Kapitel 24: Königlich

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"Eu-Eure Hoheit" stotterte Luke und verneigte sich, was die anderen ihm sofort nachmachten.

"Warte, was!?"

Lucia (p.o.v)

"Eure Hoheit, ich entschuldige mich für unser benehmen, bitte lasst unsere Strafe nicht zu hart ausfallen" flehte der braune Wolf.

Lucia war verwirrt.
Hoheit? Strafe? Wovon faselte dieser Werwolf?
Ihre Blicke waren starr auf den Schnee unter ihren Pfoten gerichtet, die Kopfe gesenkt, die Ohren ehrfürchtig angelegt.

"Ähm... Er-Erhebt euch" sagte sie und versuchte wie eine Hoheit zu klingen.

Sofort erhoben sich die fünf Wölfe, hielten ihre Blicke jedoch weiterhin gesenkt.
Neben dem braunen Wolf stand eine graue Wölfin. Ihr Blick huschte immer wieder zu Lucia, als wäre sie fasziniert von ihrem Aussehen. Hinter dem Pärchen standen drei weitere Männchen. Ein dunkelbrauner, ein schwarz-weißer und der letzte hatte eine merkwürdig sandfarbene Fellfarbe.

"Nennt mir eure Namen und den Grund eurer Anwesenheit in einem Fremden Revier" sprach Lucia, überraschte sich selbst durch ihre feste Stimme.

"Mein Name ist Luke, das ist meine Gefährtin Selene. Armend, der schwarz-weiße ist mein Beta. Der Sandfarbene ist Louis und der dunkelbraune ist Zane. Wir sind hier, weil wir mit Fenris sprechen wollten" sagte Luke.

"Du lügst" knurrte sie.

Luke zuckte bei dem Klang ihres Knurrens zusammen, legte die Ohren an und machte sich etwas kleiner.
Er hatte Respekt vor ihr.
Gut so.
Lucia konnte seine Lüge spüren, beinahe riechen. Es stank nach faulen Eiern. Der Geruch der Lügen.

"Verrate mir den wahren Grund" knurrte sie gefährlich ruhig.

Luke antwortete nicht, weshalb Lucia ihren Blick auf das schwächste Glied des Rudels legte.
Selene spürte ihren brennenden Blick und zuckte zusammen. Sie legte sie Ohren an und kniff die Augen zusammen.

"Verrate mir den wahren Grund" wiederholte Lucia.

"Wir sind hergekommen, weil wir wussten, dass Fenris nach dem Tod seines Onkels allein ist. Wir wollten sein Revier übernehmen" antwortete Selene nach kurzem zögern.

Lucia stockte der Atem.
Um das Revier eines anderen Rudels zu übernehmen... Musste man den Alpha töten.
Wut stieg in ihr auf, ein Knurren löste sich aus ihrer Kehle, sie legte die Ohren an und fletschte drohend die Zähne.
Sie spürte etwas in sich aufsteigen. Etwas starkes, kraftvolles.
Etwas mächtiges.

Fenris (p.o.v)

Ein Knurren entfuhr ihrer Kehle und sie ging in Angriffsstellung.
Staunend beobachtete Fenris wie ihre Augen von blutrot zu leuchtend weiß wechselte. Sie strahlten wie die Sonne und Fenris bemerkte, dass der Mond sich rot zu färben begann.

"Verschwindet aus diesem Wald, seht nicht zurück und DENKT nicht mal daran zurückzukehren. Ihr wart, seid und werdet niemals hier willkommen sein. Geht!" Knurrte Lucia in einer so unheimlichen Stimme, dass es ihm kalt den Rücken runter lief.

Luke und sein Rudel starrten sie an, waren eindeutig erschrocken, erstarrt vor Schreck.
Lucia knurrte erneut und ohne zögern wandten sie sich ab und verschwanden zwischen den Bäumen.
Die Gefahr war vorbei, doch Lucia beruhigte sich nicht. Sie war eher kurz davor den fünf nachzulaufen, weshalb Fenris sich vor sie stellte.
Plötzlich fing sie an ihn anzuknurren.
Aus Reflex knurrte er zurück.
Seine Frau sollte nicht versuchen ihn zu unterwerfen! Sein Knurren wurde lauter, Lucias immer leiser. Ihre Augen strahlten immer schwacher, bis sie wieder ihre normale rote Färbung hatten. Auch der Mond nahm seine normale Farbe an und leuchtete wieder sanft auf den Schneebedeckten Wald hinab.
Lucia schüttelte verwirrt den Kopf, sah sich um, schien nachzudenken.

"Wo sind denn die anderen fünf?" Fragte sie verwirrt.

Was!?
Sie erinnerte sich nicht.
Das machte das erklären später um einiges schwerer, als gedacht.

"Das verrate ich dir später mein Geist. Jetzt sollten wir erstmal wieder zum Haus zurück. Du musst schlafen" antwortete er ruhig.

"Jetzt wo du es sagst... Mir ist ein wenig..." weiter kam sie nicht, denn da verwandelte sie sich schon wieder in einen Menschen und fiel um.

Schnell fing Fenris sie auf.
Die ohnmächtige Lucia lag auf seinem schwarzen Fell, rührte sich nicht. Vorsichtig legte er sie in den kalten Schnee bevor er sich zurückverwandelte und sie sanft hoch hob. Mit ihr in seinen Armen ging er durch den tiefen Schnee zurück zum Haus.

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