Es war zuviel passiert. Meine Eltern, die Schule einfach mein ganzes Leben ging schief. Von meinen Eltern will ich echt nicht anfangen. Die sind mir eigentlich egal.
Ich hatte einen Plan. Einen Plan den ich umgesetzt habe. Ich habe das Jugendamt angerufen und mich abholen lassen. Tagelang habe ich gewartet und jetzt bin ich da. Im Heim. Obhutnahme.
An einem Montag wurde ich abholt, direkt nach der Schule. Der eine Typ vom Jugendamt hatte mich in den letzten Minuten der Englischstunde abgeholt.
Ganz am Morgen stand ich mit schlechtem Bauchgefühl auf. Mir war übel. Ich hatte fast gekotzt. Kein Wunder.
Zum letzten Mal sah ich in mein Zimmer. Nicht, weil ich es vermissen würde. Es war hässlich, klein und ich war dran gewöhnt. Es sind viele schreckliche Dinge in diesem Raum passiert und am liebsten würde ich da nie wieder rein gehen. Ich sah es mir noch an, weil ich sicher gehen wollte, dass ich nichts vergessen hatte. Am Ende tat ich es doch. Mein Ladekabel. Deshalb musste ich, mit eh schon viel zu schnellem Herz , die Treppen wieder hoch. Meinem Vater habe ich gesagt ich hätte ein Buch vergessen. Haha.
Das war das letzte Mal wo er mich sah, bis jetzt. Danach fuhr ich in einem Privatauto von einem Jugendamttypen einfach nach Gernsbach, ins Mädchenheim. Mein Kopf war leer. Es war still im Auto.
Mit klopfendem Herzen stieg ich die Treppen hoch. Erwartungsvoll sah ich in den Speisesaal, wo mich die anderen Mädchen mit neugierigen Blicken durchlöcherten.
