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Nachdenklich sah ich aus dem Autofenster. Fjedor und ich waren vor wenigen Minuten los gefahren. Alleine. Unser Ziel ein Eisladen oder wie man die net. Könnte man auch Restaurant nennen, nur mit Eis. Ich hoffe mal den anderen passiert nichts solange ich weg bin. Vor allem Mika und Historia. Eine große Hand legte sich auf meinen Kopf und kraulte mich dort etwas. Die Perücke hatte ich noch nicht an. Fjedor sagte mir, dass ich sie später anziehen kann. Mein Blick richtete sich auf meinen Meister. Diese warf mir nur ein sanftes Lächeln zu, bevor er sich wieder zur Straße drehte.
,,Worüber denkst du nach?'' fragte er dann. Seine Hand löste sich von meinen Kopf.
,,Über nichts..'' murmelte ich. Fjedor jedoch glaubte mir nicht, obwohl ich eigentlich ja nur ganz kurz über Mika und Historia nachgedacht habe.
,,Wir sind gleich da. Zieh dir also die Perücke an'' ich nickte. Schnell zog ich diesen Strumpf oder so über den Kopf, um dann die Perücke anzuziehen. Kurz sah ich noch in den kleinen Spiegel den ich dabei hatte, um alles noch mal zu richten. Man darf ja nicht sehen, dass die fake sind. Der kleine Spiegel verschwand wieder in meiner Rocktasche.

Also zuerst, fragt mich nicht warum ich diesen Spiegel habe und die Rocktasche.. tja. Ich hab halt so nen Karierten Rock mit mini Tasche an.

So kamen wir an und stiegen aus. Fjedor schnappte sich sofort meinen Arm. Ich hackte mich darauf bei ihm ein. Gemeinsam liefen wir in den Laden.
,,Such dir einen Platz aus'' flüsterte mir Fjedor ins Ohr. Ich nickte verlegen. Suchend sah ich mich nach einem Platz um.
,,Da, Meister'' rief ich etwas zu hysterisch. Lachend sah er rüber wo ich hin zeigte.
,,Hm, ein schöner Platz'' wir liefen rüber und setzten uns auf die Plätze nebeneinander.

Der Platz ist mega schön. Wir sitzen nämlich ganz hinten in der Ecke. Neben uns waren große Fenster mit einer guten Aussicht nach draußen auf die Straße wo dauernd irgendwelche Leute vorbei liefen. Na klar, ist nicht die schönste Aussicht, aber die Läden sehen sehr interessant aus, sowie die Menschen. Wenn ich so drüber nachdenke, hat jeder von ihnen seine eigenen Probleme und auch seine eigene Geschichte. Wie gern ich sie jetzt hören möchte..
,,Hallo, Elias'' Fjedor fuchtelte plötzlich mit seiner Hand vor meinem Gesicht herum, weswegen ich ihn nur fragend ansah.
,,Du warst abwesend... Welches Eis möchtest du?'' fragte mich Fjedor. Nachdenklich nahm ich mir die Karte vom Tisch und schaute sie mir kurz an.
,,Ich möchte bitte den Schokoeisbecher mit einer doppelten Portion Sahne'' bat ich den Kellner neben Fjedor. Dieser nickte nur lächelnd und schrieb sich meinen Wunsch auf. Bevor er ging fragte er noch Fjedor was er den möchte, aber ab dann hörte ich wieder nicht mehr zu. Meinen Kopf stützte ich auf meinen Handrücken und sah hinaus.

Da klingelte Fjedors Handy wieder. Der bekommt ja mehr Anrufe in der Zeit in der ich hier bin, als ich in meinem ganzen Leben schon bekommen habe.
,,Hm.. Warte kurz'' neugierig sah ich zu Fjedor, der das Handy von seinem Ohr nahm. Schnell sagte er mir, dass er kurz aufs Klo geht. Natürlich warnte er mich noch. Zur sicherheit, bevor ich doch noch irgendwie auf die Idee komme abzuhauen. Dabei tippte er mir leicht auf den Nacken, dann ging er.

Ängstlich legte ich meine Hand auf die Stelle wo er eben drauf getippt hatte. Ganz leicht spürte ich eine kleine Narbe an der Stelle und zuckte zusammen. Er hat mir also doch nen Peilsender angelegt. Ich wusste es. Es war eine gute Idee gestern nicht auf die anderen zu hören. Erleichtert atmete ich aus, aber dann kam die nächste Überraschung. Ein junger Mann setzte sich auf den Stuhl mir gegen über. Verwirrt sah ich darauf in sein Gesicht. Sofort hatte ich das Gefühl meine Seele würde aus meinem Körper entweichen.

,,Ich hätte nicht gedacht, dass du auch in Frauen Kleidung so gut aussiehst, Elias'' brummte er grinsend.
,,D-Dim-a..'' stotterte ich übels ängstlich. Wobei warum eigentlich. Er hat uns damals beschützt und sogar vor Jackson gewarnt.
,,Jep. Ich bin Dima der 120 Kilo Typ der dich vor Fjedor eigentlich beschützen wollte'' seufzend legte er seinen Kopf auf seinen Handrücken, genauso wie ich eben.
,,Was machst du hier? Fjedor ist gerade auf Klo, aber sollte gleich wieder kommen. Du solltest lieber gehen'' warnte ich ihn. Er muss hier unbedingt weg. Wenn Fjedor wieder kommt, dann wird er ausrasten und mein Eis kann ich danach auch nicht mehr essen.
,,Ja ich weiß, aber davor muss ich dir etwas vorschlagen'' ernst sah mich Dima an.
,,Und das wäre?''
,,Ich habe mich mit Iwan verbündet-..''
,,Was!?''
,,Warte hör mir einfach zu. Ich habe mich mit ihm verbündet um Jackson zu befreien. Iwan wird heute noch zu 'besuch' kommen und den Anfang unseres Planes ausführen'' erzählt er mir.
,,Was für einen Plan?''
,,Den erzähle ich dir erst wenn du zustimmst. Komm mit mir mit. Ich werd dich hier raus holen und deine Freunde und dich nach hause bringen'' er stand auf und streckte mir seine Hand entgegen. Mit großen Augen blickte ich auf diese große Hand vor meinen Augen. Ich schluckte nur und schloss meine Augen.

Ich kann nicht gehen.. wenn ich das tue, dann... Ich schlug meine Augen auf und schob seine Hand weg.
,,Ich werde nicht mit dir gehen. Ich bleibe hier bei Fjedor. Wahrscheinlich denkst du ich wär dumm oder wirklich naiv, aber das ist meine Entscheidung. Keine Sorge ich werde Fjedor nichts von dem hier erzählen, als dank dafür das du mir helfen wolltest und mich auch beschützt hast... aber du solltest jetzt gehen..'' Dima seufzte. Er stand auf und wollte eigentlich gehen, davor jedoch drehte er sich zu mir um.
,,Überlegs dir noch mal.. und sei vorsichtig. Fjedor ist und bleibt ein brutaler Mensch. Vertrau ihm nicht zu sehr'' darauf ging er und kurz darauf kam Fjedor in den Raum zu mir. Er setzte sich ahnungslos neben mich, aber mein Blick verriet ihm, dass irgendwas passiert war.
,,Was ist los?'' fragte er mich, drehte sich zu mir und hob mein Kinn leicht an. Ich biss mir verlegen auf die Lippen.
,,Ich hab nur einen so großen Hunger, Meister'' murmelte ich. Fjedors Mundwinkel gingen langsam hoch. Da stahl er plötzlich einen Kuss von mir.
,,Da kommt der Kellner schon''

Einmal Gefangen, Immer Gefangen Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt