Gehen wir hin? Fragte mich Finja hoffnungsvoll.
Auf jeden Fall. Dem werde ich schon zeigen wie der Hase läuft. Gab ich schmunzelnd zurück.
Am Ende des Kunstunterrichtes ließ ich mir viel Zeit beim zusammen suchen meiner Gegenstände auf dem Pult. Die letzte Viertelstunde der Schulstunde wurden die gezeichneten Bilder gegenseitig von den Schülern bewertet, nachdem uns der Lehrer mitteilte, dass zwei davon ausgestellt werden sollten beim nächsten Sommerfest.
So sollten die Eltern einen Einblick in den Unterricht bekommen. Aber das war mir egal. Was mir nicht egal war, war die Tatsache, dass das Bild, was die Eltern von Penelope zeigen sollte, eines der ausgewählten war. Ich hoffte sie würde es mir nicht übel nehmen und schmiedete bereits einen Plan, wie ich meine Mutter dazu überreden sollte, mir ein Portal zu öffnen, als ich auf die Schulter getippt wurde.
Ich wirbelte herum und sah in die braunen Augen, die mir so vertraut waren. Verwirrt sah Mia mich an und fragte ob es mir gut ging. Dies bejahte ich und erzählte ihr von dem Treffen, ich bat sie auch mich zu begleiten und in einem gewissen Abstand stehen zu bleiben.
Sie stimmte zu und wir verließen den Saal. Wir waren die letzten, nicht einmal der Lehrer war noch im Raum. Langsam gingen wir nach draußen zu dem Fußballplatz. Ich sah Nathan schon von weitem auf dem Rasen stehen. Er sah sich um, war nervös, hatte wohl Angst ich würde doch nicht kommen.
Ich gab Mia mit einem Handzeichen zu verstehen, dass sie stehen bleiben sollte. Sie nickte mir zu, danach drehte ich mich um und lief zu Nathan. Er schien erleichtert mich zu sehen. Kurz vor ihm hielt ich an, um ihn auf Abstand zu halten.
Erwartungsvoll sah ich ihn an, umklammerte meine Bücher vor der Brust fester und sagte "Rede." zu ihm. Es fiel mir echt schwer diesen halben Meter von ihm entfernt zu stehen. Alles in mir schrie nach ihm, drängte mich in seine Arme, doch ich wiederstand dem Drang.
Ihm ging es anscheinend auch so, denn seine Augen färbten sich kurz Silber, als er einen Schritt nach vorn trat, ehe sie wieder ihre normale Farbe an nahmen und er sich wieder zurück stellte. Verlegen kratzte er sich am Hinterkopf, dann sah er mir in die Augen. Man sah ihm an, dass er sich unsicher war. Nur warum, das wusste ich nicht.
"Ich habe viele Fragen. Aber ich weiß nicht wo ich anfangen soll... du hast sicher schon bemerkt, dass wir Mates sind. Was das bedeutet, weißt du wahrscheinlich auch, ich kann deinen Wolf spüren. Ich Frage mich nur, warum ich ihn früher nicht spüren konnte. Aber das ist eine Sache für später. Die wichtigste Frage, die sich mir gerade stellt ist, ob du mit mir auf ein Date gehen willst?"
Da ich seinen Redeschwall nicht unterbrechen wollte, blieb ich ruhig. Auch nachdem er fertig war, sagte ich nichts. Ich wollte ihn ein bisschen auf die Folter spannen, was auch funktionierte. Dank der Wolfs-Sinne konnte ich seine Ungeduld spüren und riechen, ebenso seine Neugierde aber auch Angst. Angst vor meiner Ablehnung. Aber ich würde ihn nicht ablehnen, nur zeigen, wie er sich zu verhalten hatte.
"Nathan... wenn ich mit dir auf ein Date gehen soll, machen wir es nach meinen Regeln. Erstens, du fasst mich nicht an wenn ich es nicht will, du küsst mich nicht einfach so und ich ziehe an, was ich möchte. Ich weiß, dass männliche Mates sehr besitzergreifend sind aber ich gehöre dir nicht, wenn überhaupt gehöre ich irgendwann ZU dir. Aber auch nicht mehr. Das war Regel Nummer zwei. Regel Nummer drei ist, dass du dich bemühst meine Freunde kennen zu lernen und zu akzeptieren. Und viertens, meine Familie ist mir sehr wichtig. Sie sind anders als du denkst, aber das gibt dir kein Recht irgendwas zu tun, zu sagen oder auch nur zu denken, das ihnen schaden könnte. Ebenso meine Vergangenheit geht dich nichts an, irgendwann villeicht. Verletzt du mich, bin ich weg. Ist mein Vertrauen zu dir einmal weg, ist es für immer weg und du hast mich das letzte mal in deinem Leben gesehen. Glaub mir, das ist keine leere Drohung. Du hast nur eine Chance, nutze sie. Samstag holst du mich ab, 18 Uhr, nimm noch jemanden mit, da Mia mitkommt. Lass dir was lustiges einfallen. Hältst du dich nicht an die Regeln, ist das, was zwischen uns bis dahin ist, oder nicht ist, vorbei. Endgültig. Verstanden? "
Ein wütendes, tiefes Knurren kam aus seiner Kehle. Seine Augen strahlten in einem hellen Silber. Sein Wolf fand das wohl nicht so lustig. "Was fällt dir ein? Ich bin der Alpha! Du bist meine Mate! Du hast mich zu lieben.." weiter kam er nicht, da ich ihn unterbrach.
