13. Kapitel

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Benommen öffnete ich meine Augen. Ich spürte ein starkes ziehen in meinem Nacken. Vorsichtig strich ich mit meinen Fingern über die schmerzenden Stellen. Ich spürte tiefe Einkerbungen. Schnell zog ich meine Finger weg. Auf meinen Fingern war mein getrocknetes Blut zu erkennen. Stöhnend versuchte ich mich aufzusetzen und versuchte mich zu orientieren. Ich erkannte, dass ich mich in Raphaels Zimmer befand. Von Raphael fehlte allerdings jede Spur. Seufzend ließ ich mich wieder ins Bett sinken. Wieso hat er mich gebissen? Was hat das zu bedeuten? Ich verstehe Raphael einfach nicht. Er redet davon, dass er will, dass ich mich wohl fühle und glücklich bin. Und dann beißt er mich einfach. Der Biss bewies mir gerade das Gegenteil. Ihm ging es nur um sich. Keine Ahnung was der Biss zu bedeuten hat aber auf jeden Fall nichts Gutes. Er kann mich doch nicht einfach beißen. Er ist schon mit der Hinrichtung der zwei Männer zu weit gegangen. Das mit dem Biss macht es also nicht besser. Aber das war ja nicht einmal alles, mir fiel gerade der Kuss ein. Erschrocken griff ich mit meinen Fingern an meine Lippen. Er hatte mich einfach geküsst. Ich konnte mich nicht einmal dagegen wehren. Ohne meine Einverständnis hat er mich einfach benutzt. Ich weiß es war nur ein Kuss und auch nicht mein erster Kuss. Aber er hatte vier Frauen. Ich wollte nichts von ihm. Plötzlich wurde mir bewusst, dass da etwas war. Ganz tief in meinem Inneren. Ein Gefühl, ein Drang oder eine Verbindung, die mich zu Raphael zog. Doch das wollte ich nicht spüren. Schnell schüttelte ich den Kopf und verdrängte das Gefühl, sodass ich es nicht mehr wahrnahm. Es war zwar schwach, aber es war ganz kurz da.

Auf einmal spürte ich nur noch Wut. Eine unglaubliche Wut die meinen Körper kurz zum Erzittern brachte. Ich war so wütend, wie noch nie in meinem Leben und hatte den Drang etwas kaputt zu machen. Suchend blickte ich mich im Zimmer um und packte das nächst beste neben dem Bett. Bevor ich es überhaupt als Nachttischlampe identifizieren konnte, schmiss ich die Lampe gegen die Wand. Scheppernd glitt sie an der Wand zu Boden. Trotz den Schmerzen versuchte ich aufzustehen, was mir auch gelang. Meine Beine trugen mich ins Bad. Nachdenklich betrachtete ich den Biss im Spiegel. Ich musste meinen Kopf etwas zur Seite drehen um ihn zu erkennen. Doch wie jede andere Bewegung schmerzte dies. Im Spiegel erkannte ich dann eine tiefe Wunde. Seufzend ging ich schnell aufs Klo und legte mich danach wieder ins Bett. Aber auch im liegen schmerzte die Wunde. Egal welche Bewegung immer spürte ich einen schrecklichen Stich im Nacken. Irgendwann schlief ich dann wieder ein.

Durch ein Klopfen an der Tür wurde ich wieder wach. Ich richtete mich im Bett auf und sah zur Türe, die sich kurz darauf öffnete. Ich erblickte die weißen Haare von Erika und ihre Hand die mich zu sich wank. Mit meinem immer noch schmerzenden Nacken stand ich auf und lief zu Erika, die schon weiter lief, aber darauf achtete, ob ich ihr auch folgte. Schulterzuckend lief ich ihr hinterher. Irgendwann verschwand sie in hinter einer Türe, die ich auch öffnete und hineintrat. „Es tut mir leid, dass ich dich so her locken musste, aber Raphael darf von diesem Gespräch nichts erfahren. Ich war nie bei dir, das ist wichtig." Ich nickte nur. Ich würde sie nicht verraten das war nicht mein Stil. „Was willst du? Wenn es dir um Raphael geht, ich will nichts von ihm. Mir reichen schon Valeria und Claudes wütende Blicke." entgegnete ich ihr. Man brauchte mir nicht zu sagen, dass ich meine Hände von ihm lassen soll. „Nein darum geht es nicht. Es geht zwar, um Raphael aber nicht, wie du denkst. Ich finde, dass du Raphael eine Chance geben musst. Ich weiß, dass du nicht von hier bist und noch vieles nicht verstehst. Aber er wird sich Mühe geben, wenn du ihn lässt. Glaub mir er hat sich in deiner Gegenwart echt zusammengerissen. Andere Werwölfe markieren ihre Mate gleich. Raphael hat dich wenigstens erst ankommen lassen. Du wirst dich jetzt sowieso sehr zu ihm hingezogen fühlen. Das ist die Wirkung der Markierung. Ihr könnt nicht mehr ohne einander. Das wirst du selbst merken wenn du ihn siehst. Ich möchte dir nur sagen, dass ich Raphael das Beste wünsche und das bist nun mal du." sprach sie. Ich starrte sie überrascht an „Wow du musst ihn ja echt lieben." sagte ich darauf nur. „Ja das tue ich. Sowie die anderen auch. Aber ich bin bereit ihn gehen zu lassen, damit er glücklich wird. Und das wird er nur mit dir, nicht mit mir oder einer der anderen. Gib ihm eine Chance." mit diesen Worten ließ sie mich stehen. Eigentlich dachte ich, dass sie mir was wichtiges zu erzählen hat, so geheimnisvoll, wie sie anfangs tat. Wieso sollte Raphael nichts von dem Gespräch erfahren? Sie hat doch nichts Verbotenes gesagt. Noch immer in meinen Gedanken lief ich zurück zu Raphaels Zimmer und warf mich erneut ins Bett. Ich hatte ja nichts zu tun und war immer noch etwas neben der Spur wegen des Bisses. Und so döste ich noch etwas vor mich hin.

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