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Emilia

Ich Schlich mich mit meinen Socken in die Küche, so das mich keiner hören konnte.
Es war kurz nach Mitternacht. Das ganze Haus war dunkel und man hörte nur die alte Uhr im Treppenhaus.
Lächelnd erinnerte es mich an früher, als ich mich einmal mit Mr. Jeon in die Küche geschlichen bin, wir aber von Nic erwischt wurden, wie wir den Rest des Kuchens gegessen haben.
Ich öffnete den Kühlschrank und holte den Kuchen raus, den Cindy für mich gebacken hatte.
Ich wollte ihn gerade anschneiden, als ich stattdessen beschloss einfach mit einem Riesen Löffel den ganzen Kuchen zu Löffeln.
Ich saß am Tisch, mit einem riesigen Sahne-Erdbeer Kuchen vor mir und einem gigantischen Löffel in der Hand.
Mein dünnes Nachtkleid schmiegte sich an meine weiche Haut und ich schlug meine Beine übereinander.
Im dunkeln zu essen. Das hatte was.
Ich hatte gerade eine Erbeere in meinen Mund gestopft, als ich den Tag nochmal durchging.
Ich sah Jungkook mit Eun Bi am Flughafen. Es waren tausende Fans zu Ort, ich dachte es wären meine, doch irgendwie habe ich das Gefühl es waren zum Teil auch seine.
Die nächste Erdbeere landete in meinem Mund.
Ich kam nachhause und traf Mr. Jeon wieder. Es fühlte sich gut an ihn wiederzusehen. Er hat mir gefehlt. Seine Haare waren ein wenig grauer, er hatte eine neue Runde Brille, doch er zog sich immer noch wie früher an und ist es auch noch.
Die 3. Erdbeere wurde verschlungen.
Eun Bi. Mein Lächeln verschwand und ich stopfte meinen Mund voll mit Kuchen.
Sie war nicht mein Problem, sondern das was sie getan hat.
Es gibt zwei Seiten in mir. Die eine sagt, sie hat es getan und mich verletzt. Ich soll sie behandeln wie sie es verdient hat.
Die andere sagt, das sie einen Grund hatte und keine andere Wahl hatte.
Ich wusste das Eun Bi arm war und es bei ihren Eltern schlecht aussah. Ich wusste das Eun Bi ihren Eltern nur unter die Arme greifen wollte. Doch so? Indem sie dafür sogar eine Freundin hintergeht?
Ich fragte mich ob Jungkook das weiß...
"Miss, was machen Sie denn da?"
Aus meinen Gedanken gerissen sah ich Cindy im Bademantel und Lockenwicklern an der Tür stehen.
"Cindy! Ähm... Ich hatte Hunger."
-"Und da essen Sie Kuchen? Sie hätten mich einfach wecken können."
Ich nickte und rutschte eins weiter, als sie sich zu mir saß.
"Ich bin sehr froh Sie wiederzusehen. Wie groß und hübscher Sie geworden sind. Sehen Sie sich an! Sie sind Welt berühmt."
Ich lächelte und reichte ihr eine Erdbeere.
"Cindy?"
-"Ja, Miss?"
"Warum haben Sie Eun Bi eingestellt?"
Cindy sah mich fragend an. "Miss, warum möchten Sie das wissen?"
Ich schüttelte nur den Kopf und widmete mich meiner 1000. Erbeere.
"Nur so."
-"Naja da ich dachte das sie beide befreundet sind habe ich gedacht das sie vertrauenswürdig ist und sie einge..."
"Cindy? Wir waren befreundet, wenn man das überhaupt so nennen kann." Antwortete ich knapp und schaute an die wand.
-"Sind Sie etwa unzufrieden?" Fragte Cindy vorsichtig.
"Sie wissen wie jeder Mensch auch, was mir und zwischen meinen Freunden passiert ist."
Cindy nickte und fuhr mir sanft durch die Haare.
"Wenn es für Sie so schwer ist, kann ich sie auch entlassen."
Ich schüttelte den Kopf.
"Nein, ist schon okay. Ich kann ihr nicht die ganze Zeit aus dem Weg gehen, außerdem ist sie ja nur ab und zu hier."
