Der Flug is natürlich wie beim letzten mal verdammt lang gewesen. Schlafen Konnte ich auch nur ab und zu bisschen und das sehr ungemütlich. Fjedors Bein ist nicht das beste Kissen.
Aber als wir dann mal angekommen waren, ging unser Ziel nicht nach Hause zu Fjedor, sondern zu seinem Vater Mr. Weins. Ich hatte sofort wieder schlechte Laune, weil ich meine Mutter dafür sehen müsste. Puh anstrengendes Leben.
,,Elias, dijete moje. O bože šta ti je učinio?!" (Elias, mein Kind. Oh gott was hatt er mit dir gemacht?!) rief meine Mutter geschockt und kam zu mir, als sie meinen Arm sah. Ich sah angewidert zur Seite und trat hinter Fjedor.
,,Ne diraj me" (Fass mich nicht an) zischte ich ihr entgegen, dabei griff ich in den Stoff von Fjedors T-shirt.
Eben im Auto hatte ich noch mein Oberteil mit einem T-shirt gewechselt und so konnte man die Narben und die Brandnarbe sehen.
,,Anela" knurrte Fjedor warnend. Meine Mutter sah ihn nur überrascht an.
,,Er ist meins. Mein Sklave, also belästige ihn nicht und spreche ihn nicht an" sie hatte ihre Stimme irgendwie grade verloren, weswegen wir einfach an ihr vorbei gingen.
Fjedor schickte Mika, Historia und mich schonmal hoch. Und genau da bemerkte unsere Mutter, dass auch ihr zweites Kind anwesend war, aber sie traute sich nichts zu sagen. So gingen wir drei hinauf auf das Zimmer in dem ich eins geschlafen habe. Zusammen setzten wir uns auf das Bett. Es war einfach still. Ein unangenehmes still muss ich sagen.
,,Was hat Iwan mit dir gemacht, Mika?" fragte meine Schwester sanft. Sie blickte von der sauberen Bettdecke hoch zu meinem besten Freund. Seine Augen wurden plötzlich glasig.
,,Er meinte die Zeit würde für alles nicht reichen, drum hat er ohne Pause alles mögliche was ihm einfiel gemacht... Es blutet noch an einigen stellen. Darum will ich nichts kurzes tragen. Auch wegen den Narben" diesmal blickte ich ihn ebenfalls an, bevor ich ihn in eine Umarmung zog und meine Schwester kurz darauf hinzufügte.
,,Ich will nachhause.." schluchzte Mika in meine Schulter hinein. Ich lehnte nur behutsam meinen Kopf an seinen.
,,Wir doch auch. Auch wenn es dort ebenfalls so beschissen ist.." schluchzte auch meine Schwester nur in meine andere Schulter.
,,Leute kommt schon. Irgendwie schaffen wir das schon... Ich weiß nicht, aber ich find es eigentlich gar nicht so schlimm bei Fjedor" beide sprangen plötzlich von meiner Schulter und rüttelten mich gleichzeitig mit verheulten Gesichtern.
,,Bruderherz wie kannst du das sagen!" rief meine Schwester.
,,Er hat deine Haut verbrannt, dich vergewaltigt und hält dich als Sklaven!" schrie mich jetzt auch Mika an. Überfordert schupste ich sie etwas von mir.
,,Leute! Ej ich bekomme gleich ne Gehirnerschütterung!" schrie ich die beiden an. Sofort hielt ich mir den Kopf. Oh shit, es dreht sich alles.
,,Aber ich frag mich die ganze zeit etwas, Eli" fragte mich mein Schwesterherz.
,,Was den?"
,,Diese Frau. Sie sprach Bosnisch und hat zu dir Sohn gesagt... Ist sie etwa?" ich nickte abwertend.
,,Ja, sie ist unsere Mutter"
,,Aber was macht sie hier?" geschockt sah sie mich an.
,,Nach dem sie ging, hatte sie ein weiteres mal geheiratet. Mr. Weins ist jetzt ihr Mann und er ist außerdem der Vater von Fjedor"
,,Was?! Dein, sozusagen Meister, ist der Sohn von eurem Stiefvater. Oke das ist komisch" Mika sah überfordert in unsere Gesichter.
