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Die Zeit verging schnell. Ich hatte ihnen ihre Fragen beantwortet und auch alles erzählt was mir passiert war. Anscheinend stand in meinen "Akten" nichts darüber wie ich lebe und wie es dazu kam, dass ich hier gelandet bin. Wobei wenn das jemand wüsste hätten sie schon längst das Jugendamt und die Polizei gerufen.

,,Und hat es dir gefallen?" fragte mich Lucy. Sie kam um mich abzuholen. Heute wollte Nastja zusammen mit allen essen. Sie hat anscheinend auch Neuigkeiten... Hat mir jedenfalls Lucy erzählt.
,,Ja sehr.. Es ist wirklich interessant andere kennenzulernen und ihre Geschichte zu hören.." beantwortete ich ihre frage, wahrscheinlich zu emotional.
,,Ja, da hast du recht.." stimmte sie mir zu und sah gemeinsam mit mir in den Himmel.

,,Lucy?"
,,Hm?" kam es nur leise von ihr. Ich wandte meinen Blick vom Himmel ab um sie anzusehen.
,,Wie bist du hier her gekommen? Als ich zum ersten mal hier war.. warst du so ängstlich.. Du musst es mir aber nicht sagen" sanft sah sie mich an.
,,Das werde ich dir vielleicht ein anderes mal sagen, Elias. Jetzt müssen wir uns beeeilen. Du weißt, anscheinend hat Nastja gute Nachrichten die dich betreffen" ich nickte auf ihre Antwort, bevor wir uns beeilten zum Esszimmer zu kommen.

,,Wir sind da!" rief ich aufgebracht.
,,Hallo" begrüßten mich die anwesenden. Bis auf mich fehlte niemand. Wie immer setzte ich mich auf einen der freien Plätze, meistens auf den selben. Das Essen lag schon bereit auf den Tisch, weswegen alle nach meiner Ankunft sofort mit ihren Löffeln an fingen zu essen.

,,Lucy meinte ihr hättet gute Nachrichten für mich" warf ich in den Raum, um ein Gespräch anzufangen.
,,Ja, das haben wir. Wir haben nämlich deine Freunde gefunden" erzählte mir Dima sofort. Überrascht sah ich ihn an. Es ist nicht wirklich lang her, dass ich hier her kam.
,,Im Ernst?!" rief ich. Nastja und Dima nickten leicht. Aufgebracht ließ ih alles stehen und liegen und rannte zur Tür. Die rufe der anderen ignorierte ich gekonnt, bis ich dann irgendwann stehen blieb. Das Problem fiel mir erst jetzt auf. Ich wusste gar nicht wo sie sind.

Schnell rannte ich zurück.
,,Sorry" murmelte ich peinlich berührt. Alle Anwesenden fingen an zu lachen.
,,Kein Problem. Da du bestimmt nicht wirklich warten kannst, können wir ja das essen fürs erste stehen lassen und los gehen" mit großen Augen, nickte ich.

Auf direkten Weg gingen wir zum Auto und stiegen ein. Bedauerlich war nur, dass Lucy nicht mit kommen durfte. Mein Blick ging nach draußen, genau da wo Lucy steht. Sie lächelte mich nur leicht an, bevor sie sich nach vorne beugte. Ich hob nur die Hand und winkte ihr zu. Sie richtete sich auf, bevor sie mir ebenfalls zu winkte. So fuhren wir mit vier Autos los. Ich persönlich saß in dem zweiten Auto mit Nastja und Dima.

,,Wie habt ihr sie überhaupt so schnell gefunden?" fragte ich nach ner halben Stunde. Nastjas Kopf ging langsam nach hinten. Sie lächelte sanft mit einem wirklich süßen Lächeln.
,,Die drei, die du heute kennengelernt hast, haben sie gefunden"
,,Aber die drei waren doch bei mir"
,,Genau. Bevor sie dich getroffen haben, haben sie so gute Arbeit geleistet, dass nur noch ein vierter Elitesoldat das letzte Puzzle finden musste"

,,Ahh.. oke" glücklich sah ich hinaus aus dem Fenster. Wie das eine mal bei Jackson, sah ich nur das grün der Bäume. Ich hoffe nur sie sind alle heile.
Die Zeit verging und der Wald wurde zur Weide. Pferde sprintenden hin und her. Währenddessen spielten zwei Fohlen miteinander. Lächelnd sah ich ihnen zu, bevor das Auto langsamer wurde und wir in einer Hüte parkten. Überrascht sah ich mich um.
,,Dima, wo sind wir hier?"
,,Steig zuerst mal aus" ich nickte nur und stieg aus.
,,Als unsere Leute sie fanden, waren sie alle schwer verletzt. Daher konnten wir sie nicht zurück bringen. Wir mussten sie hier behandeln" besorgt folgte ich Dima in die Hütte mit Heu. Drinnen traf ich auf meine Schwester die neben einer Frau in schwarz saß. Weinend rannte ich auf sie zu und schmiss mich auf sie. Von Historia kam nur ein erstickendes lachen.
,,Warum werden wir immer von einander getrennt?"
,,Ich weiß es nicht, aber wir sind ja wieder zusammen" leicht löste ich mich von ihr und drückte meine Stirn gegen ihre.
,,Wie geht es dir? Ich hab gehört ihr seit schwer verletzt"
,,Mir geht es gut.. aber Mika hat es am meisten erwischt" ich sah sie nur kurz überprüfend an, bevor sie mich von sich aus zu Mika brachte. Sie humpelte, weswegen ich sie sofort aufhielt und zurück setzte.
,,Du bist verletzt.. Sag mir lieber wo er ist. Ich gehe alleine zu ihm" Historia nickte und zeigte mir den Weg mit ihrem Finger. Wieder nickte ich und lief los. Als ich um die Ecke lief, musste ich wieder anfangen zu weinen. Stumm ging ich auf Mika zu und kniete mich neben ihm. Ein Mann kniete an seiner rechten.
,,Du bist wohl ein Freund von ihm" ich nickte.
,,Ihm geht es langsam besser und er ist nicht mehr in Lebensgefahr, aber dafür sind seine Wunden trotzdem sehr tief. Er wird für eine Zeit lang schlafen und danach auch für eine Zeit lang nicht laufen können" sanft strich ich durch das blonde Haar.
,,Danke, dass du auf ihn aufgepasst und ihn gepflegt hast"
,,Du musst mir nicht danken, dass ist meine Aufgabe. Ich werde jetzt gehen" der Mann stand auf, verbeugte sich leicht und ging. Kurz sah ich ihm nach, bevor ich mich wieder auf Mika konzentrierte.

Einmal Gefangen, Immer Gefangen Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt