Neununddreißig

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[Taehyungs Sicht]

Mir gefiel einfach nicht, wie angespannt Jungkook die ganze Zeit über war. Es war mir gar peinlich, als er den Receptionist fast angemeckert hatte, obwohl dieser nur seinen Job tat. Ich glaube ihn regte es einfach auf, dass kaum noch Zimmer frei waren, in welchen wir länger verweilen konnten.
Ein Glück bekamen wir dann letzten Endes doch noch ein Apartment. Auch wenn sich der Manager erst drum kümmern musste. Warum Jungkook in solch einen teuren Laden wollte, wusste ich auch nicht. Die Rezeption war riesig und offen. Riesige Fenster und Mengen an Pflanzen. Über uns eine Glasdecke. Mittlerweile gewöhnte ich mich an all den teuren Kram. Es gefiel mir, um ehrlich zu sein. Es gefiel mir, beschenkt und betüdelt zu werden.

„Komm, Liebling." Direkt folgte ich Jungkook an seiner Hand und sah mich neugierig um, während er mich durch die Flure zog. „Jungkook, halt an" meinte ich, als er gar nicht aufhörte zu ziehen. Direkt hielt er an. Der Stress stand ihm so förmlich ins Gesicht geschrieben. Seine Brauen zuckten und seine Augen schienen zu zittern. Ich hasste diesen Anblick. Also legte ich sanft meine Hand an seine Wange. „Es ist doch alles gut" meinte ich. „Warum bist du denn so aufgeregt, Hm?" einladend lächelte ich und richtete auch sein Haar. Wir waren doch sicher zusammen, alles war gut. Ich kannte die Beziehung zwischen ihm und sein Vater nicht, aber zu modeln machte mich wahnsinnig Spaß. Ich wusste nicht, dass mir der Mittelpunkt der Aufregung so gefallen würde. Im Gerichtssaal schien alles so weit entfernt. In dem kalten Hinterzimmer wirkte ich so wahnsinnig klein und jetzt bekam mich die Welt endlich zu sehen.

Nun etwas weniger angespannt, schloss Jungkook Kurz die Augen und lehnte sich in meine Hand. „Das ist einfach alles so viel" meinte er leise und kam mir näher. Fest küsste er meine Stirn. Es ließ mich direkt wohler fühlen. Vielleicht war es auch mal meine Aufgabe, ihn zu beschützen. Immerhin waren wir nun ein Team. Also stellte ich mich leicht auf Zehenspitzen und küsste auch seine Stirn. So ein Kuss konnte immer Wunder bewirken.. Dies merkte ich direkt auch an seinem kaum sichtbaren Lächeln. „Du brauchst einfach etwas Ablenkung" meinte ich sanft und entnahm ihm den Zimmerschlüssel. Bevor es weiterging, küsste ich auch nochmal seine weichen Lippen.
Es freute mich, diesmal ihn zu führen. Nach all der Zeit, würde ich mal seine Hand halten und ihn hinter mir lang führen. Endlich hatte ich auch solche Macht über ihn. Über uns.

Kaum waren wir im Zimmer, entschied ich mich auch dazu, meinen Jungkook entspannen zu lassen. Das Apartment wirkte riesig, ich wollte es am besten gleich an jeder Ecke begutachten und bewundern, dich war mein Freund jetzt viel wichtiger. Jungkook legte unsere Taschen auf dem Bett auf und setzte sich gleich seufzend hin, weswegen ich ihm das Jackett herunter zog. „Hast du gefrühstückt?" fragte ich leise und holte seinen Schlafanzug aus einer der Taschen heran. Kaum merkbar nickte der ältere und sah mir zu. Schon griff er mich wieder an der Hüfte und zog mich auf seinen Schoß. „Hör auf zu packen, ich will kuscheln.."

Escape - KOOKV Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt