Kapitel 14: Erschreckt

811 44 5
                                        

Lucia (p.o.v)

Fenris stolperte hinter ihr her und fiel fast hin, während Lucia ihn hinter sich her aus dem Haus zog.
Es war schon später Nachmittag, weswegen viele der Dorfbewohner schon auf dem Weg nach Hause waren. Doch diejenigen die noch draußen waren sahen sie hasserfüllt an. Oder eher sahen sie Fenris an.
Am liebsten würde Lucia sie alle mit einem Fluch belegen, aber leider war sie nicht eine solche Hexe.
Sarah kam ihr gerade entgegen und starrte sie an als sie Fenris entdeckte.
"Was machst du da?!" Fragte sie leise.
"Na was wohl, ich führ ihn rum. Fenris wird ein paar Tage hier bleiben, da seine Wunden noch etwas brauchen" erklärte Lucia, auch wenn sie ihre Freundin nicht gerne anlog.
Fenris hatte ihr erzählt, dass Werwölfe sich selbst heilten. Und das in einer enormen Geschwindigkeit.
Eigentlich könnte er jetzt schon wieder gehen. Aber das wäre zu verdächtig.
"Die anderen Dorfbewohner werden dich umbringen" flüsterte Sarah heiser.
"Nein werden sie nicht. Da Fenris kein Werwolf ist, haben sie auch kein Recht ihn oder mich umzubringen" sagte Lucia.
"Hast du denn einen Beweis dafür, dass er kein Werwolf ist?" Fragte Sarah jetzt und achtete gar nicht auf Fenris, der direkt neben ihr stand und alles hören konnte.
"Nein... Aber hast du einen Beweis dafür, dass er ein Werwolf ist?" Beantwortete sie Sarah's Frage mit einer Gegenfrage.
Sarah's Blick wurde finster.
"Schön... Dann führ ihn rum. Aber lass dir eines gesagt sein. Wenn er dich angreift und dich umbringen will, dann sag nicht ich hätte dich nicht gewarnt" sagte sie und stapfte davon.
Sie starrten ihr hinterher.
"Deine Freundin scheint mich nicht besonders zu mögen" sagte Fenris.
"Keine Sorge, sie wird dich noch lieben lernen" entgegnete Lucia.
Plötzlich zog Fenris sie an sich und sah ihr in die Augen.
"Egal wie sehr sie mich lieben wird, ich werde immer nur Augen für dich haben" knurrte er.
Lucia zitterte beim Klang seiner tiefen Stimme. Seiner Erklärung nach nannte man das die Alpha-Stimme.
Widerwillig entfernte sie sich von ihm und er ließ sie mit einem kleinen Knurren los.
"Komm, ich möchte dir noch jemanden vorstellen" sagte sie und zog ihn weiter Richtung großer Platz.
Die Dorfbewohner starrten sie an und warfen ihnen misstrauische Blicke zu. Diese Vollpfosten.
Vor dem Bäcker blieben sie stehen. Lucia klopfte an die Tür und wartete auf Jack's Antwort.
"Herein" ertönte seine Stimme.
Sie öffnete die Tür und zog Fenris hinter sich her. Die Tür fiel zu.
Der Vorraum war leer, weshalb Lucia Jack im Vorratsraum vermutete.
Sie ließ das erste mal seit sie das Haus verlassen hatten Fenris' Hand los und ging einige Schritte auf den Vorhang zu.

Fenris (p.o.v)

Vorsichtig schob Lucia den Vorhang zur Seite.
Dahinter kam ein junger, braunhaariger Mann zum Vorschein. Fenris roch das Mehl an ihm. Er war der Bäckerssohn. Kein Zweifel.
Langsam schlich seine kleine Schönheit sich an den jungen Bäcker herran.
"BUH!!!" Schrie sie.
Der junge Mann schrie auf und drehte sich erschrocken um. Seine Hand lag auf seinem Herzen.
"Mein Gott! Lucia, du blonder Teufel das kriegst du zurück! Wie oft hab ich dir gesagt, dass du mich nicht so erschrecken..." Er verstummte.
Sein Blick ruhte auf Fenris dessen Wolf sich gerade knurrend aus seine Höhle schlich.
Er erwiderte den Blick des Mannes vor ihm, was seinen Wolf aufheulen ließ. Irgendwas war mit dem nicht in Ordnung.
"Seid gegrüßt, ich bin Jack" Stellte er sich vor und reichte Fenris die Hand.
"Fenris" erwiderte er nur und schüttelte, wenn auch widerwillig die Hand von diesem... Jack.
Plötzlich schreckte Jack zurück und sah ihn erschrocken an.
Was war denn jetzt mit dem los?
"Lucia... Ich kann das nicht beurteilen ich bin ja keine Kräuterhexe, aber... Ist es normal, dass sich die Augen Farbe eines Menschen ändert?" Fragte er.
Fenris wurde klar, dass seine Augen aus misstrauen zu ihm, von einem entspannten grau-silber, zu einem wütenden rot gewechselt hatten.

Fenris musste grinsen als Jack seine Frage selbst beantwortete.
"Du... Du bist... Der Werwolf"

WerwolfsblutGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt