Lucia ist die Tochter eines hart arbeitenden Holzfällers und einer Kräuterhexe (Heilerin). Sie lebt in einem kleinen Dorf umgeben von Wald. Lucias einziges Problem... Sie ist total versessen nach Werwölfen.
Ihr Traum ist es ein Werwolf zu sein und...
Ihr ganzer Körper schmerzte. Sie ließ sich in den kalten, feuchten Schnee sinken und stöhnte vor Schmerz.
"Entspann dich meine Liebste. Die Schmerzen werden nur noch schlimmer desto mehr du dich dagegen wehrst" hörte sie Fenris' Stimme in ihren Gedanken.
Entspannen? Nein, das war unmöglich. Die Schmerzen wuchsen, sie spürte wie ihre Knochen zu brechen begannen und sich ihre Organe verschoben. Es schmerzte wie tausend Messerstiche. Dazu kam noch das unaushaltbare brennen ihrer Haut als das Fell zu wachsen begann. Sowohl ihre Augen als auch ihre Ohren pochten und ihre Zähne veränderten Form und Größe.
"Entspann dich" sagte Fenris erneut.
Lucia spürte ihn, konnte seine Anwesenheit in ihrer Seele fühlen. Sie laß in seinen Gedanken jedes seiner Gefühle für sie. Die Erkenntnis, dass Fenris wirklich so für sie empfand wie er sagte, brachte sie beinahe zum weinen. Doch es brachte sie auf andere Gedanken. Der Schmerz verflog und Lucias Seele war erfüllt von dem Geist ihres Liebsten. Ihres Werwolfes.
"Atme Liebste, es ist bald vorbei" sagte Fenris beruhigend.
Lucia tat wie gesagt und atmete tief ein und aus. Ihre Muskeln entspannten sich und damit wich auch der letzte Schmerz aus ihren Gliedern. Stille... Vorsichtig öffnete sie die Augen und sah sich um. Der ganze Wald erschien in einem anderen Licht. Sie sah Kilometer weit, jede einzelne Schneeflocke auf dem kalten Waldboden. Bei dem Geräusch einer Eule zuckten ihre Ohren und lauschten auf das Tier, dass sich laut ihrem Geruchssinn in einem Baum am Rand der Lichtung niedergelassen hatte. Es war unglaublich. Nun wanderte ihr Blick zu Fenris. Der große, schwarze Wolf starrte sie mit diesen gelb leuchtenden Augen an, musterte sie und schien sich jeden Zentimeter von ihr einzuprägen. Er wirkte plötzlich gar nicht mehr so groß und gefährlich. Fenris war im seiner Wolfsgestralt fast mit ihr auf Augenhöhe.
"Das hätte ich nicht erwartet" hauchte Fenris ungläubig.
"Was?" Fragte Lucia verwirrt.
Fenris zeigte nur mit der Schnauze auf sie. Als sie an sich hinab sah, sah sie nichts. Hatten Wölfe nicht Pfoten? Erst da wurde ihr klar was er meinte. Lucias Kopf fuhr herum und sah über ihren neuen Körper. Weiß. Ihr Fell verschmolz mit dem Schnee und machte sie fast unsichtbar.
Fenris (p.o.v)
Das konnte unmöglich sein! Lucias Fell war weiß wie Schnee. Das einzige was sie von dem Schneebedeckten Boden trennte waren ihre schwarze Wolfsnase und ein kleiner schwarzer Sichelmond auf ihrer Stirn. Noch faszinierender warenihre Augen. Rot wie Blut.
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Mit diesen Augen sah sie ihn an. Erschrocken, erstaunt, ein wenig ängstlich, aber vor allem... glücklich.
"Ich bin ein Werwolf. Ich bin ein weißer Werwolf!!" Jubelte sie und sprang auf der Wiese umher wie ein kleines Kind.
"Hehe, beruhige dich mein kleiner Geist, du musst noch viel lernen bevor du eine vollwertige Werwölfin bist" sagte Fenris.
Abrupt blieb Lucia stehen und sah ihn mit ihren blutroten Augen an.
"Wie hast du mich genannt?" Fragte sie.
Oh oh. Hatte er sie etwas falsches genannt? Gefiel ihr der Name nicht? War es vielleicht eine Beleidigung sie Geist zu nennen, weil sie weißes Fell hatte? Besser alles leugnen.
"Ach nichts, vergiss es" meint er.
"Nein, du hast mich Geist genannt. Ich... Ich finde das schön" sagt sie verlegen und senkt den Blick.
Leicht verblüfft sah er sie an. Sie mochte es also huh?
"Gut, denn werde ich dich ab jetzt so nennen" sagte er und sah ihr in die Augen.
Lucia ging zu ihm, wenn auch auf wackligen Beinen da sie sich noch nicht ganz an den Wolfskörper gewöhnt hatte, und rieb ihren Kopf an seinem Hals.
"Danke, Fenris" hauchte sie.
Das Gefühl ihrer Wärme und Nähe ließ ihn zufrieden brummen. Fenris schloss die Augen, legte sein Kinn in ihren Nacken und genoss die gemeinsame Zeit mit seiner Braut.
"Alles für dich meine Liebste. Alles, bis in die Ewigkeit und darüber hinaus"