Fenris (p.o.v)
Schläfrig und etwas erschöpft schlug Fenris die Augen auf.
Nur am Rande bekam er mit, wie sich das kleine Wesen in seinen Armen leicht bewegte und sah auf sie hinab.
Lucia kuschelte sich an ihn, ihr Kopf auf seiner Brust drückte sie sich an ihn, während sie im Schlaf etwas vor sich hin murmelte.
Sie war so wunderschön wenn sie schlief. Natürlich war sie noch schöner wenn er ihr in die funkelnden Augen sehen konnte. Aber jetzt wirkte sie so... friedlich.
Vorsicht, um sie nicht zu wecken, legte er sie in die weichen Kissen und stand auf. Lucia regte sich leicht, schlief dann aber weiter.
Als Fenris sich nach seiner Kleidung umsah, realisierte er erst richtig wo sie waren. Und die Erinnerungen von letzter Nacht kehrten in sein Gedächtnis zurück.
Er hatte sie bestraft. Sie unterworfen. So wie es ein Alpha tun sollte. Wieso fühlte er sich dann so komisch?
Fenris schob es auf die Müdigkeit und schlüpfte in seine schwarze Kleidung.
"Fenris?" Hörte er die gebrechliche und zarte Stimme, die er so liebte.
"Ja?" Fragte er, sah zu ihr rüber.
Sie saß aufrecht im Bett, bedeckte ihren Körper mit der Decke.
"Du hast nicht zufällig etwas zum anziehen?" Fragte sie nach einer Weile der Stille.
"Leider nein, du wirst dir im Dorf etwas holen müssen" meinte Fenris.
"Wie?" Fragte sie jetzt verwirrt.
"Schon vergessen? Wir sind jetzt die Beschützer dieses Waldes, die Dorfbewohner fürchten sich nicht mehr vor uns" erklärte er ihr.
Lucia erwiderte nichts darauf und stieg aus dem Bett. Ihre weichen Kurven kamen unter der Decke hervor und Fenris überkam erneut dieses merkwürdige Gefühl.
Was war das?
Bevor er sich versehen hatte, stand vor ihm ein großer, weißer Wolf. Lucia hatte das mit der Verwandlung schnell hinbekommen.
Vorsichtig quetschte sie sich durch die, für ihren Wolfskörper etwas zu kleine Tür und wartete draußen auf ihn. Fenris folgte ihr, verwandelte sich in wenigen Augenblicken und rannte mit seiner Gefährtin zum Dorf.
Das Gefühl mit ihr an seiner Seite über den Schnee zu laufen war unbeschreiblich. Schon früher hatte er sich frei gefühlt, wenn er lief, doch jetzt war es etwas völlig anderes.
Es war Freude.
Das erste mal in seinem Leben war Fenris richtig glücklich und zufrieden.
Als sie am Dorf ankamen herrschte dort genau wie am Vortag ein reges Treiben.
"Der Geist und der Wächter!!" Rief jemand und einige Menschen rannten ihnen entgegen.
"Ich sagte doch sie fürchten uns nicht" meinte Fenris.
Genervt legte Lucia die Ohren an und knurrte laut, was eher an Fenris gerichtet war, die Dorfbewohner jedoch zum Schweigen brachte.
Mit einem Nicken bedeutete sie dem Vorsitzenden die Situation und das rege Treiben zu erklären.
Stotternd begann er.
"W-wir haben eine L-Leiche gefunden" stotterte er.
Fenris sah wie Lucia die Augen aufriss und nickte ihr kurz zu, bevor er sich von dem Vorsitzenden zur Leiche führen ließ. Sie gingen durch etliche Straßen und Gassen bevor sie nahe der Mauer um das Dorf einen reglosen Körper im Schnee erreichten.
Ihm stockte der Atem.
Die Frau war blutverschmiert und von Brust bis Bauch aufgeschlitzt worden. Der Schnee unter ihrem Körper hatte sich schon in einem dunklen Rot gefärbt und der metallische Geruch von frischem Blut stieg ihm in seine so empfindliche Wolfsnase.
Pfotengetrappel holte ihn aus seiner Trance und er sah sich über die Schulter. Lucia war ihm anscheinend gefolgt.
Schnell stellte er sich ihr in den Weg, ließ sie nicht die Leiche sehen. Er wollte nicht, dass sie weinte.
"Fenris, lass mich durch!" Knurrte sie.
"Glaub mir, das willst du nicht sehen" sagte er beruhigend.
"Was ist denn so schlimm daran?" Fragte sie ihn verwirrt.
"Sie sollten sie die Leiche sehen lassen Wächter. Immerhin ist sie der Geist" mischte sich der Vorsitzende ein.
Fenris knurrte ihn nur an, bedeutete ihm sich da raus zu halten.
"Fenris, er hat Recht" stimmte Lucia dem Menschling zu.
"Sag nicht ich hätte dich nicht gewarnt" meinte Fenris leise und trat zur Seite.
Lucia hatte nun freie Sicht auf die verunstaltete Leiche der Frau. Fenris sah wie sich ihre Pupillen weiteten, ihr Atem stockte und er hörte ihr Herz für einen Moment aussetzen.
"Nein" hauchte sie
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Werwolfsblut
FantasiLucia ist die Tochter eines hart arbeitenden Holzfällers und einer Kräuterhexe (Heilerin). Sie lebt in einem kleinen Dorf umgeben von Wald. Lucias einziges Problem... Sie ist total versessen nach Werwölfen. Ihr Traum ist es ein Werwolf zu sein und...
