egal wie weh das tun würde... Sonst hätte Louis schneller Welpen im Bauch, als ihm lieb wäre...
Er setzte sich an den Rand des Bettes und griff zu der Teufelsspritze. Lou wimmerte in ihm auf.
~Tut mir leid Lou... Aber wir waren uns doch einig, dass wir noch zu jung für Welpen sind...~
Ja, das waren sie. Dennoch fand sein Wolf das, gerade in seiner Hitze, doof. Er wollte Welpen. Sein Mensch aber nicht... Er musste also noch etwas warten...
Louis sah sich die Spritze an. Sie war größer als die Spritzen, die man benutzte um sich impfen zu lassen... Und die waren schon viel zu groß!
Er seufzte und legte sie an seinem Oberschenkel an. Eigentlich gehörte sie an seinen Po aber da kam er leider ohne Hilfe schlecht ran zum Spritzen. Und verletzten wollte er sich auch nicht.
Sobald das Mittel in seinem Körper war, würde es sich eh verteilen. Wenn auch etwas langsamer.
Der Omega holte tief Luft und wollte gerade zustehen, als sich sein Mate endlich meldet.
~Louis? Louis hörst du mich?~
Louis begann zu weinen. Endlich meldete sich sein Alpha.
~Ja... Ja, ich höre dich. Wo bist du?!~
Fragte er durch das Gefährtenband und versuchte seinen laufenden Tränen zu stoppen.
~Ich bin an der Ostgrenze, Baby. Ich wollte dich nicht beunruhigen aber wir werden von wilden Wölfen angegriffen...~
Louis Atem stockte. Wilde Wölfe... Das waren Gestaltwandler, die aus verschiedenen Gründen aus den Rudeln verbannt worden waren und kein neues Rudel gefunden hatten. Mit der Zeit wurden sie immer wölfischer und irgendwann verwandelten sie sich garnicht mehr zurück zum Mensch. Sie waren gefährlich, weil sie ohne Rudel durch die Wälder streiften und immer im Kampfmodus waren. Sie hatten schließlich kein Rudel, was sie schützte. Das sie jetzt zu mehreren angriffen war ungewöhnlich. Deswegen war er weg... Und er war wirklich kurz sauer auf ihn gewesen. Aber sein Alpha war der beste Alpha auf der Welt und verteidigte sein Rudel und ihn. So heldenhaft...
Louis stöhnte. Die Hitze hatte ihn voll im Griff...
~Alphaaa Ich hab meine Hitze! Ich will dich!~
Kurz war es still. So als müsse Fynn überlegen. Oder kämpfte er gerade? Ging es ihm gut? Wer waren diese Wölfe und warum griffen sie an? Sie müssten doch wissen, dass es ihr Leben kosten konnte...
~Baby ich... Ich kann noch nicht zu dir. Es sind zu viele und sie sind stark. Wenn ich jetzt zu dir komme, brechen sie zu unserem Dorf durch...~
Wäre Louis nicht in seiner Hitze hätte er seinen Alpha bestimmt verstanden und auch zugestimmt. Aber er war nunmal in seiner Hitze. Da gab es kein rationales Denken mehr. Er wollte jetzt gefickt werden. Sofort!
In einer einzigen flüssigen Bewegung rammte sich Louis die Spritze ins Bein und verließ fluchtartig das Haus. Auf der Veranda verwandelte er sich und rannte als kleiner weißer Wolf zur Ostgrenze.
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Kleiner Wolf
WerewolfLouis ist laut, sagt seine Meinung, ist mutig und auf keinen Fall unterwürfig. Er ist alles was ein Omega nicht ist. Er ist defekt. Sein Rudel hasst ihn und auch das verfeindete Rudel kann ihn nicht sonderlich leiden. Für viele ist er unsichtbar...
