Kapitel 63

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Der Rückweg kommt mir noch viel länger vor als der Hinweg. Etliche Minuten später kommen Sammy und ich endlich am Hotel an. Wir gehen direkt auf unser Zimmer und ich dusche sofort heiß, danach trockne ich mich ab und ziehe ich mich wieder an. Meine Haare binde ich zu einem Dutt zusammen. Sammy liegt mit einer Chipstüte auf dem Bett und schaut Fernseher. Als ich die Tür hinter mir schließe schaut er zu mir.

"Ich war eben nochmal unten, willst du auch was?"

Er streckt mir die Tüte entgegen, ich schüttle den Kopf.

"Alles in Ordnung?"

"Ja."

Ich setze mich neben Sammy aufs Bett.

"Warum kannst du so viel Essen, hast aber so einen Traumkörper?"

Sammy schaut vom Fernseher auf und zieht seine Hand aus der Chipstüte. Einen kurzen Moment schaut er mich nachdenklich an.

"Mia knie dich mal hin."

Ein wenig irritiert knie ich mich neben Sammy auf das Bett. Er legt die Chipstüte bei Seite, wischt seine Hände kurz an seiner Jogginghose ab und dreht sich zu mir. Sammy greift den Saum meines Tops und hebt es bis zu meinem BH an. Verdutzt schaue ich ihn an.

"Und jetzt?"

"Mia weißt du was ich hier sehe? Ich sehe kein Gramm Fett. Ich sehe viel mehr die Umrisse von einem Sixpack."

Er lächelt mich an.

"Wenn du sagst dass ich einen Traumkörper habe, dann hast du auch einen. Du kennst doch bestimmt diese Bodybuilderfrauen? Glaubst du sowas finde ich schön? Das ist viel zu übertrieben."

Sammys andere Hand fährt über meinen Bauch und zeichnet darauf kleine Quadrate. Unmerklich zucke ich zusammen.

"Mia glaubst du mir ist als Lehrer noch nie aufgefallen wie unzufrieden die meisten Mädchen mit ihrem Körper sind. Sie hungern sich runter wenn sie genug Selbstdisziplin haben, ritzen sich und so weiter. Mia du bist perfekt, bitte bleib einfach so."

Sammy zieht mein T-Shirt wieder über meinen Bauch und küsst mich lange und intensiv. Er zieht mich zu sich heran und seine Hände wandern unter meinem Top auf und ab während meine eine Hand auf seiner Schulter und meine andere Hand an seiner Hüfte liegt. Ich schließe meine Augen und mir gehen all die tollen Momente mit Sammy durch den Kopf. Wären meine Eltern nicht auf Geschäftsreise gegangen, wäre ich niemals auf ein deutsches Internat gekommen und hätte auch nie Sammy kennengelernt. Wenn sie sich gegen die Reise entschieden hätten, dann wären sie beide jetzt jedoch noch am Leben. Ich weiß nicht was ich darüber denken soll. Immerhin gibt mir Sammy die Liebe zurück, wie sie meine Eltern für mich empfunden haben. Jetzt wo ich das so denke hört sich das echt kitschig an, aber es ist einfach die Wahrheit.

Plötzlich klingelt Sammys Handy und wir fahren erschrocken auseinander. Sammy murmelt irgendetwas und greift nach seinem Handy. Seinem Ton nach zu urteilen muss es jemand von der Schule sein. Sammy erklärt unsere aktuelle Lage und wechselt noch einige Sätze mit der anderen Person am Telefon, dabei geht er im Zimmer auf und ab und nickt die ganze Zeit nur. Etwa eine viertel Stunde später legt er auf. Er gähnt.

"Das war Frau Zenkert, sie hat sich nach dir erkundigt und wollte wissen ob wir immer noch in London festsitzen."

"Das interessiert Frau Zenkert?"

"Anscheinend schon. Und da heute Freitag ist und die Weihnachtsferien anfangen schließt das Sekretariat auch, kann aber sein dass irgendjemand von der Schule trotzdem noch anruft."

Ich nicke nur und werfe einen Blick aus dem Fenster, Sammy folgt meinem Blick.

"Ich glaube ich kann mir einen Job als Lehrer hier in London besorgen wenn das nicht bald aufhört. Der Schnee braucht ja Jahre bis der wieder schmilzt."

Sammy setzt sich wieder neben mich und macht den Fernseher lauter, gerade läuft irgend eine Dokumentation über Entwicklungsländer. Ich lehne mich an Sammy.

"Willst du immer noch Entwicklungshelfer werden?"

"Entwicklungshelfer oder Lehrerin."

"Englisch und?"

Ich zucke nur die Schultern. Sammy grinst mich an.

"Ich empfehle dir Mathematik, Physik und Sport."

"Nein danke."

"Ey."

Sammy dreht sich wieder dem Fernseher zu, doch zwei Sekunden später legt er seinen Arm um meine Taille und zieht mich zu sich heran. Ich lehne meinen Kopf an seine Schulter und so sitzen wir eine Ewigkeit nebeneinander.

{697 Wörter}

Forbidden LoveWo Geschichten leben. Entdecke jetzt