59 | Ein perfekter Moment

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Khalid - American Teen

»Zara, Ryder! Da seid ihr endlich. Jetzt kann die Party richtig starten!«, begrüßte uns Nicole, alias Hippie-Cole, freudestrahlend.

Die letzte Woche hatte ich damit verbracht, mich mit Ryder zu treffen – wobei ich anmerken musste, dass eine gewisse Angespanntheit wegen seines plötzlichen Abgangs aus meinem Zimmer zwischen uns herrschte. Zudem verbrachte ich einige Tage mit meiner Mutter und Grazienne auf kleinen Ausflügen, da für Grazienne bald wieder die Uni anfangen würde. Mit Tia hatte ich mich an einem Tag auch getroffen. Sie hatte mich mit Fragen über Las Vegas ausgequetscht, da Ryder ihr nichts erzählt hatte. Worüber ich mich allerdings am meisten gefreut hatte, war das Facetime- Gespräch mit Zac, da ich sein Gesicht lange nicht mehr gesehen hatte.
Als ich mit Zac den Videoanruf hatte, war mir aufgefallen, dass sein Gesicht nicht mehr so eingefallen wirkte und es schien so, als hätten seine Wangen mehr Farbe bekommen. Noch schöner war es zu hören, dass Zac nach einen Monat guter Behandlung in der Klinik nach Hause kommen dürfte. Dies bedeutete allerdings nicht, dass seine Behandlung beendet wäre, sondern nun eine Behandlung Zuhause möglich wäre.

»Im Grunde genommen ist es eine familienbasierte Therapie. Meine Mum wird sich regelmäßig mit dem Familientherapeuten austauschen und ich habe natürlich meine Therapiesitzung mit ihr. Gott, du weißt nicht wie glücklich ich bin, wieder nach Hause fahren zu können! Ich habe unsere Filmnächte vermisst! Außerdem musst du mir noch haarklein erzählen, wie ihr zusammengekommen seid, Zara. Das ist ja wohl das Mindeste!«

Ich hatte gelacht und ein »Ja, klar!« beigesteuert. Mein einziger Gedanke war allerdings: Zac kommt endlich nach Hause.
Es war einiges passiert in den Sommerferien, trotzdem hatte ich nicht eine Sekunde lang vergessen, an Zac zu denken.

»Ich freue mich so sehr, dass du bald wieder Zuhause bist, Zac. Ich habe dich unglaublich vermisst«, hatte ich gesagt.

»Heul' mich bloß nicht voll, Zara«, hatte Zac spielerisch abgewunken. Doch ich selbst sah wie seine braunen Augen – da er keine violetten Kontaktlinsen trug – verräterisch geglitzert hatten.

Eine Woche.
Ich hatte nur noch eine  Woche, bis die Schule wieder anfing. Dieser Gedanke stresste mich, denn ich hatte die Sommerferien äußerst genossen. Die Tatsache, dass ich morgen Geburtstag hatte, trug auch zum Stress bei. Ryder hatte ich nicht erzählt, dass ich morgen Geburtstag hatte. Je weniger Leute es wussten, desto besser.
Deswegen war ich mehr als glücklich, als Nicoles Nachricht vorgestern eintraf, in der sie mich und den Rest der Tanzgruppe zu einer Sommerparty bei ihr im Garten einlud. Es war die perfekte Möglichkeit, sich von dem Gedanken abzulenken, dass die Sommerferien in einer Woche zuende waren und ich das letzte Jahr in der Highschool antreten musste.

Der Gedanke war zwar lächerlich, jedoch hoffte ich, dass mit der Party auch der letzte Rest Anspannung zwischen mir und Ryder verschwand.

»Wir lassen uns doch keine Party entgehen«, meinte Ryder, der von uns beiden definitiv der Extrovertierte war.

»Du siehst toll aus«, sagte ich und deutete auf Nicoles Haarkranz, der aus roten und weißen Rosen bestand. Perfekt dazu, trug sie ein weißes, sommerliches Kleid und süße, weiße Sandalen.

»Dankeschön, Zara. Nun, kommt schon rein! Die anderen sind im Garten und warten schon auf euch!« Nicoles Augen, die mit einem rot glitzernden Eyeliner umrahmt waren und ihren warmen, mokkabraunen Hautton zum Strahlen brachte, leuchteten förmlich. Sie sah unglaublich glücklich aus und ihre gute Laune sprang auch jetzt schon auf mich über. Ihr schulterlanger Afro, der hin- und herwippte, als sie uns durch das stilvoll, im viktorianischen Stil gehaltenen Haus führte, war eindeutig ein Indiz für ihre energiesprühende Art.
Je näher wir uns der Terrasse näherten, desto lauter wurde die Musik.

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