-"Ich bin froh das Sie es so sehen, Miss. Ich bräuchte in der Küche ab und zu mal Hilfe wissen Sie?"
Sie holte sich aus dem Kühlschrank das Wasser raus und goss sich ein.
"Seit wann arbeitet Eun Bi denn schon hier?" Fragte ich.
"Nicht lang. Sie kam eines Tages hierher und... Naja ist ja egal, Ich wünsche Ihnen noch eine gute Nacht Miss."
Ich verabschiedete mich von Cindy und sie ließ mich mit dem Rest des Kuchens im dunkeln alleine.

"Chim?"
-"Em. Weißt du wie spät es ist?"
Ich hörte seine raue Stimme durch mein Handy und grinste.
"Yaah, hast du nicht gesagt ich kann zu jeder Uhrzeit zu dir kommen?" Fragte ich.
Ich hörte rascheln, Jimin setzte sich auf.
"Natürlich. Ist ja nicht so das ich in 3 1/2 Stunden wieder aufstehen muss aber okay. Also, was gibt's?"
Ich seufzte und schwieg.
Jimin wartete auf eine Antwort, ich wusste es. "Ich weiß es ist ziemlich schwierig wieder hier zu sein. Du kannst auch zu mir kommen, du musst nicht bei dir bleiben wenn..."
Ich schüttelte den Kopf.
"Nein, so ist es nicht. Es ist... Zwar ungewohnt wieder hier zu sein, aber irgendwie schön."
-"Das ist doch gut, nicht?"
Seine Stimme klang emotionslos und desinteressiert.
Ich nickte und fuhr mir durch meine langen Haare.
"Wie geht es dir denn? Erzähl, was ist heute alles passiert, nachdem ich dich zuhause abgesetzt habe?" Fragte er.
Ich erzählte von das ich Cindy und Nic wiedergesehen habe.
"Nic ist noch riesiger geworden, stell dir vor!" Erzählte ich begeistert.
Jimin lachte.
"Dann hab ich Mr. Jeon gesehen, es war so schön ihn wiederzusehen, Chim Chim."
Jimin schwieg. "Außerdem hab ich jemanden wiedergesehen."
-"Jungkook?"
Ich schaute fragend auf mein Handy.
"Nein, warum sollte ich Jungkook Wiedersehen?"
-"N...Naja ich dachte... Weil du ja seinen Vater getroffen hast und... Du weißt schon."
Ich nickte, versuchte ihm zu folgen.
"Naja wie auch immer... Nein, ich habe Eun Bi wiedergesehen."
-"Was?"
"Hast richtig gehört. Und das beste kommt noch: sie arbeitet jetzt bei mir im Haus."
Bei Jimin raschelte es im Hintergrund.
"Jimin? Bist du noch da?"
-"Huh? Ja, klar."
Ich schüttelte lachend den Kopf.
"Jimin?"
-"Huh?"
"Hast du dir wieder was zu essen geholt?"
Er schwieg und dann kam ein Bild von ihm per SMS.
"Schau doch selbst."
Ich öffnete das Bild und sah wie er im Tanktop im Bett lag. In seiner rechten Hand eine Popkorntüte, Chips und Nachos.
Er hatte grade Chips im Mund und öffnete seinen Mund, so das man alles sah.
"Jimin, baah!"
Ich hörte ihn lachen. Er liebte es mich anzuwidern. Wir mögen zwar 24 sein und er sogar 25, doch manchmal war er wie ein kleiner 5-Jährigen Junge.
Manches änderte sich also wirklich nie, Jimin erst recht nicht. Er wird immer seine Liebe zu essen behalten können.
Und im nächsten Moment ist er ein ernster CEO und Geschäftsmann. Das kann manchmal wirklich beängstigend sein.
"Was? Ich brauch deiner Story doch das Kinofeeling! Erzähl was ist danach passiert?"
-"Ach auf einmal interessiert dich mein Leben?" Fragte ich ihn lachend.
"Natürlich."