"Was mir einfällt? Das ist doch ein schlechter Scherz! Außerdem bist du vielleicht ein Alpha, von was weiß ich wo, aber du bist NICHT MEIN ALPHA! Und jetzt holst du ganz schnell Nathan zurück oder ich lehne euch beide gleich ab, mir egal was dann mit mir passiert!" Gegen Ende hin schrie ich ihn nur noch an. In mir brodelte alles vor Wut und auch Finja konnte nicht fassen, dass sein Wolf, ihr Mate, so mit uns sprach.
Von meinem Wutausbruch aus der Fassung gebracht, stolperte er ein paar Schritte nach hinten. Seine Augen färbten sich wieder braun und auf sein Gesicht trat ein schuldbewusster Ausdruck. Meine Wut legte sich wie von Zauberhand.
Ich atmete tief ein und aus. "Noch eine Regel. Du hast drei Strikes frei. Das war Strike eins. Nach drei Strikes bist du raus."
Er sah mich traurig an und nickte. "Bis Samstag Nathan." Sofort drehte ich mich um und stürmte zu Mia.
Sie sah mich fragend an, sprach jedoch kein Wort, bis wir zuhause und in meinem Zimmer waren. Mom hatte mich nicht angesprochen und Mia nur entschuldigend mit den Schultern gezuckt, als ich sie an meiner Mutter vorbei, die Treppen hoch gezogen hatte. Frustriert schnaubte ich und ließ mich mit dem Gesicht nach unten, auf mein Bett, fallen.
"Hailey das war nicht optimal mit Nathan, ich weiß. Aber sieh es positiv."
"Was daran war positiv? Er war einfach ein Arsch, der seinen Wolf nicht kontrollieren kann." Fragte ich, als ich leicht meinen Kopf zur Seite drehte um atmen zu können.
"Naja mir fällt jetzt spontan nichts ein aber irgendwas bestimmt. Für einen Alpha, wie ich gehört habe, ist es um einiges schwieriger seinen Wolf zu kontrollieren. Sein Urinstinkt ist ausgeprägter und er braucht seine Mate um die Ruhe zu bewahren. Dass du es ihm so schwer machen willst und dich ihm nicht hingibst ist definitiv nicht üblich und für den Wolf des Alphas quasi schon eine indirekte Ablehnung."
"Mir doch egal ich bin nicht sein Püppchen mit dem er alles machen kann, was er will. Und das soll er auch merken. Aber jetzt bitte ein anderes Thema. " gab ich genervt von mir und drehte mich auf dem Rücken.
Lachend nahm Mia meine Schultasche und warf sie mir auf den Bauch. "Na dann Hausaufgaben. Ich habe nur noch zwei Stunden Zeit, dann muss ich los zu Arbeit, ich habe die Spätschicht."
Gequält lächelte ich sie an und wir machten uns an die Aufgaben. Mia setzte sich in den Schneidersitz auf mein Bett und breitete alles vor sich aus. Ich legte mich auf dem Bauch auf den Boden und Tat es ihr nach. Und so quälten wir uns fast zwei Stunden durch die Hausaufgaben, bis Mia zur Arbeit musste.
Den restlichen Abend verbrachte ich im Garten, trank mit meiner Mutter Limonade und genoss einfach die Sonnenstrahlen. Zwischendurch schrieb ich auch mit Angie und den anderen, und erzählte ihnen die Geschehnisse des Tages. Abends fiel ich müde und erschöpft in mein Bett, als Mom Mia abholen ging.
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Mate? Werwolf? Bitte was ?!
Lupi mannariHailey Fields ist ein ganz normales Mädchen. Zumindest dachte sie das immer. Sie und ihr 16 jähriger Zwillingsbruder Caleb wurden etwa 1 1/2 Jahre nach ihrer Geburt Adoptiert, nachdem ihre leiblichen Eltern einen tragischen Unfall Tod starben. Ode...