Ich fing einfach an zu lachen, bevor ich beide griff und mit mir ins Kissen zog. Wir drei kuschelten uns eng zusammen.
,,Das ist viel bequemer als alles anderen von eben" brummte Historia glücklich.
,,Hey du hattest den besten platz gehabt" beschwerte sich Mika darauf neidisch.
,,Tya praktisch wenn man ein Mädchen ist in solch einer Welt"
,,Stimmt auch wieder. Die Bosse und so sind alle schwul und die Damen stehen auch auf Männer. Ihr Mädels habt es gut wenn ihr nicht grade auf einen hetero oder bi Boss trifft" beide stimmten mir sofort zu. Worauf dann eine angenehme stille folgte.
Die Zeit verging und Mika schlief auf meinem Arm ein, sowie Historia auf meinem anderen. Leider schlief unglücklicherweise meine beiden Arme darauf auch ein, weswegen ich sie verzweifelt versuchte unter den Köpfen heraus zuziehen. Mir gelang es erst als eine bestimmte Person mir half.
Überrascht sah ich auf in das Gesicht von Fjedor. Wieder einmal sah er einfach hübsch aus. Upsi..
,,Die beiden schlafen ja. Ich hätte nicht gedacht das es so ungemütlich ist" sagte er erstaunt mit einer etwas gedämpften Stille.
,,Meister, es ist ja auch etwas anders auf dem Boden oder im Schoß zu sitzen, als auf einem Sessel"
,,Da hast du recht mein kleiner" er kam mir näher.
Wie immer schaute ich ihm überfordert in die Augen. Er ist so nah. So nah, dass seine Nasen spitze meine grad leicht kitzelt. Es kitzelte so sehr, dass sich mein Kopf einmal schüttelte, bevor ich ihn wieder ansehen konnte. Er grinste nur, worauf er mich hoch hob. Panisch schlang ich meine Beine um seine Rücken und meine Hände um seinen Nacken.
,,Keine Angst. Ich lass dich schon nicht fallen" mit mir auf dem Arm verließ er das Zimmer und lief die Treppen hinab. Unterwegs trafen wir darauf meinen Halbbruder Bogdan. Er stand dort unten an der Treppe und hielt ein kleines Spielzeug in der Hand. Lächelnd begrüßten Fjedor und ich ihn, bevor wir an ihm vorbei zogen. Unser Ziel anscheinend das Wohnzimmer.
Wir kamen grad ins Wohnzimmer und schon hörte man einen lautstarken Streit zwischen meine Mutter und Mr. Weins. Sie hörten sofort auf als sie uns sahen und setzten sich.
Fjedor ging mit mir auf den Arm zum Sofa. Er ließ sich fallen weswegen ich etwas gegen ihn prallte. Irgendwie unangenehm wenn meine Mutter uns sehen kann, aber ich sehe sie so oder so nicht mehr als meine richtige Mutter. Mein Gesicht drückte ich gegen Fjedors Brust, während er Fern sah.
Sanft kraulte ich ihn am Nacken, was ihn anscheinend sehr gefiel.
,,Du bist süß wen du angewidert bist, kleiner" machte er mir plötzlich aus dem nichts ein Kompliment. Leise flüsterte ich ihm zurück.
,,Meister, wie kann man da süß aussehen"
,,Ganz einfach wenn man du ist" ich kicherte leise. Er ist wirklich süß.
,,Danke, Meister" irgendwie war ich schon mega glücklich darüber, dass er mir grad ein Kompliment gemacht hat.
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Einmal Gefangen, Immer Gefangen
RandomEin Junge namens Elias, von dem die Mutter in frühen Jahren verschwand, lebt mit seinem Vater und seiner Zwillingsschwester zusammen. Seit dem seine Mutter weg ist, wird er von seinem Vater geschlagen, gedemütigt und beleidigt. Jedoch kann er gegen...