Ich erzählte ihm wie sie mich ihre Freundin nannte, sie sich entschuldigte, doch mich bat sie zu verstehen.
Außer mir und Jimin weiß niemand das Eun Bi das wegen meinem Vater aus reinen Geldgründen getan hat. Selbst Jin nicht.
Sie mag zwar das falsche getan haben, doch ich habe mir jahrelang geschworen es nicht weiterzuerzählen. Ich wollte nicht das sie am Ende allein da stand, von allen verlassen.
Jimin bezeichnete mich als 'ab und zu warmherzig', worauf ich ihn immer schlug.
"Und was machst du jetzt? Jetzt wo sie die ganze Zeit bei dir hängen wird?" Fragte er, immer noch den Mund voll mit essen.
"Wer weiß... Ich schaue wie es sich mit der Zeit ergibt."
Es war eine weile still, als ich Jimin fragte wie sein Tag war.
"Tja, ich war wieder im Entertainment, papierkram und paar Rookies trainiert."
Jimin war neben seinem Job als CEO noch Musikproduzent, Manager und gab Tanzunterricht.
"Ach ist ja langweilig, nichts passiert?" Fragte ich ihn.
Er zögerte ehe er antwortete.
"Ich habe ebenfalls jemanden getroffen."
-"Achja? Yoongi? Taehyung? Ich frag mich was mit den beiden passiert ist..." Sagte ich und nahm einen Schluck Wasser.
"Jungkook."
Ich verschluckte und hustete heftig.
"Er ist ,wie wir, wieder da."

"Oh..." Das war das einzige was ich sagen konnte.
"Ja... Ich war um ehrlich zu sein am überlegen ob ich dir das erzählen sollte."
-"Nein, es war gut das du es erzählt hast." Meine Stimme zitterte, obwohl ich nicht nervös war.
"Bist du dir da sicher, Em?"
Ich nickte, auch wenn er es nicht sehen konnte.
"Hast du mit ihm geredet?"
-"Flüchtig... Aber ich denke er hat sich wenig verändert. Er scheint immer noch ein guter Kerl zu sein und... Soll ich aufhören über ihn zu reden?"
Ich schüttelte den Kopf, eine Träne stieg mir aus irgendeinem Grund in meine Augen.
"Nein, erzähl mir mehr über ihn."
-"Jungkook ist in einer Band namens 4U. Ich wusste das er bei meinem Entertainment unter Vertrag war, habe ihn selbst aber nie getroffen. Er war gerade auf Weltournee und da sie eben ihr Comeback und die Tour hatten, denke ich das er sich eine Weile eine Auszeit gönnt."
Ich nickte nur.
"Em. Du hast ihn bereits gesehen, hab ich recht?"
-"Am Flughafen, aber auch nur flüchtig."
Jimin seufzte.
"Emilia, es sind Jahre vergangen. Denkst du nicht wir sollten uns alle mal wieder zusammenfinden?"
Ich schwieg, denn ich wusste es nicht.
"Okay, verstehe schon. Sorry, kam ziemlich viel auf einmal oder? Ich würd sagen du gehst auch mal schlafen, ja? Du hast bestimmt Jetlag."
-"Er war mit Eun Bi da. Sie sahen glücklich aus..."
Jimin schwieg.
"Denkst du sie sind letztendlich doch zusammen?"
-"Ich denke, du machst dir viel zu viele Gedanken. Es ist bestimmt viel für dich, deswegen legen wir gleich auf und gehen beide schlafen okay?"
Ich nickte und wischte mir die Träne von der Wange.
"Außerdem bist du nicht nur glücklich vergeben sondern sogar verlobt. Jin liebt dich vom Herzen."
Ich lächelte und schaute auf meinen Ring.
"Ja."
-"Alles gut, okay?"
Das liebte ich an Jimin. Ich hatte das Gefühl er konnte mir immer helfen, egal ob es nur ein Wort ist.
"Okay." Sagte ich, legte auf und kuschelte mich weiter in meine Decke.
Irgendwann machte ich mein Lämpchen auch aus und schlief ein.

A MELODY RIGHT IN MY HEARTWo Geschichten leben. Entdecke jetzt