Silvesters Sicht
Ich verbrachte den ganzen Tag im Bett. Meine Mutter kümmerte sich um mich. Sie brachte mir einen Tee nach dem anderen gab mir auch eine Tablette, welche ich zwar schluckte aber wusste, dass es nichts bringen würde. Ich war nicht krank.
"Silvester. Es reicht jetzt, wir fahren zum Arzt." sagte meine Mutter dann am Nachmittag zu mir. Ich schüttelte meinen Kopf. Es würde nichts bringen. Nichts konnte mir helfen. Außer Raphael. Doch wie könnte ich alle hier zurücklassen und zu Raphael gehen? Mein Leben war hier und nicht dort.
"Komm jetzt. Wir gehen. Keine Diskussion." bestimmte meine Mutter und so schleppte ich meinen Körper hinter ihr her. Ich sah schrecklich aus. Es fehlte mir die Kraft, mich herzurichten. Mit meinen schlabberigen Klamotten und ungekämmten Haare stieg ich ins Auto.
So brachte mich meine Mutter zum Arzt, welcher mich untersuchte und meinte, dass es eine starke Grippe wäre. Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Übelkeit waren für ihn Symptome für Grippe. Er hatte aber Unrecht. Ich schaffte es nicht dem weiteren Gespräch zwischen meiner Mutter und dem Arzt zu folgen. Ich konnte mich nicht konzentrieren. Alles was ich wollte war es mich hinzulegen.
Es dauerte lange bis wir zu Hause ankamen und ich mich wieder in meinem Bett verkriechen konnte. Ich versuchte etwas zu schlafen. Aber ich konnte einfach nicht einschlafen. Meine Übelkeit hielt mich wach. Mir war heiß und kalt zugleich. Ich schwitzte und ließ immer wieder einen Schüttelfrost über mich ergehen.
Irgendwann wurde es draußen dunkel und dann klopfte es an meine Zimmertür. Ich krächzte ein "Herein" wohlbewusst, dass die Person vor der Türe dies wohl nicht gehört hatte. Als sich die Türe öffnete sah ich, dass es meine Großmutter war, die das Zimmer betrat.
"Silvester, du darfst dich nicht dagegen wehren. Es ist dein Schicksal. Du bist Seins und er ist deins. Je länger du dich dagegen wehrst desto schmerzhafter wird es nur für euch beide." sprach meine Oma.
Wusste meine Oma von der anderen Welt? Gab sie mir deshalb den Kompass. Hat sie mich bewusst weggeschickt.
"Kind beruhige dich. Ich weiß, dass es in deinem Kopf jetzt rattert. Du bist etwas besonders. Deine Eltern haben dich beschützt, deshalb bist du hier. Jetzt ist es aber an der Zeit nach Hause zu gehen. Hier ist nicht dein zu Hause. Ich werde mich um deine Mutter kümmern. Deine Freunde werden damit klarkommen. Silvester ich sag es nur einmal: GEH." sagte sie bestimmt.
"Ich will nicht zu ihm. Er ist ein Monster." entgegnete ich ihr. "Raphael Delariva mag vieles sein Silvester. Doch er ist dein Gefährte. Mach es nicht schmerzhafter für euch beide als es schon ist. Die Verbindung die ihr zueinander habt ist wertvoll Silvester. Sie muss gewahrt werden. Ich weiß nicht, was dir dort widerfahren ist, aber es wird besser werden. Dieses Mal wirst du dich dort vollkommen fühlen." erklärte Sie mir und verschwand Richtung Türe. An der Türe drehte sie sich noch einmal zu mir um. "Geh Silvester. Und komm nicht mehr zurück. Dein Leben hier ist vorbei. Und das weißt du auch selbst. Deine Krankheit wird nicht besser werden. Du kannst kaum noch sprechen. Du kannst dich nicht mehr ohne Schmerzen bewegen. Also geh und rette dich und ihn. Er braucht dicht." nach diesen Worten war sie weg.
Sie wusste davon. Meine Großmutter hatte mich in diese Situation gebracht. Wieso hatte sie das nur getan?
Ich wollte nicht zurück. Aber meine Großmutter hatte mir gerade bestätigt, dass ich hier nie wieder gesund werden würde. Ich wusste, dass sich meine Mutter Sorgen um mich machte. Aber sie würde sich auch sorgen, wenn ich nicht mehr da war. Was geschah hier, wenn ich weg war. Diese Frage stellte sich mir. Die Antwort darauf würde ich aber nie bekommen.
Konnte ich das alles einfach zurücklassen? Aber was blieb mir anderes übrig?
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In a different World
Fantasía„Mein König wir haben dieses Mädchen im Wald gefunden." mit diesen Worten verbeugten sich meine Entführer. Mein Blick war immer noch auf den Boden gerichtet, in dem ich am liebsten auf der Stelle versinken würde. „ALLE SOFORT RAUS HIER" schrie eine...
