Kapitel 45: Auf Lucia-Entzug

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Fenris (p.o.v)

Seufzend nahm Fenris einen weiteren Schluck aus dem Krug den James mit etwas gefüllt hatte, was man als Wein bezeichnete.
Fenris selbst hatte keine Ahnung was es war oder woraus es gemacht wurde, aber es stillte seinen Durst und ließ ihn entspannen.
Nachdem Fenris Lucia verraten hatte, warum sie aus ihrem Revier flüchten mussten, weshalb sie überhaupt hier waren, konnte er es auch sehr gut gebrauchen. Denn er hatte mit jeder Reaktion gerechnet, aber nicht mit dieser...

Flashback

"...Du bist schwanger"

Er sah auf sie hinab, sah ihr in die Augen und wartete auf eine Reaktion. irgendeine. Aber es passierte nichts.
Lucia stand einfach nur da und sah ihm in die Augen.
Nach Minuten des Schweigens blinzelte sie an die 100 mal und schien erst jetzt zu realisieren, was er gesagt hatte. Doch sprechen tat sie weiterhin nicht.
Stattdessen flog sein Kopf zur Seite und er spürte das Brennen an seiner Wange. Tief einatmend schloss er die Augen und wandte sein Gesicht wieder seiner Frau zu, die ihn neutral ansah.
"Das war dafür, dass du es mir verschwiegen hast..."
Darauf folgte eine weitere Ohrfeige.
"Das war dafür, dass du mich aus meinem Dorf und von meiner Mutter weggerissen hast..."
Fenris erwartete eine weitere Ohrfeige oder ähnliches, aber diese kam nicht. Stattdessen packte Lucia ihn am Kragen und zog ihn zu sich hinab. Sanft legte sie ihre Lippen auf die seinen.
Verwirrt erwiderte er den Kuss. Eine Hand wanderte zu ihrer Wange, die andere schlang sich um ihre Taille, damit er sie näher an sich ziehen konnte. Doch ehe er sich versah beendete sie den Kuss.
"...Und das war für alles andere"
"Andere?"
"Dafür, dass du meinen Traum wahrgemacht, meinen Vater wieder in mein Leben gebracht und mich zur glücklichsten Frau der Welt gemacht hast. Und natürlich dafür, dass du mir die Freude bereitest, dein Kind tragen zu dürfen"
Mit diesen Worten wandte sie sich von ihm ab und ging zurück Richtung Schloss. Doch bevor sie aus seinem Blickfeld verschwand, sah sie ihn nochmal an.
"Ach ja, als Strafe, weil du es mir verheimlicht hast, gibt es einen Tag Entzug" sagte sie.
"Was meinst du mit Entzug, Schatz?" Fragte Fenris leicht ängstlich.
Sie würde doch nicht...
"Damit meine ich Lucia-Entzug, Liebster. Und zwar das volle Programm. Kein Schnuppern, kein Anfassen... Kein Sex" meinte sie und ging, mit voller Absicht, mit den Hüften schwingend davon.

Das würden lange 24 Stunden werden...

Flashback Ende

... Und das traurigste war, dass es erst ca. 3 Stunden her war und er sich jetzt bereits nach ihr sehnte.
Außerdem kannte Lucia noch nicht die ganze Wahrheit. Sie hatte keine Ahnung was dieses Kind ihr antun könnte. Es würde sie alle umbringen, wenn sie es nicht töteten.
Fenris wusste, dass er seinem Vater gesagt hatte, dass er selbst das Kind töten würde, wenn es soweit kommen sollte. Doch konnte er das überhaupt?

Plötzlich zweifelte Fenris daran, ob er seinem Sohn in die Augen sehen konnte, im Wissen, dass er ihn umbringen musste. Das würde er nicht übers Herz bringen.
Ein klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken.
Louis trat in den Raum und schloss die Tür hinter sich. Seufzend setzte er sich neben Fenris auf's Bett.
"Hast du's ihr erzählt?" Fragte er.
"Ja" seufzte Fenris.
"Auch den schlechten Teil?"
"Sie hat mich nicht ausreden lassen"
"Das heißt sie ist froh darüber? Warum bist du dann nicht bei ihr?" Fragte Louis verwirrt.
"Sie hat mich... auf... Lucia-Entzug gesetzt" zögerte Fenris.
"Was?"
"Ich zitiere: Kein Schnuppern, kein Anfassen... Kein Sex" seufzte er.
Im selben Moment brach Louis zusammen. Auf dem Boden rollend hielt er sich den Bauch und lachte sich die Seele aus dem Leib.
"Das ist nicht witzig" knurrte Fenris seinen Beta an.
"Und... und ob das... witzig ist" lachte Louis noch lauter.
"Was ist denn hier los?" Fragte Tiana, die plötzlich im Türrahmen stand.
Louis richtete sich auf und grinste weiterhin, als er seine Gefährtin musterte.
"Lucia lässt Fenris nicht ran" grinste er.
"Kann ich verstehen. Er hat sie angelogen" sagte Tiana monoton.
"Bitte Tiana, kannst du mit ihr reden? Ihr seid doch Freundinnen, auf dich hört sie sicher" flehte Fenris schon beinahe.
"Tut mir Leid, aber ich mische mich nicht in anderer Leutes Beziehung ein. Das musst du wohl selbst regeln" sagte Tiana, während Louis einen Arm um sie legte.
"Also dann. Ich wünsche die schöne Träume mein Freund. Immerhin habe ich im Gegensatz zu dir einen Grund nicht zu schlafen" spottete Louis und verließ mit seiner Gattin den Raum.

Wenn Lucia schon so reagierte wenn er ihr die Schwangerschaft verheimlicht hatte. Wie würde sie dann die ganze Wahrheit aufnehmen?

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