Mir fiel nur die einzige Schwachstelle ein, die Darwin, wie jeder andere Mann, hatte. Und so kickte ich ihm zwischen die Füße. Dies hatte auch die gewünschte Wirkung, denn Darwin stöhnte schmerzvoll auf und sein Oberkörper bog sich etwas nach vorne. Doch viel länger konnte ich das Resultat meines Schlages nicht beachten. Wiedermal rannte ich los so schnell ich konnte. Hinter mir hörte ich schon wieder Darwins Schritte doch ich dachte nicht daran, aufzugeben. Etwas vor mir erkannte ich eine Schlucht. Aber da war auch eine Brücke die über diese Schlucht führte, auf diese eilte ich zu. Diese war auch meine Rettung, was ich daran bemerkte, dass Darwin mir nicht mehr folgte. Er war vor der Brücke stehen geblieben. Von weitem eilte Raphael in seiner Wolfsgestalt her und verwandelte sich vor der Brücke. „Silvester komm zurück. Es reicht jetzt! Wir können das alles friedlich klären!" sprach Raphael ziemlich verzweifelt, sodass er mir fast schon leid tat. So schnell fiel ich aber nicht auf ihn rein. „Du hast mich gebissen, mich eingesperrt und mich noch gegen meinen Willen geküsst. Du kannst nichts friedlich regeln. Für dich gilt sowieso nur immer das was du willst!" schrie ich ihn an. Insgeheim fragte ich mich, wieso sie mich nicht einfach schnappten. Sie sind zu zweit und waren um einiges schneller als ich. Für sie wäre es ein leichtes Spiel. Es scheint aber so als würde etwas sie davon abhalten. Nur was?
„Silvester komm einfach von der Brücke runter." sagte nun Darwin und sah mich bittend an. „Nein" beharrte ich stur. „Silvester wir können dich nicht schützen von dem was hinter der Brücke liegt. Du willst nicht dahin glaub mir." mischte sich Raphael wieder ein doch ich wollte nichts davon wissen. „Solange ich euch los bin habe ich nichts zu befürchten!" meinte ich und wendete mich schulterzuckend ab, um die Brücke zu überqueren. Ich hörte noch wie sich Raphael an Darwin wandte und ihn anschrie, dass er mich hätte aufhalten sollen und so weiter. Doch ich marschierte einfach unbeirrt weiter und hörte Raphael knurren und schreien. Ja er drohte mir sogar, doch ich ignorierte ihn und setze meinen Weg fort, solange bis ich seine Schreie nicht mehr hörte.
An einem Baum gelehnt war ein Junge, der mich erst musterte und dann auf mich zu lief. „Was machst du hier?" fragte er mich ohne mich zu begrüßen. „Und von wem kommt das schreckliche Gebrüll?"
Ich sah zu dem Jungen und analysierte ihn etwas genauer. Er war ziemlich mager und hatte braune Haare. „Was du hier machst hab ich gefragt?" motzte er nun aggressiver. Seufzend blickte ich ihm in die Augen. Der Junge war kaum größer als ich selbst. Seine Augen waren in einem schlichten braun gehalten. Ansonsten war seine Hautfarbe sehr blas. Der Junge war nicht wirklich attraktiv für mich. Er machte vor allem einen sehr unsympathischen Eindruck auf mich. Darwin im Vergleich sah viel besser aus.
Raphael hatte natürlich noch den besseren Körper, doch ich möchte keinen Gedanken mehr an diesen Mann verschwenden. Wenn er nicht so ein schrecklicher Charakter hätte, wäre ich Raphael wahrscheinlich verfallen. „Ich bin auf der Flucht." antwortete ich dem Jungen schließlich. „Ach ja? Und vor wem?" wollte er dann noch wissen. „Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig!" sprach ich mit fester Stimme. Das ging ihn doch alles nichts an. Womöglich diente dieser Kerl noch Raphael und dann wäre ich wieder bei ihm. Ich musste auf der Hut sein. Dazu gehört, dass man nicht jedem blindlings vertraut. „Niemand betritt einfach das Reich der Hexen! Wir leben hier friedlich ohne Vampire und Werwölfe, also was machst du hier? Von wem flüchtest du?" verlangte er zu wissen. Doch ich schwieg. Argwöhnisch musterte er mich und schritt noch einen Schritt auf mich zu und wollte mich packen. Allerdings wich ich ihm aus. Noch einmal lasse ich mich nicht einfach von jemandem verschleppen und einsperren. „Fass mich nicht an." fuhr ich ihn an.
„Was geht hier vor sich?" erkundigte sich ein anderer Junge der durch die Bäume auf uns zu kam. „Sie sagt mir nicht, was sie hier will!" brummte mein Gegenüber genervt. Der Fremde musterte mich von oben bis unten mit einem schiefen Grinsen. „Ich bin Jax." stellte er sich vor und hielt mir seine Hand hin, die ich annahm. „Silvester" stellte nun auch ich mich vor. „Schöner Name" grinste er mich schon wieder so verwegen an. „Komm mit du hast bestimmt Hunger und brauchst ein Schlafplatz." sagte er und drehte mir den Rücken zu. „Jax du kannst sie nicht einfach mitnehmen. Du weißt nicht einmal wer sie ist. Wir müssen sie erst zu den Hexenrat bringen und dann wird dort beschlossen, was mit ihr gemacht wird." beharrte der eine Typ. Jax warf nur ein Blick über seine Schulter zu mir und zuckte dann mit seinen Schultern. „Ich nehme die Verantwortung auf mich, Ed. Sie sieht nicht gefährlich aus. Der Hexenrat hat wichtigeres zu tun als sich mit einem Mädchen zu beschäftigen. Also kommt lasst uns was essen. Ich habe Hunger."
Und so kam es, dass ich mit diesen beiden Jungs durch den Wald schlenderte. Jax war ein cooler Typ. Wir blödelten ziemlich viel rum und verstanden uns bestens. Dieser Ed hingegen war nicht sehr erfreut über meine Anwesenheit und ignorierte mich. Also machte ich es gleich und beachtete ihn auch nicht. Wie er wollte. „So Silvester hier sind wir." sagte Jax und hielt vor einer Hütte an. Auf dem Weg hat er mir erzählt, dass er in dieser Hütte mit seinem Vater und Ed wohnte. Ed war anscheinend sein Cousin. Warum er bei auch bei ihnen wohnte wurde mir nicht gesagt und ich wollte auch nicht nachfragen, denn dies ging mich nichts an. Ein Mann war vor der Hütte am Holz hacken, hörte allerdings gleich auch als er die Jungs und mich kommen sah. Sein Blick blieb an mir hängen. „Das ist Silvester, Vater. Sie wird uns wohl in nächster Zeit etwas Gesellschaft leisten." erklärte ihm Jax. „Ist dem so?" fragte mich Jaxs Vater. „Natürlich nur wenn es keine Umstände macht." meinte ich. Jax Vater lachte daraufhin. „Umstände macht es." sagte er „aber du darfst gerne bleiben. Wir haben noch Platz." fügte er hinzu. Ich lächelte ihn dankbar an und wurde daraufhin von Jax in die Hütte gezogen. Er richtete einen Schlafplatz aus Stroh für mich her und gab mir eine Decke. „Weißt du Ed mag etwas unfreundlich erscheinen aber er hat viel durchgemacht und vertraut Leuten nur sehr schwer. Nimm es ihm also nicht übel." erklärte mir Jax. Ich nickte als Zeichen, dass ich verstanden hatte.
Wenig später saß ich mit Jax, seinem Vater und Ed an einem Lagerfeuer. Sie aßen alle gegrilltes Fleisch, während ich auf einem leeren Brot herum kaute. Das Gemüse und die Kochkünste von Raphaels Schloss ging mir zwar ab, aber trotzdem fühlte ich mich wohl bei den Dreien. Ed redete immer noch nicht mit mir und hielt sich auch aus den meisten Gesprächen raus. Doch mit Jax und seinem Vater unterhielt ich mich gut. Beide hießen mich willkommen und haben bis jetzt noch nichts von mir wissen wollen, was allerdings nicht lange hielt, denn Ed schien es nicht loszulassen. „Sie soll endlich sagen woher sie kommt und von wem sie flüchtet. Ihr könnt nicht einfach jemanden aufnehmen ohne zu wissen, welche Folgen das haben könnte." kam es wütend von ihm. Woraufhin er aufstand und in der Hütte verschwand. Ich seufzte. Ed hatte ja Recht. Sie verdienen es die Wahrheit zu erfahren. Jaxs Vater musterte mich und auch Jax sah mich neugierig an. Mein Zögern hieß für sie wohl, dass ich nicht darüber sprechen wollte, denn Jaxs Vater erhob sich und auch Jax wollte aufstehen. „Wartet" hielt ich sie auf. „Silvester es ist schon gut. Ich denke nicht, dass von dir eine Gefahr ausgeht. Wenn du soweit bist dann kannst du es uns erzählen. Morgen stelle ich dir ein paar Leute vom Dorf vor, aber lass uns jetzt schlafen gehen." unterbrach mich Jax.
Trotz dem unbequemen Bett schlief ich in dieser Nacht schnell ein.
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In a different World
Фэнтези„Mein König wir haben dieses Mädchen im Wald gefunden." mit diesen Worten verbeugten sich meine Entführer. Mein Blick war immer noch auf den Boden gerichtet, in dem ich am liebsten auf der Stelle versinken würde. „ALLE SOFORT RAUS HIER" schrie eine...
