Livia's Sicht
Murrend drehte sich Raiden von mir weg und seufzend zog ich die Decke hoch, um seinen nach wie vor zitternden Körper damit zu bedecken. «Schlaf weiter, Schätzchen, ich habe dich nur umgezogen.», flüsterte ich ihm zu und legte mich wieder neben ihn, damit er wusste das ich bei ihm war. Mittlerweile waren einige Stunden vergangen, es war später Vormittag und Holly und Tammy waren gegangen, da sie hier ohnehin nichts ausrichten konnten. Erstere war nach wie vor im Anwesen und würde dieses auch nicht verlassen, ehe Damien nicht zurückgekommen war. Der Gedanke an diesen trieb eine enorme Wut in meinen Bauch, denn er hatte mir versprochen gleich wieder hier zu sein und doch war nichts in dieser Hinsicht passiert. Er reagierte nicht auf meine Fragen wenn ich ihn per Mindlink ansprach und dies ging mir durchaus gegen den Strich. Unser Sohn stand kurz vor der Verwandlung und doch war er nicht hier, sondern vergnügte sich mit seinem Feind, oder was auch immer er mit diesem tat.
Im Grunde genommen wollte ich nicht wirklich darüber nachdenken, auch wenn ich anfangs selbst mit gewollt hatte um zu sehen, was mit diesem Rogue passierte. Jetzt im Nachhinein gesehen war ich froh nicht mit Damien gegangen zu sein, denn es würde mir einen Anblick ersparen, welchen ich mit Sicherheit nicht ertragen hätte. Zwar konnte ich dies nicht mit Bestimmtheit sagen und doch sagte mir ein Gefühl in meinem Inneren, dass dem so war. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass er diesen beiden Rouges einfach nur Fragen stellte und sonst nichts tat, um Antworten aus ihnen herauszubekommen. Ich malte mir die fürchterlichsten Szenarien aus und schüttelte konfus den Kopf, als mich eine Bilderflut traf, die eine gewaltige Welle der Übelkeit in mir heraufbeschwörte. Damien war nicht umsonst als Monster bekannt und gerade deshalb vertrieb ich diese furchtbaren Bilder aus meinem Kopf, um ihn nicht als dieses sehen zu müssen. Wir hatten gerade erst die Kurve gekratzt und ich war bereit eine gemeinsame Zukunft mit ihm zu starten und somit brauchte ich keine Gedankenflut in meinem Kopf, die mir diese Seite seines Wesens zeigte.
«Wie geht es Raiden, Prinzessin?», hörte ich mit einem Mal Damien's Stimme in meinem Kopf, was mich zischen ließ und mich endgültig von diesen Gedanken forttrieb. Sofort besinnte ich mich augenblicklich eines besseren und schob die Wut von mir, die ich nach wie vor für ihn fühlte, da sie mir nichts bringen würde. Es ging hier einzig alleine um unseren Sohn und ich war froh, dass er sich nach seinem Wohlbefinden erkundigte, auch wenn es mir lieber gewesen wäre, wenn er dies schon früher getan hätte. «Ihm geht es den Umständen entsprechend gut, denke ich. Das Fieber steigt nach wie vor und er schläft die meiste Zeit über.», antwortete ich ihm über den Mindlink und war gleichzeitig überrascht, wie einfach es mir bereits fiel so zu kommunizieren. Ich hatte das Gefühl als hätte ich dies schon immer gekonnt, wobei ich es eigentlich erst seit wenigen Tagen konnte. Im Großen und Ganzen war die Zeit übelst schnell vergangen und somit war es kaum verwunderlich das ich mich so fühlte, als wäre ich nie wirklich weg gewesen.
«Das ist vollkommen normal, mach dir also keine Sorgen.», gab mir Damien mit ruhiger und gelassener Stimme zu verstehen, was mich zum Seufzen brachte. «Wenn es bloß so einfach wäre. Wann kommst du nach Hause?», murmelte ich und betete, dass es bald sein würde. Raiden brauchte den Halt beider seiner Elternteile und deshalb war es so wichtig für mich, dass er schnellstmöglich wieder zurück zu uns kam. Eventuell war auch reine Selbstsucht in meinen Worten verpackt, denn egal wie sauer ich auf ihn war, ich wollte ihn endlich wieder hier bei mir wissen. «Gib mir eine Minute und sorge dafür, dass Raiden nicht mit dem Gesicht zur Tür liegt.» Blinzelnd sah ich auf den schlafenden Körper meines Sohnes als ich Damien's Worte registrierte, ehe ich leicht den Kopf schüttelte. «Will ich wissen warum?», fragte ich nach und doch bekam ich keine Antwort darauf. Da Raiden sich ohnehin vorhin von mir weggedreht hatte, brauchte ich ihn nicht umzupositionieren und somit konnte er in Ruhe einfach weiterschlafen. Sachte beugte ich mich über ihn, küsste seine heiße Stirn und rollte mich aus dem Bett, um meinen Gefährten in Empfang nehmen zu können.
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Broken Luna
WerewolfTeil 2 der Frozen Kingdom-Reihe: Durch Spielschulden ihres Vaters wurde Livia Westbrook einst vor so vielen Jahren ohne zu zögern verkauft. Was sie niemals ahnen konnte war, dass es sich bei dem Käufer um den grausamen und skrupellosen Alphakönig Da...
