Kapitel 47: Die Prophezeiung

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Lucia (p.o.v)

Die ganze Nacht hatte Lucia von ihrer Zukunft mit Fenris geträumt.
Wie sie zuhause bei dem Baby bleiben würde, während er auf der Jagd war. Wenn er dann abends nach hause kam und sie gemeinsam aßen. Fenris und sie würden dem Kleinen das Jagen beibringen, er würde seine Gefährtin finden und ein eigenes Rudel gründen.
Es war ein wundervoller Traum gewesen, aber er war leider vorbei.
Während des Frühstücks schwiegen alle am Tisch, selbst Fenris sagte kein Wort. Es kam Lucia sehr seltsam vor und es lag eine Spannung in der Luft die sie so sonst nur von einer Trauerfeier kannte.
Ihr Vater bat sie in sein Büro, was auch immer das war. Als sie ihm hinein folgte, erblickte sie alle anderen. Sie waren alle hier... aber wieso?
"Lucia, wir müssen mit dir reden" sagte Alpha Shawn.
"Aber sicher" meinte sie.
Worum ging es hier?
"Mein Wolfsherz, du weißt, dass du schwanger bist. Aber den rest kennst du nicht" sagte ihr Vater und verwirrte sie dadurch nur noch mehr.
"Lucia es gibt eine Prophezeiung von der wir glauben, dass sie mit dir zutun hat" sagte nun Louis.
Fenris drückte sie auf einen der Stühle und setzte sich selbst neben sie. Er nahm ihre Hand und drückte sie sanft.
"Die Prophezeiung des Königs ist bereits in erfüllung gegangen. Doch da du ebenfalls eine Hoheit bist und dazu noch schwanger, könnte es sein, dass du mit der Prophezeiung des Prinzen zutun hast" sagte Alpha Shawn.
"Und was besagt sie?" Fragte Lucia.
"Eine weibliche Hoheit soll kommen und ein Kind gebären. Es ist das Kind ihres Gefährten. Da Fenris dein Gefährte ist, ist er also der Vater. Natürlich ist er das, immerhin denke ich kaum, dass du ihn betrügst. Jedenfalls wird dieses Kind, sollte es geboren werden, eine solche Macht besitzen, dass es nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen Werwölfe ins Verderben stürzt" erklärte Alpha Shawn.
"Was bedeutet das?" Fragte Lucia.
"Du trägst des Teufels Sohn in dir Lucia und wenn wir nicht wollen, dass es uns alle umbringt, werden wir es töten müssen, sobald es geboren wird" sagte ihr Vater.
Ihr Atem stockte für einen Moment und ihr Herz setzte einen Schlag lang aus.
"Ihr wollt mein Baby töten?" Fragte sie ungläubig.
"Es tut mir leid mein Kind" mumelte ihr Vater entschuldigend.
"Fenris, das wirst du doch wohl nicht zulassen" sagte Lucia und sah hoffnungsvoll zu ihrem Mann.
Dieser jedoch, sah lediglich auf ihre verschränkten Hände.
"Es ist das beste für uns alle" murmelte er unverständlich.
Lucia sprang vom Stuhl auf und sah ihren Gefährten fassungslos an. Alle im Raum schwiegen und bedachten sie mit einem mitleidigen Blick.
"Ihr alle würdet ein armes, unschuldiges Kind töten, von dem ihr nicht mal wisst, ob es gefährlich ist? Was wenn in ein paar Jahren ein weiterer Prinz geboren wird und dieser die unkontrollierbare Macht besitzt. Dann hättet ihr unschuldiges Blut an euren Händen. Habt ihr nicht mal den geringsten Anflug von Mitleid!" Hielt Lucia eine lange Predigt.
"Und Du!" schrie sie und zeigte auf Fenris "Du lässt allerernstens zu, dass sie deinen Sohn töten, dein eigen Fleisch und Blut!? Wie kannst du nur so herzlos sein!?" Schrie sie ihn an.
Fenris sprang auf und starrte sie wütend an.
"Wag es nicht mich anzuschreien Weib! Wenn es wirklich so kommen sollte, habe ich geschworen ihn selbst zu töten!" schrie er.
Lucias Augen wurden groß. Er wollte sein Kind töten. Er wollte ihr das wegnehmen was ihr am meisten bedeutete. Lucia spürte wie ihre Augen zu glühen begannen, als ihre Wut und Trauer die Kontrolle übernahmen.
"Das lasse ich nicht zu" knurrte sie, verwandelte sich und sprang aus dem Fenster.
Es waren bestimmt 5 Stockwerke, doch sie landete sicher auf dem Restschnee der noch auf dem Waldboden lag und rauschte davon.

In ihren Augen brannten Tränen.

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