Fenris (p.o.v)
Fenris stampfte mit entschlossenen Schritten durch die Flure des Schlosses. Louis begleitete ihn wie immer und stellte sicher, dass Fenris den Funken Ruhe in seinem Leib beibehielt.
"Was hat dein Vater gesagt?" Fragte er.
"Nachdem ich ihm erzählt habe, dass ich unsterbliches Blut gerochen habe, meinte er es gäbe nur einen Unsterblichen, der die Macht besitzt und es wagen würde das Königshaus auf derartige Weise anzugreifen" sagte Fenris.
Seine Stimme war kalt wie Eis. Seine volle Konzentration lag auf der Zusammenführung einer Armee. Die würde er auch brauchen, denn der Name den sein Vater Shawn erwähnt hatte, war selbst dem an Geschichte uninteressierten Fenris nicht Fremd.
"Wer?"
"Mephisto. Der Berater des früheren Blutkönigs vor 100 Jahren" antwortete Fenris mit einem Knurren.
"Dieser Kerl lebt noch? Ich dachte er wäre mit dem König gestorben. Aber eigentlich ergibt das Sinn. Er hat sich dem Blutkönig angeschlossen, weil dieser Werwölfe tötete. Warum damit aufhören?" Meinte Louis.
"Ganz genau. Er will da weitermachen wo mein Vorfahre seinen Meister aufgehalten hat. Und dafür will er meinen Sohn benutzen. Er besitzt nicht nur königliches Blut, sondern auch das eines geborenen Alphas, da ich verwandelt bin und er mein erster Sohn ist. Wie konnte ich Lucia nur allein lassen? Ich bin an alledem Schuld" seufzte Fenris.
Louis packte ihn am Arm und brachte ihn zum Stillstand. Mit festem Griff und entschlossenem Blick sah er Fenris in die Augen.
"Du trägst keine Schuld an irgendwas. Es war deine Aufgabe deiner Frau zu beichten was Sache war, die Konsequenzen die daraus folgten waren vorherbestimmt"
"Ich habe sie im Stich gelassen"
"Du hast weitergesucht, gegen die Anordnung eines Königs, du Trottel! Dadurch fandest du, was wir nicht gefunden hätten. Konzentriere dich auf die Rettung deiner Frau und verdränge alles andere, denn sobald du sie und euer gemeinsames Kind in den Armen hällst, wird sie dir alles vergeben"
"Bis ich mein eigen Fleisch und Blut töten muss" murmelte Fenris.
"Darüber reden wir wenn es soweit ist. Jetzt gib die Befehle" sagte Louis.
Fenris atmete tief durch. Seine Gedanken konzentrierten sich einzig und allein auf die Frau die er liebte. Dieses wunderschöne faszinierende Wesen, dass sich Nacht für Nacht an ihn kuschelte und seine Wärme suchte.
"Ruf die Rudel zusammen, Louis. Wir ziehen in den Krieg"
"Ai Ai, mein Alpha"
"Und Louis... ich möchte, dass du auch etwas anderes für mich arrangierst..."
Wenige Stunden später waren alle Rudel dessen Gebiet im Umkreis von 50 Kilometern lag bei der Ruine des Mondlichts eingetroffen. Hunderte Wölfe tummelten sich auf dem großen Platz vor dem Tempel in aufgeregtem Gemurmel und Geflüster.
Fenris hatte noch nie vor so vielen gesprochen. Bis vor kurzem hatte er noch nicht mal ein Rudel gehabt. Nun musste er als zukünftiger König vor sie treten. Ein Alpha Halbblut, ohne wahres königliches Blut in seinen Adern und einem Rudel von vier. Was ein Disaster.
Nach einem weiteren tiefen Atemzug, trat Fenris in seiner Wolfsgestalt vor die Menge. Charles, sein Vater Shawn, Louis und Tiana folgten.
Mit einem mal wurde alles still. Fenris schluckte.
"Nur Mut mein Junge. Das liegt dir im Blut" flüsterte Shawn.
"Mein Name ist Fenris. Ich bin der Alpha der euch rufen ließ. Der Grund für dies ist simpel. Heute wurde ein massiver Angriff auf das Königshaus verübt und zwar in der Gestalt einer Entführung" sprach Fenris laut.
Die menge murmelte erneut. Erschreckt, leicht beunruhigt.
"Das Opfer dieser Attacke ist niemand anders als eure Hoheit, Prinzessin Lucia. Meine Frau" verkündete er weiter.
Fenris sah das entsetzen in den Augen der Frauen und das Verständnis der Alphas hinsichtlich seiner Nervosität.
"Der Täter ist ein skrupelloser Bastard, den selbst die jüngsten unter euch kennen sollten. Mephisto. Er und seine Untergebenen planen uns zu zerstören, indem sie meinen eigenen Sohn gegen uns einsetzen... Das wird nicht geschehen. Wir werden mit vereinter Kraft zurückschlagen, die Prinzessin befreien und jeden Unsterblichen vernichten, der auch nur das geringste mit diesem Plan zu tun hat. Angefangen bei Mephisto selbst"
Zustimmendes Gemurmel brach aus.
"Es ist Neumond, wir haben nicht mal die Hälfte unserer Kraft. Wie sollen wir da gegen Unsterbliche ankommen?" Fragte einer aus der Menge.
Fenris hatte diese Frage erwartet.
"Wir haben einen König auf unserer Seite. Mit seiner Hilfe wird der Mond sich füllen und Rot färben. Das gibt uns mehr Macht als alle Vollmonde des Jahres zugleich" antwortete Fenris mit einem Blick auf Charles, der zustimmend nickte.
Die Menge schien mit dieser Antwort mehr als zufrieden zu sein.
"Unter dem Angriff auf Mephisto und seinen Jüngern, gibt es einige Dinge, die ihr beachten müsst. Unsterbliche können nur durch Feuer getötet werden. Als Wölfe können wir das Feuer nicht tragen, also werden unsere Gegner sich regenerieren. Beißt ihnen unter allen Umständen immer die Köpfe vom Leib. Das ist die einzige Art und Weise, einen Unsterblichen für längere Zeit außer Gefecht zu setzen. Ist der Kampf vorbei, verbrennen wir die überreste"
Die Menge murmelte zustimmend.
"Die Prinzessin wird unter keinen Umständen verletzt werden. Ihr werdet sie mit eurem Leben beschützen, sowie ihr euren Gefährten beschützen würdet. Sollte ihr etwas geschehen, wird das Konsequenzen haben" sagte Fenris.
"Also ich kann nichts versprechen" rief eine nur allzu bekannte Stimme.
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Werwolfsblut
FantasyLucia ist die Tochter eines hart arbeitenden Holzfällers und einer Kräuterhexe (Heilerin). Sie lebt in einem kleinen Dorf umgeben von Wald. Lucias einziges Problem... Sie ist total versessen nach Werwölfen. Ihr Traum ist es ein Werwolf zu sein und...
