Fjedor schupste mich auf den Beifahrersitz und knallte die Tür zu, bevor er selber einstieg und wir unauffällig weg fuhren, da sah ich die Polizei auch schon das Gebäude betreten. Ängstlich drückte ich mich in den Sitz und schnallte mich noch schnell an. Ich ließ meinen Blick zu seinen Händen am Lenkrat wandern. Spätestens jetzt sollte ich realisiert haben, dass wenn wir wieder alleine sind, ich meine Strafe bekommen werde. Eine strafe dafür, dass Fjedor mich fast verloren hätte.
Tränen bildeten sich in meinen Augenwinkeln. Warum habe ich das getan? Warum musste ich so dumm sein und dieses Mädchen ansprechen? Ich bin so behindert!
Mein Körper zitterte, dabei weinte ich leise vor mich hin. Ich hoffe meine Strafe wird nicht zu hart.
Wir kamen am Haus von Mr. Weins an. Fjedor stieg aus und ging mit der beschissensten Laune ever in dieses. Man könnte es aber eigentlich gar nicht wirklich als Haus bezeichnen, aber das ist jetzt nicht wirklich ein Thema.
Nach kurzer Zeit sah ich Fjedor Historia und Mika aus dem Haus scheuchen. Sofort stiegen beide ein und musterten mich besorgt.
,,Eli was ist passiert'' flüsterte Historia mir so leise wie möglich zu, denn Fjedor stand noch draußen und unterhielt sich mit seinem Vater.
,,Historia..'' schluchzte ich ängstlich. Ich drehte mich leicht zu ihr, sofort nahm sie mein Gesicht in die Hand.
,,Broo das kann nicht so schlimm sein, komm schon'' versuchte mich Mika aufzuheitern. Ich schüttelte nur den Kopf.
,,Brudder ich hab verdammt noch mal scheiße gebaut. Ich habe ohne nach zudenken ein Mädchen angesprochen und nach hilfe gefragt'' schrie ich ihnen entgegen. Sofort drehte ich mich um und bemerkte mal wieder wie beschissen meine Lage ist.
,,D-Du hast was?! Du bist doch lebensmüde'' schrie mich Historia an. Ich weiß ja das es dumm war.
,,Historia'' grummelte Mika.
,,Es war eine Kurzschlussreaktion. Er hat die Chance gesehen und sie ergriffen. Einen Versuch war es trotzdem wert, aber die Strafe die du bekommen wirst wird wahrscheinlich sehr hart werden''
,,Ich weiß doch..'' wisperte ich verzweifelt. Da kam auch schon Fjedor zurück und setzte sich ins Auto. Die beiden hinten schnallten sich sofort leise an. Es war einfach nur komplett still.
Die Fahrt dauerte diesmal länger. Ich weiß nicht wie lang, aber es fühlte sich so lange an. Ich frage mich die ganze Zeit, was er mit mir machen wird wenn wir Daheim sind.
,,Bei mir zuhause gibt es nur einen Bediensteten, deswegen werdet ihr ihm helfen. Habt ihr mich gehört ihr beiden da hinten?'' ich sah in den Rückspiegel, sowie Fjedor. Beide nickten hastig.
,,Gut... und du Elias..'' ich schreckte sofort innerlich auf. Shit.
,,Ja, Meister?'' kam es leise von mir. Mein Blick war auf meine Oberschenkel gerichtet, da bemerkte ich wie stark diese zitterten, sofort legte ich meine beiden Hände drauf und versuchte sie still zu halten.
,,Fürs erste werde ich nichts machen. Wie ich dir eben gesagt habe werden wir heute Abend weg gehen, dafür wollte ich noch ein paar Dinge kaufen, aber das wird jetzt jemand anderes übernehmen''
Fjedor seufzte nur genervt und fischte sein Handy aus der Hosentasche. Auf diesem tippte er ein paar mal drauf, bevor er es sich ans Ohr hielt.
,,Ja, du musst für mich was erledigen. Ich schick dir eine Listen von Sachen die ich brauche... Ja so schnell wie möglich. Spätestens heute Abend sollten die da sein..'' Fjedor nahm sein Handy vom Ohr und legte auf. Schnell schickte er noch etwas der Person mit der er telefoniert hatte, bevor wir abbogen und stehen blieben.
,,Gut sind da, steigt aus'' gehorsam stiegen wir alle aus und liefen ins Haus.
Überrascht blieb ich aber stehen. Es war ein gewöhnliches Haus und keine Villa.
,,Elias komm'' rief mir Fjedor von der Tür aus zu. Ich zuckte leicht auf, nickte, bevor ich dann aber zu ihm rüber rannte. Ich lief schon mal vor und kam auch direkt in das Wohnzimmer. Mika und Historia standen mitten drin und wussten selber nicht wo hin mit sich.
,,Setzt euch auf die Couch fürs erste. Ihr könnt solange ich Essen mache Fernsehen''
,,Ähm okey, danke'' sagte ich unterwürfig. Fjedor jedoch zichte nur und lief an uns vorbei in die Küche. Währenddessen setzten wir uns auf die Couch. Historia griff nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher an.
,,Was wollt ihr schauen''
,,Las mal die Nachrichten gucken. Um diese Uhrzeit gibt es keine guten Filme und kein Plan wie man auf dem Fernseher Netflix oder so an macht'' kam es von mir. Beide nickten und wir suchten nach einem Deutschen Sender, den wir auch schnell fanden.
Zu unserem überraschen sahen wir plötzlich Historia und meinem Vater. Er hatte gerade unter Tränen gesagt, dass er seine Kinder wieder haben will, als die Kamera zu einer Frau wechselte.
,,Achja, der spielt verdammt gut'' brummte ich abgeneigt und lehnte mich zurück.
,,Ich glaube er vermisst uns wirklich, Eli'' kam es verteidigend von Historia.
,,Er fühlt sich bestimmt nur einsam und hat keinen auf den er drauf schlagen kann'' sagte Mika ebenfalls abgeneigt von ihm.
,,Ich war doch dabei, Historia. Und das oft genug. Dein Vater würde niemals um Elias heulen und wenn dann nur weil er niemanden mehr hat zum boxen oder weil seine geliebte Tochter verschwunden ist'' Meine Schwester biss sich auf die Lippen, doch blieb leise.
Wir sahen uns weiter die Nachrichten an. Gerade kamen verschiedene Eltern und sprachen auch einige Worte. Einige von ihnen kannte ich. Sie waren ja die Eltern von Freunden oder Klassenkameraden.
,,Die weinen ja alle..'' flüsterte Mika mit zitternter Stimme.
,,..Ich heule gleich mit wenn die net aufhören'' schluchzte Mika seinen Satz zuende. Ich stand nur grinsend auf und setzte mich neben ihn, um meine Arme dann um ihn zu legen.
,,Ach Mikachen.. Du brauchst doch nicht weinen'' sanft drückte ich seinen Kopf an meine Brust und legte meinen Kopf auf seinen.
,,Aber das ist so traurig, vor allem Yuus Eltern'' ich lächelte aufmunternd.
,,Hm, riecht es hier gut'' flüsterte Historia und hob ihre Nase in die Luft. Ich tat es ihr gleich und nahm sofort den leckeren Duft von Fjedors Essen war. Ich hoffe er lässt uns auch etwas von dem Essen ab.
,,Ihr sollten das lieber nicht schauen'' sagte Fjedor plötzlich aus dem nichts. Er nahm sich genervt die Fernbedienung aus Historias Hand und schaltete auf einen Russischen Kanal.
,,Wir werden in der Küche essen'' er warf die Fernbedienung auf die Couch, bevor er wieder hinter einer Tür verschwand.
,,Komm Mika, wisch dir die Tränen weg. Ich glaube wir bekommen auch etwas zu essen'' ich drückte mich etwas von Mika weg. Er hörte auf mich und wischte seine Tränen weg, bevor wir alle in die Küche gingen.
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Einmal Gefangen, Immer Gefangen
RandomEin Junge namens Elias, von dem die Mutter in frühen Jahren verschwand, lebt mit seinem Vater und seiner Zwillingsschwester zusammen. Seit dem seine Mutter weg ist, wird er von seinem Vater geschlagen, gedemütigt und beleidigt. Jedoch kann er gegen...
