Die Müdigkeit überkam mich leicht. So schlossen sich langsam meine Augen, doch etwas was sich um meinen Bauch und hüfte schlung, ließ mich leicht aufschrecken. Ich merkte aber schnell, dass es der dünne Arm von Fjedor war, der sich nach meiner Nähe sehnte.
,,Hast du schmerzen?" fragte ich ihn vorsichtig. Er schüttelte nur den Kopf und drückte mich näher an sich.
,,Emina, gibst du mir bitte eine Tablette von vorne. Meine Nase schmerzt" sie sah kurz in den Rückspiegel, dann kramte sie eine Tablette aus den Fächern raus und warf sie mir zu.
,,Hvala" (Danke) sagte ich noch und schob mir das kleine weiße Ding in den Mund. Auch wenn es nicht so rüber kommt, meine Nase tut höllisch weh.
Wir kamen auch schnell an. Vorher hatten sich die anderen noch gemeldet und bescheid gegeben, dass sie unterwegs sind. Fjedor war vor kurzem vor Erschöpfung eingeschlafen, daher trug ich ihn auch ins Gebäude hinein. Es war stock dunkel, daher schliefen die meisten, außer die Wachen, aber die würden Fjedor so oder so nicht erkennen. Im Flur, unterhielten Emina und ich uns kurz.
,,Ich glaube nicht, dass wir es ihnen so verheimlichen können. Er ist ein Jahr tot geglaubt worden. Es ist wichtig ihnen das jetzt mit zuteilen"
,,Ich weiß doch, aber das wäre viel zu viel Aufregung. Es wäre doch möglich ihnen morgen alles in Ruhe mitzuteilen. Bitte, Emina. Ich werde mich um ihn kümmern und ihn einmal auschlafen lassen.. bitte" versuchte ich sie zu übereden. Emina seufzte nur genervt.
,,Nagut. Wir klären das Morgen früh um acht. Verspäte dich nicht" ich nickte lächelnd.
Zusammen mit Fjedor in meinen Armen, machte ich mich auf dem Weg auf mein Zimmer. Er hatte deutlich an Gewicht verloren. Es war schokierend. Fjedor sah schlimmer aus, als jeder andere Gefangene den ich in der Zeit, wo ich hier in Russland war, gesehen habe. Was hat diese Frau nur mit ihm angestellt?
Vorsichtig legte ich ihn in mein großes Bett, dabei wachte er auf.
,,Sorry, wollte dich nicht wecken" entschuldigte ich mich.
,,Macht nichts" murmelte er. Ich lies ihn dort liegen und holte mir etwas zum waschen. Ein Tuch und eine kleine Wanne mit warmen Wasser. Die beiden Sachen brachte ich zu meinem Bett, genauso wie einen Verbandskasten.
,,Wäre es dir lieber zu sitzen oder zu liegen während ich dich wasche?" er zuckte nur mit den Schultern und setzte sich hin. Meine Bedeckung, die ich schon lange vergessen hatte, zog ich mir aus. Vorsichtig half ich Fjedor dabei seine Kleidung abzulegen.
Sein Oberkörper sah grauenhaft aus. Ihr könnt euch gerne alle möglichen Verletzungen vorstellen, denn er hat alle, die ich mir gerade vorstellen konnte. Vorsichtig säuberte, desinfizierte und verbannt ich seine Wunden. Die dreckingen Sachen brachte ich weg. Ein paar weite Klamotten suchte ich aus meinem Schrank raus und zog ihm an.
,,Ich hol dir noch etwas zu essen, warte hier.." er schüttelte nur den Kopf. So ging ich dann doch nicht.
,,Ich habe keinen hunger.. Ich bin müde.."
,,Ich verstehe.. Soll ich mich zu dich legen?" fragte ich ihn vorschtig. Fjedor nickte mit seinem schweren Kopf.
So zog ich mich schnell um. Vorsichtig legte ich mich neben ihm. Fjedor zog mich, ohne auf seine Wunden zu achten, an seinen Körper.
,,Gute Nacht.." murmelte ich ihm zu. Meine Arme schlangen sich auch um seinen Körper. Die leichte
Überforderung meines Körpers von eben, ging ein wenig zurück. So verspürte ich auch keine unerträgliche Hitze mehr in mir.
Die Nacht verging ohne einmal wach zu werden. Ich schlief gut, doch bei Fjedor wusste ich es nicht genau. Es konnte auch sein, dass er die ganze Nacht wach gelegen hat. Denn als ich wach wurde, war er schon lange wach und starte mich an. Ich begleitete Fjedor ins Bad. Bei jeder Aktivität, die er ausübte, half ich ihm. Kurz vor acht, machten wir uns auch auf dem Weg in den Speisesaal. Dort wollten wir zusammen Frühstücken und über die Sache sprechen, meldete mir Emina. Leider gab es das Problem mit Fjedors Freunden. Obwohl die alle ein eigenes zuhause haben, verbrachten sie viel Zeit hier in Nastjas Anwesen. Darum müssen wir, damit meine ich Daniel, Nik, Melina, Berfin, Emina und ich, in Uniform kommen. Ich zog meine Maske wieder auf. Zum Glück war heute morgen, bevor wir los gehen wollten, der Arzt noch in der Nähe. Er hat sich kurz um meine Nase gekümmert. Er meinte, es würde noch etwas dauern bis sie verheilt, war aber auch klar.
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Einmal Gefangen, Immer Gefangen
SonstigesEin Junge namens Elias, von dem die Mutter in frühen Jahren verschwand, lebt mit seinem Vater und seiner Zwillingsschwester zusammen. Seit dem seine Mutter weg ist, wird er von seinem Vater geschlagen, gedemütigt und beleidigt. Jedoch kann er gegen...
