Kapitel 57

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Während ich immernoch fassungslos auf all das Essen vor mir starrte, hielt mir mein Mate eine dampfende Tasse Kaffee unter die Nase. Dankend nahm ich sie ihm ab, er hatte sogar schon Zucker und Milch hinein getan, genauso wie ich es mochte. Bei meinem ersten Schluck, traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag, er war perfekt. Perfekt für mich. In jeder Hinsicht.

Plötzlich veränderte sich etwas in mir, ich sah ihn mit anderen Augen. Nichts was er tun konnte, würde ihn von dem Podest holen, auf das ich ihn innerlich gestellt hatte. Eine Hitzewelle durchflutete mich und ich spürte, wie sich meine Wangen rot färbten. Nathan ließ sich davon nicht beirren, als er mir erklärte, was es mit all dem auf sich hatte.

"Ich dachte mir, da wir so viel zusammen durchgemacht haben, wobei eher du als ich, hätten wir einen freien Tag, nur wir beide, verdient. Sieh es als unser zweites Date an. Ein Frühstück unter freiem Himmel mit ganz vielen Kuscheleinheiten, wir können uns Geschichten erzählen und einfach den Tag genießen. Heute Abend dann, gehen wir schick essen und lassen den Abend in einem Open Air Kino ausklingen. Was sagst du dazu, meine Schöne?"

Es rührte mich zu tiefst, dass er sich all diese Mühe gemacht hatte, nur um mir eine Freude zu machen, um Zeit mit mir alleine zu verbringen. Tränen stiegen mir in die Augen, die ich schnell versuchte weg zu blinzeln. Eifrig nickte ich ihm als Antwort zu.

"Das wäre wunderbar." War das einzige was ich zustande brachte.

Als wäre eine Last von seinen Schultern gefallen, atmete er aus und lächelte mich danach mit seinem unwiederstehlichen Lächeln an. Mich überkam plötzlich die Lust ihn zu küssen und so lehnte ich mich, über das essen, zu ihm herüber, keine fünf Zentimeter trennten unsere Lippen noch voneinander, als er seinen Kopf zur Seite drehte und in ein Stück Brot biss. Verdutzt sah ich ihn an und dann das Stück Brot in seiner Hand. Etwas beleidigt setzte ich mich wieder auf meinen Platz und begann stumm zu essen. Dabei vermied ich es, meinen Gegenüber anzusehen.

"Ach komm schon Schatz. Das war doch nur ein Scherz. Komm her." Versuchte Nathan mich wieder aufzuheitern. Doch ich wich ihm aus und schnappte mir noch etwas Wurst von der Platte. Mir war nicht bewusst, warum ich so reagierte. Dass es übertrieben war, spürte ich ebenso nicht. Ich war wirklich beleidigt und konnte nichts dagegen tun. Leicht wandte ich meinen Körper im Sitzen von ihm ab und aß weiter. Seine versuche auf mich einzureden, ließ ich abblitzen.

Ein wenig tat es mir leid, dass ich so zu ihm war, er hatte diesen Tag so schön organisiert und ich verhielt mich wie eine Zicke, doch mein Körper wollte nicht gehorchen. Irgendwann kam Nathan dann zu mir herüber, noch bevor er bei mir ankam, sprang ich auf und rannte Barfuß in die Blumenwiese. Lachend rannte er mir hinterher und auch mir stieg wieder ein Lachen ins Gesicht. Im Zick-Zack flüchtete ich vor ihm im hüfthohen Blumen- und Grasmeer. Noch bevor ich ihn, in all den Blumen und dem Geraschel, gerochen oder gehört hatte, spürte ich, wie er versuchte neben mich zu kommen. Also wechselte ich die Richtung und bekam dadurch erneut einen gewaltigen Vorsprung. Triumphierend lachte ich lauthals los, was keine gute Idee war, denn dadurch verbrauchte ich zu viel Sauerstoff und musste langsamer machen, um atmen zu können. Dies nutzte Nathan, um den Abstand zwischen uns wieder zu verringern, beinahe panisch lief ich den Hügel wieder hinauf, in Richtung unserer Decke. Mein Plan war es, im Wald dahinter zu verschwinden und mir ein Versteck zu suchen, um ihn zu überraschen.

Mein Liebster machte mir jedoch einen Strick durch die Rechnung, als er mich einholte und sich, mit mir in seinen Armen, auf die Decke fallen ließ. Erschrocken keuchte ich auf, bevor ich einen Lachkrampf bekam. Nathan erging es genauso und noch in seinen Armen drehte ich mich, mit meinem ganzen Körper zu ihm. Wir sahen uns in die Augen, keiner sagte etwas und langsam erstarb unser lachen. Ich musterte sein schönes Gesicht, legte meine Hand an seine Wange und Fuhr seine Gesichtszüge nach. Seine markanten Wangenknochen, die Stoppeln in seinem Gesicht, die bereits wuchsen obwohl er sich heute morgen rasiert hatte, seine Nase, die so aussah, als wäre sie einmal gebrochen worden, seine vollen Lippen, die ich so gerne auf mir gespürt hätte, überall.

Und so legte ich ihm meine Lippen auf die seinen. Was als zarter und liebevoller Kuss begann, wurde schnell zu einem fordernden, feurigem Kuss, der eine Hitze in mir auslöste. Ohne es zu merken, setzte ich uns beide auf, knöpfte Nathans Hemd auf und ließ es von seinen Schultern rutschen, während ich küsse auf seinem Hals und meiner Markierung, auf ihm, verteilte. Vorsichtig fuhr ich seine Bauchmuskeln nach, während meine Hände sich ihren Weg nach unten und mein Mund sich seinen Weg nach oben bahnte. Nathan packte mich an meinen Schultern und streifte mir die Träger des Kleides ab. Seinen Mund presste er mir auf die Markierung, um leicht daran zu saugen, während er meinen Geruch einsog.

"Hmm, du riechst so gut." Knurrte er mir an mein Ohr.

Ich musste ein stöhnen unterdrücken, als sein Mund eine Straße aus Küssen von meinem Hals, zu meinem Dekolleté hinterließ. Mehr. Ich wollte mehr. Meine Hände glitten in seine Haare und zogen seinen Kopf wieder zu meinem. Kaum waren unsere Lippen wieder miteinander vereint, zog ich meine Arme aus den Trägern des Kleides heraus, drückte ihn leicht nach hinten und ließ mich auf seinem Schoß wieder nieder. So saß ich dann, nur in meinem Trägerlosen, weißen Bh und dem Rock um meine Beine, auf seinem Schoß. Durch die dünne Stoffhose von ihm, konnte ich eine pulsierende Beule spüren und rieb mich an ihm. Unwillkürlich stöhnte Nathan in unseren Kuss hinein und Griff an meine Brust. Während er sie knetete, ließ ich von seinen Lippen ab, weshalb er wieder zu meinem Hals über ging. Währenddessen fummelte ich an dem Knopf seiner Hose herum. Ich wollte, dass er sie los wird, so schnell wie möglich.

"Wahnsinn wie gut du riechst, es macht mich verrückt." Kam es wieder knurrend von Nathan.

Plötzlich verkrampfte er sich, hörte auf mich zu küssen und nahm seine Hände aus meinen Haaren und von meiner Brust. Fragend sah ich ihn an. Seine Lippen war leicht gerötet und um sie herum war verschmierter Lippenstift, seine Haare lagen nicht mehr so ordentlich auf seinem Kopf und er atmete heftig. So attraktiv wie in diesem Moment, war er mir noch nie vorgekommen und sofort wollte ich ihn wieder küssen, doch er hielt mich ab.

"Hailey, du riechst so gut. Sehr, sehr gut. Viel zu gut." Kam es stockend von ihm.

Ich verdrehte meine Augen. "Ja und? Was hat das jetzt damit zu tun, dass ich dich will, hier und jetzt?" Gab ich außerdem leicht genervt von mir.

"Du bist kochend heiß, du riechst so anziehend, dass es mir verdammt schwer fällt, nicht über dich her zu fallen und dich auf der Stelle zu nehmen. Bei der Göttin, Hailey, ich will dir das Hirn rausvögeln bis es keinen Morgen mehr gibt. Du hast keine Ahnung was du mit mir anstellst! Sagt dir das irgendwas?" Fragte er mich mit angestrengten Gesichtsausdruck.

Ich zog meine Augenbrauen zusammen, langsam machte er mich wütend. "Nein. Sollte es ?"

"Scheiße Hailey, ja! Das sollte es! Du bist in der Hitze-Phase!"

Mate? Werwolf? Bitte was ?!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt