Livia's Sicht
Damien's Hände waren um meine Taille geschlungen und es fiel mir unglaublich schwer mich einfach so von ihm loszureißen. Mein Kopf schrie mir lauthals zu das ich es sollte, während mein Herz verbissen dagegen ankämpfte und mir zuschrie, ich sollte nichts gegen das hier unternehmen. Ich war gefangen in diesen beiden Extremen meines eigenen Körpers und einmal mehr hatte ich keine Ahnung, was richtig und was falsch war. «Schenkst du mir einen Tanz?», hauchte er mir sinnlich entgegen und schluckend versuchte ich seine Worte zu verarbeiten, was durchaus einige Sekunden dauerte. «Es regnet in Strömen und du willst Tanzen? Du hast mich noch nie gefragt ob ich tanzen möchte, also entschuldige meine Fassungslosigkeit darüber.», murmelte ich ihm irgendwann blinzelnd zu, als ich endlich begriffen hatte was er wirklich von mir wollte. Es erschien mir vollkommen surreal, denn Damien hatte mich tatsächlich noch nie dazu aufgefordert mit ihm zu tanzen und gerade deshalb kam das hier mehr als nur überraschend für mich.
«Ein Tanz würde bedeuten in deiner unmittelbaren Nähe sein zu können, eine Nähe, die du mir seit Tagen verweigerst, weil du kaum mit mir redest.» Bei seinen Worten sah er keineswegs glücklich aus und dies gab mir einen kleinen Ruck, welchen ich vermutlich bereuen würde. «Du behältst deine Hände bei dir, verstanden?» Mahnend sah ich ihn an und doch schien er dies zu ignorieren, weil er grinsend meine Hände packte, diese um seinen Nacken schlang, nur um abschließend seine eigenen Hände wieder auf meiner Taille abzulegen und seine Stirn gegen meine zu lehnen. «Das wird schwer funktionieren, aber ich gebe mein bestes, Prinzessin.», raunte er mir zwinkernd zu. Im ersten Moment verkrampfte ich mich unglaublich bei dieser mehr als nur intimen Geste und doch begann ich es nach und nach zu genießen. Es hatte etwas unglaublich romantisches an sich das hier zu tun und dies sollte mich eigentlich verwirren, weil er mir erst vor Tagen gesagt hatte, dass ich nichts romantisches von ihm erwarten durfte. Doch das hier war eindeutig von ihm ausgegangen, also solle ich diese einmalige Chance vermutlich nutzen.
Mir war klar, dass das hier eine einmalige Sache war, denn Damien würde sich mit Sicherheit kein zweites Mal dazu herablassen exakt das hier mit mir zu tun, dessen war ich mir mehr als nur sicher. «Ich habe dir schon einmal gesagt, dass du Seiten in mir zum Vorschein bringst, die ich mehr als nur hasse.», erzählte er mir nach sekundenlanger Stille, in welcher wir uns einfach nur sachte bewegt hatten. Unsere Musik war der nach wie vor prasselnde Regen über uns, die lautstarken Schläge des Donners unterstrichen dies und ich musste zugeben, dass es eine durchaus schöne Erfahrung war einfach im Regen zu tanzen. «Ich weiß und selbiges kann ich nur zurückgeben.», entgegnete ich ihm, ehe ich kurzzeitig stockte und lauthals seufzte. «Wir sind nicht gut füreinander, Damien.», wisperte ich schlussendlich, weil es die reine und unverfälschte Wahrheit war. Wir waren nicht gut füreinander, aber irgendeine Macht brachte uns immer und immer wieder zusammen. Ich war selbst der Meinung das wir nicht ohneeinander konnten, aber auch ein miteinander schien nicht möglich zu sein.
«Ich weiß, aber ich möchte das wir gut füreinander werden. Allerdings brauche ich dazu deine Hilfe und nicht deine Ablehnung.», murmelte er und sah mir dabei geradewegs in die Augen, so als würde er meine Zustimmung dazu suchen. Ich hatte gelernt diesen Mann zu hassen, aber wie konnte ich dies noch länger tun? Ich war dessen so müde, genauso wie ständig gegen ihn anzukämpfen. Alles was ich wollte war ein zufriedenes Leben zu führen, in welchem ich eigene Entscheidungen treffen durfte und zu nichts gezwungen wurde. Ich wollte das mich jemand liebte und ich wollte das Happy End meines eigenen Märchens, welches ich mir schon so lange wünschte. Es hatte sich längst herauskristallisiert, das Damien nicht mein Märchenprinz war, doch ich wünschte wirklich das er es wäre. «Bekomme ich einen Gefallen von dir? Mir ist bewusst das ich vermutlich keinen verdient habe, aber eventuell gestattest du mir dennoch einen.», riss er mich irgendwann aus diesen Überlegungen und grinste mich dabei schamlos an.
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Broken Luna
LobisomemTeil 2 der Frozen Kingdom-Reihe: Durch Spielschulden ihres Vaters wurde Livia Westbrook einst vor so vielen Jahren ohne zu zögern verkauft. Was sie niemals ahnen konnte war, dass es sich bei dem Käufer um den grausamen und skrupellosen Alphakönig Da...
