Ihr schönen Menschen, die letzten Tage waren etwas stressig, aber hier gehts mit dem nächsten Kapitel weiter :D
Maxim lehnte lässig an seinem Wagen, als Leticia aus der Ankunftshalle trat. Er war gerade noch in sein Smartphone vertieft gewesen, doch genau in dem Moment, als sie durch die große Tür ins Freie getreten war, hatte er aufgeschaut.
Obwohl sie lediglich ein schlichtes türkises Longtop, eine knackig-enge Jeans und bunte Sneakers trug, musste er sich verbieten, sie heiß zu finden. Ihre Haare hatte sie zu diesem schrecklichen Knäuel auf dem Kopf zusammengebunden. Jetzt sah sie erst recht komisch aus, da dieser seltsame Farbverlauf von hell- zu dunkelbraun noch viel offensichtlicher wurde.
Als sie ihn erblickte, lief sie mit einer kleinen Reisetasche in der Hand zielstrebig auf ihn zu. Er musterte sie kurz unschlüssig, als sie vor ihm stehenblieb. Zu seiner Zufriedenheit war sie heute wieder nur dezent geschminkt. Er mochte das.
„Hey...", begrüßte sie ihn unsicher.
„Hey...", erwiderte er und nahm ihr die kleine Reisetasche aus der Hand, öffnete den Kofferraum seines Wagens und verstaute sie darin.
„Hast den Flug ja überlebt", stichelte er. Er konnte sich einfach nicht verkneifen, sie mit ihrer Flugangst aufzuziehen.
„Danke, dass du mich abholst", überging sie seine Anspielung. Er warf den Kofferraumdeckel zu.
„Kein Problem", erwiderte er und ging um das Auto herum, öffnete dann die Fahrertür. Sie stieg auf der Beifahrerseite ein.
„Hast du Hunger?"
Er musterte sie eindringlich, während sie sich anschnallte und startete den Wagen.
„Ein bisschen."
„Dönerteller ist cool, oder?", fragte er und fädelte sich in den Verkehr ein.
„Ja, klar."
Während dem Essen versuchte Maxim, das Gespräch mit oberflächlichen Themen am Leben zu erhalten. Er hatte eigentlich keinen Bock auf Smalltalk. Trotzdem fand er den Dönerladen zur Besprechung der Fragen, die ihn seit ihrer letzten Begegnung beschäftigten, unpassend. Kein Wunder, dass er sich dabei erwischte, wie er sein Essen verschlang als hätte er tagelang keinen Bissen zu sich genommen. Er wollte so schnell wie möglich wieder ungestört mit ihr sein.
Die paar Tage mit seinem Vater hatten ihn darin bestärkt, dass er unbedingt die Wahrheit herausfinden musste. Inzwischen sah er die Sache nicht mehr so eng wie vorher und war offen für ihre Motive und Beweggründe. Er war zumindest bereit, ihr eine Chance zu geben und sich auf eine zwischenmenschliche Beziehung zu ihr einzulassen.
Er wusste, dass seine Ablehnung vor allem von Wut und gekränktem Stolz getrieben worden waren. Doch mit ein wenig Abstand und abgekühltem Gemüt war er in der Lage, rational an all das heranzugehen.
Als er sie angerufen hatte, um sie um ein Treffen zu bitten, war er davon ausgegangen, dass es ihr nicht möglich sein würde, und doch hatte sie es ohne Probleme eingerichtet.
Wenn er einmal all diese ganzen negativen Gedanken rund um ihre vermeintlich gemeinsame Tochter und ihre Geheimnisse ausblendete und Leticia einfach als das betrachtete, was sie im Augenblick war, musste er zugeben, dass sie zweifelsohne eine tolle Frau war und durchaus für eine langfristige Beziehung infrage kam. Sie war intelligent und teilte viele Werte, die ihm persönlich in einer Beziehung wichtig waren. Schon lang gab es auch keine Konkurrenz, da er sich von Frauen üblicherweise fernhielt, aber Leticia war es gelungen, zu ihm durchzudringen, auch, wenn er es eigentlich bisher nur bedingt zugelassen hatte.
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Wie ein Tattoo
ChickLitHand aufs Herz - wer von uns hat noch nie jemanden belogen oder ihm die Wahrheit verschwiegen, um unberechenbare Folgen zu vermeiden und Unheil abzuwenden? Ist das nicht menschlich? Aber wie würdest Du reagieren, wenn Dich ganz plötzlich Deine Verga...
