Die Sonne brannte mir ins Gesicht. Stöhnend schlug ich die Augen auf - alles drehte sich. Ein dumpfer Schmerz pochte in meinem Schädel.
Nach einem kurzen Moment der Orientierung, stellte ich fest: ich lag in meinem Bett. Wie ich hier hergekommen war? Keine Ahnung.
Schwerfällig richtete ich mich auf. Schlechte Idee. Der Raum schwankte, Übelkeit stieg in mir auf.
Mein Blick fiel auf die Wasserflasche neben meinem Bett -Wasser! Erst jetzt bemerkte ich, wie trocken mein Mund war. Ich leerte sie in einem Zug.
Der Abend gestern war mir total entglitten. Viel zu viel Alkohol.
Vage erinnerte ich mich noch daran, wie ich noch einen Whisky geholt hatte. Dass ich danach mit Lis getanzt hatte. Dann: Blackout.
Mit einem müden Seufzen schleppte mich ins Bad - nackt bis auf die Unterwäsche. Der Rest meiner Kleidung lag Kreuz und quer auf dem Boden verteilt. Ich trat unter die Dusche und ließ das warme Wasser auf mich herabregnen.
Langsam rutschte ich an der gefliesten Wand hinab, blieb einfach sitzen, während das Wasser über mich hinwegspülte - den Schweiß, den Rauch, die gestrigen Schmerzen. Nie wieder Alkohol. Wirklich. Nie. Wieder. Vielleicht.
Nach etwa einer halben Stunde kroch ich aus der Dusche, nahm eine Schmerztablette und spülte sie mit einem weiteren Glas Wasser runter.
Als ich in mein Zimmer zurückkam, entdeckte ich mein Handy auf dem Boden. Offenbar war es mir aus der Tasche gefallen.
Ich hob es auf, schaltete das Display ein. Keine neue Nachricht. War ja klar.
Ich öffnete den Chat. Er hatte meine Nachricht nicht einmal gelesen. Ich starrte auf den Bildschirm. Zögerte. Sollte ich ihm nochmal schreiben? Oder machte ich alles nur schlimmer?
Ein Kloß bildete sich in meinem Hals. Warum war ich so dumm? Warum stieß ich ihn jedes mal von mir weg, obwohl ich doch genau wusste, dass ich nicht ohne ihn konnte? Schluchzend fuhr ich mir übers Gesicht.
Liebe war ein verdammter Kriegsschauplatz.
Mit einem tiefen Seufzen warf ich das Handy aufs Bett. Vielleicht würde Training helfen, den Kopf freizukriegen.
-
Wenige Minuten später stand ich im Trainingsraum.
Gerade hatte ich meine Handschuhe angezogen, da hörte ich Schritte hinter mir.
"Was willst du denn hier?", fragte ich, ohne mich umzudrehen. Meine Stimme klang genervter, als beabsichtigt.
"Na was wohl trainieren", gab Elena zurück - mindestens genauso genervt.
Ich wandte mich zu ihr um und verzog das Gesicht. Vor mir stand Barbie in Pink.
Sie trug einen viel zu engen Trainingsanzug, der ihre schlanke, sportliche Figur betonte. Perfekt gestylt wie immer. In meinen Augen sah sie aus, wie eine überinszinierte Fitness - Barbie. Und ja, ich mochte sie immer noch nicht. Kein Stück.
"Dann such dir bitte einen anderen Ort!", blaffte ich.
"Dir ist doch nur peinlich wie schlecht du bist."
Jetzt stand sie direkt vor mir. Durch ihre paar Zentimeter Größenvorteil sah sie ein wenig auf mich herab - im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne. Heute war sie wieder in Bestform.
Dean war nicht da. Spielte irgendwo in Boston Football. Und Elena naja - hatte Eifersuchtsprobleme. Ich hätte nicht erwartet, dass jemand der so Stolz war, Angst haben könnte der Partner könnte eine bessere finden. Aber offensichtlich war bei Elena auch nicht alles Gold was Glänzte. Und gab's Streit, ließ sie ihn an mir aus. Wie praktisch, dass ich gerade greifbar war.
"Dich mache ich locker fertig!", erwiderte ich. Meine Laune war ohnehin im Keller - da kam sie gerade recht.
Normalerweise mied ich den Raum, wenn andere hier waren. Ich trainierte längst lieber mit Lis. Aber heute war mir alles egal. Ich brauchte ein Ventil.
"Ha das glaubst du doch selbst nicht", höhnte sie, ein schiefes Grinsen auf den Lippen.
"Wenns sein muss machen wir das hier und jetzt", sagte ich und spannte meine Muskeln an.
"Gut dann lass uns kämpfen!"
Elena bewegte sich provokant in die Mitte des Raumes. Machte ein paar übertriebene Dehnübungen - lächerlich.
Ich schnürrte meine Handschuhe fester. Es wurde Zeit ihr zu zeigen, was ich gelernt hatte.
Ohne Zurückhaltung.
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Nephilim - Verfluchte Herkunft
FantasyDie Aufgabe der Halbengel ist es schon seit Ewigkeiten die Welt vor Monstern zu schützen. Doch was wenn dein Vater ausgerechnet Luzifer ist? - Genau das ist Samanthas Realität. Oder viel mehr ihr Fluch. Von den Engeln wurde sie versiegelt, von den H...
