Es kam so wie es kommen musste. Raphael hat mich gepackt und in sein Zimmer gesteckt. Er hat mich wieder einmal eingesperrt. Was er dabei aber nicht beachtet hat, war dass ich eine Hexe bin. Früher bin ich vielleicht untätig herumgesessen, aber jetzt nicht mehr.
Mit einem heftigen Luft ließ ich die Tür aus den Angeln reißen. Ich werde mich nicht mehr von ihm einsperren lassen. Die Wachen, die vor der Tür standen wichen erschrocken zurück und konnten mich nicht mehr aufhalte, da ich schon an ihnen vorbei gestürmt bin.
Und schon stand ich wieder im Keller bei Raphael, der gerade Jax am Kragen gegen die Wand drückte. Wütend stieß ich ihn zur Seite und stellte mich vor Jax.
"Silvester" knurrte Raphael, der genau so wütend aussah als ich. Doch ich ignorierte ihn. Ich packte Jax und Ed am Arm um sie raus zu führen, aber da stellte sich mir Darwin in den Weg.
"Lass uns durch!" funkelte ich ihn an. Darwin bewegte sich aber kein Millimeter.
"Silvester lass mich das regeln. Sonst ist alles weitere was passiert deine Schuld." knurrte Raphael.
Zornig drehte ich mich zu ihm. "Du hast mir gar nichts mehr zu sagen, Raphael. Ich bin fertig mit dir. Keine Sekunde werde ich hier länger bleiben. Und jetzt lass mich durch Darwin." brüllte ich.
"Du bleibst hier!" brüllte nun auch Raphael. Er packte mich und drückte mich an die Wand. "Ich werde dich nicht gehen lassen. Und wenn du nicht willst, dass deinen Freunden, was passiert, dann bist du jetzt endlich still!"
"Du wirst meinen Freunden nichts tun. Wenn doch, dann lernst du mich richtig kennen." drohte ich ihm und riss mich von ihm los.
"Es reicht jetzt. Wir sind hier, um euch zu warnen. Nicht, um ein Krieg zwischen euch anzuzetteln, Silvester. Wir wussten, dass unser auftauchen nicht begrüßt werden würde. Aber jemand musste euch warnen. Die Hexen wissen von deinem Vater Silvester und sie haben ihn. Sie wollen wohl bald ein Treffen organisieren in seinem Namen. Du darfst da nicht hingehen Silvester. Wir wissen nicht, was sie genau vorhaben, doch alle die sich gegen sie stellen, werden bestraft. Sie haben meinen Vater eingesperrt, nur weil er nicht gegen die Werwölfe kämpfen wollte. Ihr dürft euch nicht provozieren lassen." mischte sich Jax ein.
Die Hexen hatten meinen Vater? Wieso taten sie das? Ich hatte ihnen nichts getan.
"Ich muss ihn da raus holen." murmelte ich, immer noch nicht verstehend, was in dieser Welt eigentlich vor sich geht. Warum bekriegen sich die Hexen und Werwölfe so sehr.
"Silvester, du kannst ihm nicht helfen. Du muss dich selbst retten. Sie haben deinen Vater nur deinetwegen." sprach nun auch Ed.
"Ja er ist nur meinetwegen da. Das heißt, dass ich ihn auch daraus holen muss und kann." sagte ich.
"Das wirst du niemals schaffen, Silvester. Alle Hexen haben sich gegen euch verbündet." entgegnete Ed.
"Silvester, wir werden -" mischte sich Raphael ein. Doch ich unterbrach ihn. "Du hast hier rein gar nichts mehr zu sagen." Dies machte ihn wohl wieder ziemlich wütend, denn er packte meinen Arm und wollte mich zu sich drehen. Aber ich wehrte mich mit aller Kraft. "Fass mich nicht an!"
"Ich denke am besten ist es, wenn ihr zwei euch ausspricht, Raphael. Ich werde unseren Gästen etwas zum Essen bringen lassen und sie in einem Zimmer unterbringen." meinte Darwin. Raphael nickte ihm zu.
"Ich werde die Beiden nicht alleine lassen. Wer weiß wo ihr sie hinsteckt." murrte ich.
"Silvester, du kannst mir vertrauen. Wir werden sie als Gäste behandeln. Sie sind jeder Zeit frei zu gehen." sagte Darwin.
"Schon in Ordnung Silvester. Uns wird schon nichts passieren und wir werden auch nirgends hingehen, ohne uns zu verabschieden, versprochen." meinte Jax und zwinkerte mir zu.
Von Raphael kam irgendein verabscheuendes Geräusch, was wir alle ignorierten.
Und so teilten sich unsere Wege. Während Darwin, Jax und Ed zu ihrem zukünftigen Gemach führte, tapste ich in Richtung Raphaels Zimmer, welcher hinter mir herlief. Raphael musterte kurz die Zimmertür, welche am Boden lag, bevor er hinter mir ins Zimmer tritt.
"Silvester-..." sprach Raphael. Doch ich hörte ihm nicht zu. Dieses mal war er endgültig zu weit gegangen. Auch wenn es mich innerlich zerriss, konnte ich Raphael nicht mehr sehen. Mein Körper sehnte sich zwar nach seiner Nähe, aber mein Verstand ganz und gar nicht.
Ich legte mich irgendwann einfach ins Bett und drehte mich weg von Raphael. Ich hörte ihn schwer seufzen. Er hatte wohl gemerkt, dass ich ihm nicht zuhörte. Als er sich dann neben mir niederließ, packte ich mir eine Decke und kuschelte mich auf das Sofa. Raphael brummte unzufrieden. Soll er aber doch. Er hat es nicht anders verdient.
DU LIEST GERADE
In a different World
Fantasy„Mein König wir haben dieses Mädchen im Wald gefunden." mit diesen Worten verbeugten sich meine Entführer. Mein Blick war immer noch auf den Boden gerichtet, in dem ich am liebsten auf der Stelle versinken würde. „ALLE SOFORT RAUS HIER" schrie eine...
