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,,Du musst dich nicht bedanken, Elias. Ich habe dich in diese Situation gebracht und werde dich wieder heraus holen. Ich werde dich nachhause bringen und auch deine Schwester und Freunde" langsam löste ich mich von ihm, bevor ich in seine Augen sah.
,,Wein nicht. Das steht dir nicht" ich fing an zu kichern.
,,Aber bevor ich euch nachhause bringe, müssen wir zu Nastja" verwirrt sah ich ihn an. Der Name war mir doch verdammt vertraut.
,,Keine Sorge. Nastja ist eine nette Frau. Sie is Menschenhändler, aber trotzdem sehr nett"
,,H-Höhrt sich.. sniff.. aber schon irgendwie komisch an. Mee-Menschenhändler und gleichzeitig nett. Was machen wir da überhaupt.. sniff?" Flüsterte ich ihm zu, leider mit einer gebrochenen Stimme und nicht gerade deutlich.
,,Wir müssen deine Wunden versorgen und einen Weg finden dich zurück zu bringen ohne das die Polizei mitbekommt, dass gerade ein paar verschollene Kinder zurück gebracht werden. Sie ist sozusagen der wichtigste Händler für uns und auch für andere, aber besonders für uns" verstehen nickte ich.
,,Wir sollten jetzt los. Im Auto kannst du dich ausruhen"

Aus dem nichts hob mich Dima hoch. Panisch schlang ich meine Beine um seine Hüfte und hielt mich am Hals von Dima fest.
,,Keine Sorge, ich lass dich schon nicht fallen" hauchte er mir an mein Ohr, bevor seine Beine sich begannen zu bewegen und wir das Gebäude verließen.

Meine Augen schlossen sich langsam. Die Schmerzen in meinem Körper verschwanden nicht, aber das ausruhen und entspannen lindert den Schmerz nur dezent. Die Autotür eines fremdem Autos wurde geöffnet. Darauf wurde ich langsam und vorsichtig auf den Beifahrersitz gesetzt, wie ich es erkannte nachdem ich meine Augen geöffnet hatte. Er schnallte mich noch schnell an, bevor er die Tür zuknallte und rüber rannte zur Fahrer Seite. Hastig stieg er ein. Das Auto startete schon direkt nachdem die Tür sich schloss. So fuhren wir weg.
,,Du kannst etwas schlafen. Wenn du möchtest" ich schüttelte nur leicht den Kopf.
,,Bitte.. sag mir was mit Fjedor passiert ist.." bittend sah ich zu ihm rüber. Ein kurzer Blick auf mich ließ ihn  erstarren, bevor er seinen Blick wieder nach vorn richtete.
,,Schau mich nicht so an, Elias. Ich kann mir gut vorstellen, dass du sehr starke Gefühle für Fjedor entwickelt hast, aber er ist niemand den du als Freund haben möchtest.. Ich muss dir aber die Wahrheit sagen.." seufzend schloss er kurz seine Augen, bevor er wieder nach vorn sah auf die Straße.
,,Fjedor wurde von Iwan erschossen. Zwei schüsse fielen.. einer ins Herz und der andere in den Bauch. Iwan wollte ihn nicht sofort erschießen und ließ ihn auf dem Boden verbluten. Die anderen haben einige von Iwans Leuten ermordet und sind so schnell wie möglich verschwunden. Bis auf Fjedor haben es alle anderen irgendwie geschafft zu verschwinden" erzählte mir Dima und bog dabei von der Straße auf einen Waldweg ab.

Gut, solange wenigsten ihnen es gut geht. Teilweise glücklich, schloss ich meine Augen und versuchte zu schlafen. Es würde mir bestimmt jetzt sehr gut tun. Mein ganzer Körper entspannte sich und ich spürte förmlich wie ich in einen angenehmen Schlaf fiel.

Meine Augen weiteten sich und panisch versuchte ich mich zu beruhigen. "Es ist nur eine Waffe und Fjedor wird dich beschützen" genau das versuchte ich mir die ganze Zeit einzureden. Nur eine Waffe würde niemanden beruhigen, aber Fjedor würde mich beschützen. Da bin ich mir sicher.

,,Waffe runter, du Dreckskerl" knurrte Fjedor hinter mir. Seine Hände legte er an meine Hüfte, um mich dann hoch zu heben und auf den Fußboden zu setzten.
,,Wir reden darüber später" hauchte er mir leise ins Ohr. Ich nickte nur ängstlich.
,,Du denkst doch nicht wirklich das ich auf dich höhre, Fjedor" zischte Iwan belustigt. Eine kleine Handbewegung ließ den Mann neben Iwan auf uns zulaufen. Er griff nach meinem Haar und zog mich weg von Fjedor. Dieser wollte mich gerade noch greifen und wieder zurück zu sich holen, doch davor schoss ihm Iwan in den Bauch.
,,FJEDOR!" schrie ich aus Panik, als ich plötzlich das Blut aus Fjedors Mund kommen sah. Die Farbe seines Oberteils färbte sich rot. Man sah ihm genau an, dass es höllische Schmerzen hat, die er gerade ertragen muss.
,,Mach dir keine sorgen" flüsterte er mir noch zu. Seine Augen waren halb geschlossen, während das Blut nur so aus ihm floß.

Von wegen keine Sorgen machen. Ich schrie herum, dass er mich doch verdammt noch mal loslassen soll, dabei wendete ich mich in den Armen des fremden. Trat ihn, kratzte ihn und biss ihn, doch bevor er überhaupt auf die Idee kam mich los zulassen, schlug er mir mit vollerkraft ins Gesicht, sodass ich sofort das Bewusstsein verlor. Meine Sicht wurde immer schwärzer, während mein Körper immer schwerer wurde.

Ich schreckte aus meinem schlaf auf und sah mich hastig um. Ich saß in einem Auto. Neben mir sitzt immer noch Dima der konzentriert nach vorn schaut.
,,Wohl kein guter Traum" kam es von ihm. Ich schüttelte nur wie immer den Kopf.
,,Nein, ich glaube ich habe das geträumt was vorhin passiert ist. Bis zu dem Punkt wo ich ohnmächtig wurde, weiß ich jetzt was passiert ist" bedrückt sah ich auf meinen schoß.
,,Ich verstehe.."

Deprimiert sah ich hinaus aus dem Fenster. Jetzt hatte ich nur noch meine Freunde.. Zu Vater will ich nicht gerne zurück, aber für Historia mach ich das. Sie liebt ihn, auch wenn er so was mit mir macht.

,,Wir sind da" Informierte mich Dima. Sofort hielt das Auto an und er stieg aus. Hastig folgte ich ihm. Wie immer natürlich gingen wir beide auf eine große Villa zu. Eine Frau und ein Mann stehen gemeinsam vor einer großen Tür und warten offensichtlich auf uns. Desto näher wir kamen desto bekannter wurden mir die beiden. Bis wir dann direkt vor ihnen standen. Da fiel mir wieder ein. Nastja, die Frau die wir als erstes hier in Russland getroffen haben und die das sagen hat und neben ihr Vladimir, der grimmige Typ der wie ein Schatten hinter Nastja läuft.

Nastja sah sich zuerst Dima an.
,,Was hast du diesmal gemacht. Schlägerei oder ein Auftrag?"
,,Nichts von beiden" antwortete er ihr mit einem verzweifelten Lachen. Darauf sah sie zu mir rüber. Überrascht drehte sie sich darauf komplett zu mir. In einem wunderschönen schwarzen Kleid und schwarz roten Highheels, kam sie auf mich zu. Ihre sanften und zarten Hände legten sich um mein Gesicht und hoben es etwas hoch.
,,Du bist doch der Junge, den mir die Leute dieses Bastards weggenommen haben"
,,Kann man so sagen, hehe" kam es von mir. Zum Glück ist meine Stimme wieder da.

Einmal Gefangen, Immer Gefangen Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt