Entschlossen marschierte ich zum Ausgang. Ich wollte weg von hier. Ich konnte hier nicht bleiben. Beim Ausgang angekommen wurde mir der Weg versperrt. Zwei Soldaten standen mit ihren Lanzen vor dem Ausgang.
"Lasst mich durch" herrschte ich sie an. Als sie nicht reagierten, wollte ich unten durch schlüpfen, aber wurde von einer Hand aufgehalten. Einer der Soldaten hielt mich zurück. "Was fällt dir ein mich anzufassen?" fauchte ich ihn an "Raphael hakt dir beide Hände ab, wenn er davon erfährt." Es war unfair von mir diese Karte zu spielen, jedoch war das meine Chance zum von hier weg zu kommen. Wie vom Blitz getroffen ließ mich die Wache los. "Verzeiht mir" sprach der Mann gleich. "Und jetzt lasst mich durch" sprach ich. Sie sollten mich endlich raus lassen bevor Raphael davon erfuhr. Dafür war es allerdings schon zu spät.
"Was ist hier los?" hörte ich Darwin fragen. Ich wendete mich zu ihm und musterte ihn wütend. "Ich will doch nur raus" murrte ich. Wieso musste er mir diese Chance verderben? "Silvester, ich denke nicht, dass Raphael das gut heißen würde, wenn du alleine rausgehst. Du kannst ihn fragen, vielleicht begleitet er dich ja später und ihr könnt zusammen Zeit verbringen." Tränen traten mir in die Augen. "Achja? Und wo war er gestern Nacht?" schrie ich verzweifelt.
"Wovon redest du da, Silvester? Was ist los?" wollte Darwin von mir wissen. "Ich bin zurück gekehrt, Darwin. Du weißt nicht, wie ich gelitten habe, wie sehr ich gegen diese verdammte Bindung gekämpft hatte. Aber ich habe nachgegeben. Ich wusste, dass ich nicht dagegen ankommen würde. Ich habe mich meinem Schicksal gestellt. Diesem Verlangen nach ihm, ich habe ihm nachgegeben, habe zugelassen, dass er mich von diesen abscheulichen Qualen befreit und was macht er? Er gibt mir noch mehr Leid. Ich komme nicht damit klar, dass er noch andere Frauen hat, Darwin. Es hat mich vielleicht früher nicht gestört, aber jetzt stört es mich. Ich habe es Raphael gesagt. Und wenn er sich nicht von ihnen löst, dann muss ich mich doch von ihm lösen. Ich kann das sonst nicht verkraften. Aber was macht er? Er geht nachdem ich zurückgekommen bin zu Valeria. Was soll ich den davon halten? Ich habe alles zurückgelassen, wegen ihm und er kann mir nicht noch etwas Zeit geben? Es ist doch alles neu für mich. Ich will noch keine Königin sein und ich bin noch nicht bereit seine Frau zu werden, aber das heißt nicht, dass ich ihm keine Chance geben wollte. Wieso hat er mich einfach zurückgelassen? Wieso Darwin?" heulend sank ich auf den Boden.
"Silvester, gib ihm Zeit. Er versteht das alles selber noch nicht." versuchte mich Darwin zu beruhigen. "Ich soll ihm Zeit geben? Was versteht er denn nicht? Er wusste von Anfang an was ich für ihn war! Und jetzt bin ich ja da. Aber ich habe auch meine Ansprüche." erwiderte ich. "Rede mit ihm Silvester, bitte" bat mich Darwin.
"Bitte lass mich hier raus Darwin. Ich flehe dich an." Darwin schüttelte nur seinen Kopf. "Ich kann dich nicht gehen lassen. Dir könnte sonst noch was passieren. Wo willst du überhaupt hin? Du kennst dich ja nicht mal aus, Silvester. Glaub mir es wird alles besser. Du brauchst nur Zeit und er braucht Zeit. Ihr müsst erst zueinander finden. Komm mal mit." meinte Darwin und hielt mir seine Hand hin. Ich ließ mich von ihm hochziehen und tappte Darwin hinterher. Vor einer Türe blieb er stehen und deutete mir hineinzugehen. "Was ist dahinter?" fragte ich Darwin. "Silvester, sie selbst nach. Aber etwas was du hinter dich bringen muss und je früher desto besser. Geh schon" mit diesen Worten öffnete Darwin die Türe und schob mich hinein.
Raphael saß an einem Schreibtisch und blickte auf. Er sah zwischen Darwin und mir hin und her. "Was soll das werden?" fragte er. "Ihr zwei habt etwas zu klären. Vermassle es nicht Raphael." meinte Darwin und verschwand. Wütend blickte ich Darwin nach. Er hatte mich verraten. Ich wollte doch nur mit jemandem reden. Ich hätte es besser wissen müssen, immerhin ist Darwin Raphaels Vertrauter und bester Freund. Natürlich würde er immer hinter Raphael stehen.
"Silvester-" fing Raphael an. "Wieso tust du mir das an?" unterbrach ich ihn. Fragend sah er mich an. "Valeria war bei mir." klärte ich ihn auf. Seine Augen wurden groß. "Silvester, ich-" wieder unterbrach ich ihn "Wieso? Mehr will ich nicht wissen!" fuhr ich ihn an.
"Ich war so wütend. Ich musste diese Wut loslassen und da ist mir Valeria über den Weg gelaufen. Silvester es geschah so schnell." murmelte er.
"Und das soll es besser machen? Ich bin zurückgekehrt Raphael. Ich wollte dir eine Chance geben. Aber jetzt? Wie kann ich das jemals vergessen?"
„Silvester, du hast davon geredet unsere Bindung zu zerstören! Was denkst du, was das mit mir macht? Du bist nicht die einzige die unter dieser Bindung leiden kann. Du redest davon mir eine Chance zu geben und im nächsten Moment redest du davon die Bindung zu lösen! Das nennst du eine Chance? Ich denke nicht, dass du mir bisher wirklich eine Chance gegeben hast. Ich habe es dir schon oft gesagt aber ich wiederhole es nochmals, wenn es dich stört, dass andere Frauen in meinem Leben existieren, dann kann ich das ändern und ich werde es ändern, aber nur dann wenn du bereit bist dich endlich voll an mich zu binden! Es liegt an dir Silvester, du musst mir eine Chance geben. Entweder du wirst meine Frau und damit meine einzige Frau oder du wirst damit leben müssen, dass ich noch andere Frauen in meinem Leben habe. Es liegt an dir."
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In a different World
Fantasia„Mein König wir haben dieses Mädchen im Wald gefunden." mit diesen Worten verbeugten sich meine Entführer. Mein Blick war immer noch auf den Boden gerichtet, in dem ich am liebsten auf der Stelle versinken würde. „ALLE SOFORT RAUS HIER" schrie eine...
