Fenris (p.o.v)
Fenris starrte auf das Dorf hinab, dass seit einigen Stunden im Dunkeln lag.
Er musste das tun, er durfte nicht nachgeben. Wie sehr er den Rat seines Onkels jetzt gut gebrauchen könnte.
Doch er war nicht mehr am Leben. Dieser Jäger hatte ihn kaltblütig erschossen und ihn dann einfach im Wald liegen lassen. Dafür würde dieser Bastard bezahlen!!!
Mit einem letzten Schnauben setzte er sich in Bewegung. Seine Pfoten hinterließen keine Spuren im Schnee, da er seine Zehen spreizte um sein Gewicht zu verteilen. Dieser Trick hatte die Dorfbewohner schon oft in die Irre geführt.
Seine Schritte wurden immer schneller bis er schließlich auf das Dorf zu rannte. Über die Mauer zu springen war für junge Wölfe wie ihn doch eine Leichtigkeit.
Fenris spannte seine Hinterläufe an und sprang. Jetzt würde er zum ersten Mal das Dorf betreten und er würde seine Prüfung bestehen.
Mit einem dumpfen Geräusch landete er auf der anderen Seite. In dieser Seitenstraße war niemand zu sehen, weshalb er auf das Dach des nächst gelegenen Hauses sprang. Von dort oben blickte er über die Dächer des Dorfes. Alles war still, doch er konnte deutlich die Spannung in der Luft spüren. Dieses Dorf schlief nicht... Es wartete.
Langsam ging Fenris zum anderen Ende des Daches und schaute sich erneut um. Niemand zu sehen.
Das war ein schlechtes Zeichen. Wenn er heute niemanden tötete würde er seine Prüfung nicht bestehen.
Doch dann plötzlich.
Er vernahm ein Geräusch. Als er die Augen schloss und lauschte konnte er die Herkunft des Geräusches orten.
Ein paar Querstraßen weiter ertönten Schritte. Sie waren leicht und geschmeidig. Definitiv eine Frau.
Perfekt.
Frauen waren oft geschockt und deshalb wehrlos. Diese Prüfung war ja viel leichter als er gedacht hatte.
Mit schnellen Sprüngen sprang er von Dach zu Dach, bis er sein Opfer im Blick hatte.
Sie trug einen Blauen Umhang und hatte die Kapuze über den Kopf gezogen. Ihre Schritte waren weder zögernd noch unsicher. Sie hatte anscheinend keine Angst vor den Kreaturen die in der Dunkelheit lauerten.
Fenris ließ sich vom Dach auf den platt getretenen Schnee fallen, dabei machten seine Pfoten zwar ein Geräusch, doch das war egal. Sie durfte ruhig wissen, dass er da war.
Bei dem Geräusch seiner Pfoten blieb sie plötzlich wie angewurzelt stehen.
Zu einfach.
Fenris ließ ein leichtes Knurren aus seiner Kehle entweichen. Sie sollte Angst spüren und sich fürchten bevor sie starb. Doch statt vor Angst zusammen zu zucken, drehte sie nur leicht den Kopf. Ihr Gesicht war immer noch von der Kapuze bedeckt.
"Du machst mir keine Angst" sagte sie.
Ihre Stimme war fast ein flüstern.
Moment mal... Hatte sie gerade gesagt, sie hätte keine Angst vor ihm?
Frustriert knurrte Fenris lauter und diesmal bemerkte er ein kleines Zucken.
"Ich weiß, dass du das alles nicht tust weil du es willst, sondern weil du es musst" sprach sie weiter in einem ruhigen Tonfall.
Was faselte sie da?
Genervt von dem ganzen gebrabbel sprang er vorwärts und landete direkt hinter der jungen Frau. Diese rührte sich nicht vom Fleck. Stattdessen drehte sie sich langsam um und zog sich die Kapuze vom Kopf.
Fenris erstarrte.
Als er ihr in die Augen sah spürte er etwas unvergleichliches. Plötzlich durchströmte ihn eine innere Wärme und er entspannte seine Muskeln. Was war das für ein Gefühl in seinem Inneren? Es war nicht der Wille sie zu töten im Gegenteil. Er verspürte den Drang sie zu beschützen vor allem was kommen würde.
Nie zuvor hatte ihn eine Frau solche Dinge fühlen lassen und dabei hatte er sie nur ein mal gesehen.
"Mein Name ist Lucia" sagte sie nur zu ihm und er schmolz beim Klang ihrer Stimme dahin.
Er wollte ihr gerade antworten als er Geschrei und Gebrüll hörte. Mit einem überraschten Blick sah er nach hinten und entdeckte die Dorfbewohner, die mit Fackeln, Speeren und Mistgabeln auf sie zukamen.
"Das Knurren kam von hier hinten!!" Rief einer von ihnen.
Fenris spannte seine Muskeln wieder an. Laufen oder Kämpfen? Was hätte sein Onkel in einer solchen Situation getan? Die Stimme in seinem Hinterkopf schrie: LAUF!!!
Doch kurz bevor er zurück auf das Dach sprang, erspähte er ein bekanntes Gesicht in der Menge.
Dieses Gesicht würde er überall erkennen. Jetzt würde er dafür büßen, dass er seinen Onkel erlegt hatte!!
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Werwolfsblut
FantasyLucia ist die Tochter eines hart arbeitenden Holzfällers und einer Kräuterhexe (Heilerin). Sie lebt in einem kleinen Dorf umgeben von Wald. Lucias einziges Problem... Sie ist total versessen nach Werwölfen. Ihr Traum ist es ein Werwolf zu sein und...
