Meghan
Ich lehne gegen den offenen Türbogen, der in den kurzen Flur, der zu den Toiletten und dem Notausgang führt, grenzt. Wir sind heute Abend im Heaven's, weil Mason Geburtstag hat, aber ich bin ein wenig früher als die anderen gekommen, weil Jess mit einigen Leuten aus unseren Kursen hier ist und sie mich mit dem Auto abgeholt hat. Und zu einer gratis Autofahrt sage ich fast nie nein. Wenn zwielichtige Kerle darin sitzen, die mich ganz sicher nicht hinbringen, wo ich sein will, dann drehe ich natürlich ganz schnell wieder um, denn diese Art von gratis Autofahrten brauche ich sicherlich nicht. Grace und einige andere Mädchen sind auch bereits da, nur die Eishockeyspieler fehlen, natürlich, denn sie brauchen ihren großen Auftritt.
„Jeremy hat zwar gesagt, dass die Lungenentzündung von Cara bis zum Auswahlkonzert weg sein wird, aber das bezweifle ich. Die Arme kommt gar nicht mehr aus ihrem Bett raus.", erzählt Jess niedergeschlagen und verzieht mitfühlend das Gesicht. Ich tue es ihr gleich und verschränke die Arme vor der Brust. Jess hat heute erfahren, dass Cara -die Leadsängerin ihrer Band für das Auswahlkonzert- eine schwere Lungenentzündung hat und für die nächsten zwei bis drei Wochen ganz sicher ausfällt. In knapp vier Wochen ist aber bereits das Auswahlkonzert und bringt das sie in ziemliche Schwierigkeiten.
„Was wollt ihr denn tun, wenn sie bis dahin nicht wieder gesund wird? Sie kann ja wohl schlecht mit einer Lungenentzündung singen.", frage ich und das rockige Lied aus der Jukebox wechselt zu Selena Gomez.
„Ich weiß es nicht. Erstmal beten wir alle vor dem Schlafengehen jede Nacht und wenn wir es nicht hinkriegen, dann müssen wir wohl einen Ersatz finden oder unsere Teilnahme zurückziehen.", sagt sie niedergeschlagen und ich ziehe die Unterlippe hervor. „Wie scheiße. Ich hoffe das wird wieder. Wen könnt ihr schon so kurzfristig herkriegen? Die meisten haben sich ja selbst eingeschrieben.", meine ich und Jess funkelt mich beschwörerisch an. „Du hast dich nicht eingeschrieben.", schlägt sie vor und ich schaue sie nicht begeistert an als sie grinst. „Ich kann nicht singen.", behaupte ich und sie hebt eine Braue. „Hast du es probiert? Ich habe es noch nie gehört.", fordert sie mich heraus, doch diese Herausforderung nehme ich nicht an. Sie könnte mich dazu provozieren es mit einem Löwen aufzunehmen und das würde ich zumindest probieren, höchstwahrscheinlich nicht überleben, aber das wäre mir immer noch lieber als singen. „Wenn du nicht willst, dass deine Trommelfelle platzen, dann ist es auch besser so, glaub mir." Sie lacht und ich sehe mich im Raum um.
„Ich hoffe so sehr, dass es irgendwie doch alles klappt. Dieses Stipendium würde die größten Kosten für mein nächstes Studienjahr decken und ich müsste nur noch das Wohnheim zahlen müssen. Meinen Eltern würde es jedenfalls so viele Lasten nehmen.", erzählt sie und ich nicke mitfühlend, denn auch mit würde ein Stipendium helfen, wenn auch nicht, wegen meinen Eltern. „Ich könnte es auch gebrauchen.", werfe ich ein und sie sieht mich an, öffnet den Mund, doch was auch immer sie sagen wollte bleibt ihr im Hals stecken als die Tür der Bar aufschwingt und eine große Meute breitgebauter Eishockeyspieler johlend und lachend hereinkommen. Sofort haben sie alle Augen auf sich gerichtet und strahlen ein enormes Selbstbewusstsein aus, dass man denken könnte sie regieren die Welt und wir alle gehören ihnen. Jeder einzelne von ihnen.
Als wären sie nicht schon laut genug schreien sie noch lauter und jetzt verstehe ich auch was sie schreien. Sie klopfen Mason auf den Rücken oder die Schultern und ihr Gebrüll soll ein Geburtstagslied sein, dass Mason sichtlich unangenehm ist, doch er grinst dennoch über beide Ohren hinweg. Auf seinen braunen Haaren ist eine Krone, die schief hängt und ich muss bei seinem Anblick schmunzeln. Sie werden ihrem Ruf gerecht, dass Sportler Idioten sind.
Belustigt von ihnen sehe ich Jess wieder an, die ebenfalls den Blick von ihnen abwendet. „Ich gehe mal rüber und gratuliere ihm. Wir sehen uns in den Vorlesungen.", verabschiede ich mich und wir drücken uns kurz bevor ich den Weg der Jungs kreuze, die in den Nebenraum gehen wollen.
„Happy Birthday, Großer!", rufe ich über die Musik und Mason dreht den Kopf herum bis er mich entdeckt und breit lächelt. „Danke, Baby!", ruft er zurück und ich stelle mich auf Zehenspitzen um die Arme um seinen Hals zu schlingen und ihn fest an mich zu drücken. Wir lösen uns voneinander und als die ganzen Jungs verschwinden, spielt er mit einer meiner gewellten Haarsträhnen, die mir locker über die Schultern fallen und zieht daran.
„Kriege ich einen Geburtstagskuss?", flirtet er verspielt und ich lache, dass er es auch tut. „Das kann ich ja tun.", gesellt sich plötzlich Logan dazu und legt eine Hand an Masons Arm, dass seine Hand von meiner Strähne abrutscht. „Du hast mich schon heute Vormittag überfallen. Ich will dich nicht.", verneint Mason munter und deutet mit den Augen in den Nebenraum, der bis eben noch deutlich stiller war. „Sollen wir rein?", fragt er und nickend folge ich ihm, ohne Logan viel zu beachten.
Da Mason heute der besondere Junge ist wird ihm auf der Sitzbank sofort Platz gemacht und er setzt sich, zieht mich neben sich und ich sehe durch den Raum. Die meisten haben sich über den Billardtisch hergemacht und einige stehen an der Dartscheibe, werfen und seufzen laut als sie nicht die Mitte treffen.
Mason erzählt mir, dass seine Mitbewohner ihn heute früh ganz süß mit Sahne in seiner Hand geweckt haben und ihn an der Nase kitzelten, dass er sich die Sahne voll ins Gesicht geklatscht hat. Lachend lehne ich gegen ihn. „E hat es aufgenommen, das Arschloch.", murrt er, doch ich sehe in seinen Augen, dass er nicht böse auf die Jungs ist. „Ethan muss es mir schicken! Ich will es unbedingt sehen.", sage ich und er zieht eine Grimasse.
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DREAM SCORE
Teen FictionSie hasst vieles, doch was ganz oben auf Meghans Liste steht, ist zurück nach New York zu fliegen. An den Ort, wo jeder hinter ihrem Rücken die Köpfe zusammensteckt und die schmutzigen Geheimnisse ihrer Familie kennt. Doch aus unerklärlichen Gründen...
