Zweiundsiebzig

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Den ganzen Tag verbrachten die beiden im Schnee. Es machte unglaublich Spaß einen riesigen Schneemann zu bauen. Jungkook trug die letzte Kugel als Kopf auf den Mann aus Schnee und ließ den Liebling die Steine als augen hineindrücken. Plötzlich formte er einen Ball. „Schneeballschlacht!" grinste Taehyung, warf ihn ab und lief schnell los. „Hey!" rief Jungkook und sammelte direkt Schnee auf, während er seinem Freund in den Wald folgte. Tatsächlich schaffte Taehyung wahnsinnig schnell zu rennen.
Es war düster im Wald. Alles war glatt und Jungkook musste aufpassen, dass er nicht über die abgebrochenen Äste und vereisten Blätter auswich. Als er einmal fast viel, schaffte er schnell sein Gleichgewicht wieder zu finden und sah auf. Sein Herz stoppte für einen Moment. Hastig sah er sich um und ließ den Schnee aus den Händen fallen. „Liebling?!" rief er panisch laut. Er konnte ihn nicht mehr sehen. Mit den Braunen Klamotten ging er quasi in all dem Gestrüpp unter. Sofort lief Jungkook los und sah sich um, während er immer wieder nach Taehyung rief. Er hörte und sah ihn nicht.
Jungkooks Herz fing immer an schneller bis hin in seine Lunge zu pochen. Übergeben tat er es fast. Sein Liebster war weggelaufen und er fand ihn nicht. Was ist, wenn ihm etwas zustieß? Wenn er fiel und sich verletzt? Panisch lief er weiter und rief durch den Wald. Es fühlte sich an, als würde er wieder und wieder im Kreis laufen. „Taehyung!" rief er völlig aus der Puste, als er an der Hauptstraße ankam. Doch weit und breit erkannte er keinen Menschen. Keine Seele. Nicht seinen Liebling.
Ein flaues Gefühl Bildete sich in Jungkooks Magen. Er dachte zurück an seinen Albtraum vor wenigen Wochen. Dass sein Liebster mitgenommen wurde. Und was wäre, wenn er jetzt von selbst verschwand? Was ist, wenn er sich verirrte und nie mehr heraus fand? Hastig lief Jungkook keuchend zurück in den Wald und sah sich um. Er dachte für wenige Sekunden, dass er ihn gefunden hatte. Hörte es knistern und knacken, nur um einen Schwarm Vögel zu erkennen, der vor ihm floh. Laut und verzweifelt zischte er. Wo war er nur..
„Liebling!" rief er nochmal und hörte seine eigene Stimme brechen. Die Angst machte ihm den Magen wahnsinnig schwer. Als hätte er Steine geschluckt.

Jungkook suchte und suchte. Doch er fand den Liebsten nicht. Es wurde langsam dunkel. Selbst beim Haus war er nicht. Sie Tür stand offen und Jungkook rief mehrmals durchs Haus. Doch niemand antwortete ihm. Die Panik wurde nur immer größer. Er könnte nicht weggelaufen sein. Niemals würde er das tun.. Er liebte ihn doch. Noch einmal so laut und fest er konnte, rief er nach seinem Liebling. Ihm rutschte fast die Zunge die Kehle hinunter, als er panisch nach Luft schnappte. Sein Hals kratzte fürchterlich und sein Haar tränkte sich im Schnee. Immer kälter und dunkler wurde es draußen.
Komplett aus der Puste, lief Jungkook ins Haus. Er legte sein Handy ans Ohr, nachdem er sie drei bekannten Nummern angab und erzählte von dem verschwinden Taehyungs, womit direkt ein Streifenwagen losgeschickt wurde.

Escape - KOOKV Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt