Raphaels Point of view
Silvester schlang ihre Arme um mich. Die Berührung ging von ihr aus. Allein diese Tatsache ließ mein Herz erfreut schneller schlagen. Als ich ihr sagte, dass es Claudes Entscheidung war ließ sie mich ganz plötzlich wieder los und wich ein paar Schritte zurück. Geschockt blickte sie mich an. Doch ich verstand nicht, was hatte sie?
„Silvester was ist los?" verlangte ich von ihr zu wissen. Was hielt sie davon ab mir nahe zu sein? Ich musste es wissen. „Es ist nichts. Vergiss es einfach." meinte sie daraufhin nur. So schnell ließ ich aber nicht locker. Was hatte sie dazu gebracht sich so schnell von mir zu lösen? Ich musste es einfach wissen. „Silvester bitte sag mir was los ist?" bat ich sie erneut. Sie zog nur kurz ihre Schultern hoch. „Wie ich schon sagte, vergiss es." wiederholte sie ihre Antwort von vorher. Wieso musste sie so stur sein? Lurx tobte wild in mir. Auch er wollte wissen, wieso sie sich von mir gelöst hatte. „Sag es mir Silvester!" bestimmte ich. „Oder was? Sperrst du mich ein?" kam es wütend von ihr. Sie war aber nicht die einzige, die wütend wurde. Was macht sie da so ein Theater daraus? Sie kann ja einfach sagen was los war. „Silvester. Du weißt, dass ich das nicht tun werde." sagte ich zu ihr.
„Ach ja? Und woher soll ich das wissen? War es nicht gerade noch gestern, dass ich im Zimmer eingesperrt war?" fragte sie immer noch mit einer wütenden Stimme. Ich seufzte. So wurde das nichts. Sie war zu stur. „Silvester komm schon. Ich will nur wissen, wieso du so abrupt die Umarmung gelöst hast. Hat es was mit den Hexen zu tun?" Ich musste es einfach wissen. Wenn die Hexen ihre Hände im Spiel hatten, dann muss ich Silvester umstimmen. Von den Hexen drohte Gefahr. Sie wollen zwar friedlich leben, aber wie lange können sie den Frieden wahren? Wenn sie in ihrem Dorf blieben wäre es ja in Ordnung, aber ich weiß, dass es irgendwann mal jemanden geben wird, der sich gegen mich erhebt. Ich möchte keine Leute verlieren und wenn Hexen dabei sind, dann verliert man Leute. Zum Glück habe ich genug Hexen unter meinem Befehl, um das schlimmste Übel im Fall der Fälle abzuwenden. Einerseits sollte ich ihnen zuvorkommen, das wäre ich auch, wenn Silvester nicht von selbst zurück gekommen wäre. Andererseits sollten wir den Frieden solange wahren, wie möglich.
„Es hat nichts mit den Hexen zu tun. Reicht dir das?" mit diesen Worten riss sie mich aus den Gedanken. Trotzdem antwortete ich ihr mit einem Kopfschütteln. Es reichte mir nicht. „Weißt du, wenn du es unbedingt wissen willst: Ich hatte kurz Mitgefühl mit dir, bis mir eingefallen ist, was du getan hast. Nämlich zwei Männer umgebracht! Da hab ich mich unentschieden." meinte sie zornig.
Silvesters Point of view
Meine Antwort entsprach zwar nicht der Wahrheit, aber soll er sich dazu mal rechtfertigen. Dass sich die Umarmung so gut angefüllt hat und mir so vertraut war, wollte ich ihm nicht sagen. Der bildete sich darauf doch nur was ein, was nicht da war. „Die Männer, Silvester das war ein Fehler. Darwin warnte mich davor. Ich hätte sie einfach nur bestrafen sollen. Das war die erste ungerechte Hinrichtung, die ich befahl. Zu der Zeit war ich einfach sehr gerissen. Ich hatte meine Mate gefunden. Normalerweise fallen sich die Matepaare sofort in die Arme. Aber du wusstest nichts von hier, warst auf Distanz. Ich wurde viel zu schnell wütend. Es war einfach so, dass ich dich in meiner Nähe haben wollte, aber nicht haben konnte. Lurx spielte verrückt, mein Kopf spielte verrückt und meine Gefühle spielten verrückt. Und da waren diese zwei Männer, die dich zu fest angepackt hatten und dich nackt gesehen hatten. Du warst ganz verstört als sie dich hier her brachten. Du hattest Tränen in den Augen. Es hat mich fast zerrissen dich so zu sehen. Dann warst du krank. Die zwei hätten dir eine von ihren Jacken geben sollen. Egal was für ein Mädchen im Wald alleine aufgefunden wird, egal wer. Niemand sollte nackt, frierend und gewaltsam zu mir gebracht werden. Auch wenn du es mir nicht glaubst. Ich will Fairness und Frieden. Die Männer haben dem widersprochen. Vielleicht haben sie den Tod nicht verdient. Das mag sein, aber sie hatten es nicht verdient, ungestraft zu bleiben. Wenn du unsere Verbindung erst akzeptiert hast wirst du merken, wie sehr wir miteinander verbunden sind. Du wirst fühlen, warum ich es getan habe." erklärte Raphael mir. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, was ich davon halten sollte. Meine Meinung war immer noch, dass niemand über Leben und Tod entscheiden durfte. Auch er nicht. „Silvester ich kann das Geschehene nicht rückgängig machen. Wenn ich es könnte würde ich es." fügte Raphael hinzu.
„Ich verstehe dich einfach nicht! Wieso bist du jetzt so nett?" fragte ich. Was sollte das Ganze? War das nur der Versuch mir „rumzukriegen"? „Silvester ich habe Fehler gemacht. Lurx hat verrückt gespielt als ich dich zum ersten mal sah. So etwas, wie ich für dich empfunden habe, habe ich noch nie für jemanden empfunden. Liebe verleitet uns oft Dinge zu tun, die wir eigentlich nicht tun sollten." meinte Raphael. Vielleicht hatte er ja Recht aber hieß das, dass ich alles was er getan hat vergessen sollte? Das kann ich nämlich nicht.
„Was erwartest du jetzt von mir?" fragte ich ihn. „Nichts. Ich erwarte rein gar nichts von dir." antwortete Raphael.
„Gut denn du wirst auch nichts von mir bekommen." zickte ich ihn an. Ich hatte genug gehört. Es reichte mir. Erst zwei Männer umbringen und dann sagen, dass es vielleicht ein Fehler war! Ich hatte ihn angefleht es nicht zu tun. Doch er ignorierte es und zwang mich hinzusehen. Das soll ich ihm verzeihen! So etwas kann ich nicht einfach verzeihen. Die Männer hatten wahrscheinlich eine Familie, Kinder. Was wird nun aus denen? Ich weiß, wie es ist ohne Vater aufzuwachsen und das wünsche ich niemandem. Das hat niemand verdient. Aber das war auch nicht alles was Raphael getan hatte, er hat mich gebissen und dann geküsst. Ohne meinen Willen!
„Silvester, ich werde es dieses mal besser machen." sagte Raphael.
„Es wird aber kein dieses Mal geben, Raphael. Sobald ich kann, bin ich hier weg!" schoss es aus mir heraus. Hätte ich doch lieber meinen Mund gehalten. Doch es war zu spät Raphael hatte meine Worte gehört. Sein scharfer Blick schoss zu mir. „Die Hexen stecken im Spiel habe ich recht? Sie haben dir gesagt, wie du hier wegkommst. Das war der Grund warum sie dich gehen gelassen haben. Weil du mich verlassen willst und sie nützen das aus."
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In a different World
Fantasia„Mein König wir haben dieses Mädchen im Wald gefunden." mit diesen Worten verbeugten sich meine Entführer. Mein Blick war immer noch auf den Boden gerichtet, in dem ich am liebsten auf der Stelle versinken würde. „ALLE SOFORT RAUS HIER" schrie eine...
