Lange lagen Raphael und ich noch im Bett, bis er weg musste, da Darwin ihn brauchte.
Mit meinem Gefühlschaos lag ich im Bett. Einerseits verdonnerte ich mich selbst dafür, dass ich mich von Raphael verführen hab lassen und andererseits war ich einfach erfüllt und glücklich. Wir haben nicht darüber geredet, aber ich wollte auch nicht darüber reden. Ich hoffte einfach, dass er sich noch zum Guten wendete und mich mehr einbezog. Allerdings wusste ich immer noch nicht was mit Valeria und Olda geschah oder geschehen sollte. Ich konnte nicht mit dem Gedanken leben, dass sie hier waren. Ich konnte Raphael einfach immer noch nicht vertrauen. Ständig müsste ich mit der Sorge leben, dass er sich doch noch für eine von ihnen interessierte und sich mit ihnen vergnügte. Das wollte ich nicht. Wenn dann sollte ich die einzige für ihn sein.
Ich zerbrach mir noch geraume Zeit den Kopf über das Geschehene und darüber, wie es in Zukunft wohl weiterginge. Raphael meinte er würde, so schnell es ginge wieder zurück zu mir kommen. Aber es waren schon Stunden vergangen, die ich nur mit grübeln verbrachte. Da ich den Kopf etwas frei bekommen wollte, machte ich mich auf die Suche nach frischer und ganzer Kleidung. Und danach setzte ich meine Suche nach Jax und Ed fort.
Darwin war es wieder einmal, der auf mich stieß. Er grinste mich an, das hieß er wusste was geschehen war. "Sei bloß still." murrte ich ihn an. Darwin hob seine Hände hoch, doch sein Grinsen verließ sein Gesicht nicht. "Raphael ist noch in einer Besprechung, falls du ihn suchen solltest." meinte er dann zu mir. Ich sagte ihm, dass ich eigentlich auf der Suche nach meinen Freunden war, was ihm sichtbar nicht gefiel. Er meinte, dass ich doch noch auf Raphael warten sollte. Doch so stur wie ich nun mal war, gab ich ihm zu verstehen, dass ich ganz sicherlich nicht auf Raphael warten würde und mich der Langweile aussetze. Und so führte Darwin mich sehr zögerlich zu Jax und Ed, welche ich voller Freude endlich in den Arm schließen konnte. Darwin ließ uns keine Sekunde aus den Augen und sorgte nach der Umarmung, die er mit seinem tiefen Knurren beendete, sofort dafür, dass wir genug Abstand zueinander hielten. Seufzend ließen wir dies über uns ergehen. Jax und Ed erzählten mir, wie sich ihr leben plötzlich veränderte. Sie dachten immer sie wären auf der richtigen Seite und, dass der Krieg von Raphael aus gehen würde, aber es waren die Hexen, die ihn gestartet hatten. Sie sorgten sich um Lorenz, Jaxs Vater. Und ich versicherte ihnen, dass ich mir was einfallen lassen würde um meinen Vater und Lorenz zu befreien.
Nach ungefähr einer Stunde kam dann auch Raphael reingestürmt. Er knurrte kurz unzufrieden auf. Doch mit einem bösen Blick von mir, verstummte er sofort. Darwin sah nur schmunzelnd zwischen Raphael und mir hin und her. Er schien die Situation sichtlich zu genießen. Raphael versuchte sich zu beherrschen und setzte ein halbwegs freundliches Gesicht auf als er sich kurz bei Jax und Ed erkundigte, ob ihnen auch nichts fehle. Als diese ihm versicherten, dass es ihnen gut ging, hielt er mir seine Hand hin. Ich ließ mich von Raphael aufziehen und verabschiedete mich von meinen Freunden. Darwin lief uns wie sooft hinterher.
"Wisst ihr, wenn ihr mal nicht streitet seit ihr echt süß. Ihr passt zueinander. Einer von euch ist sturer als der andere." plapperte Darwin plötzlich darauf los. Mit einem "Halt die Klappe" ließ ich Darwin verstummen. Raphael lachte bloß blöd. Er schien wirklich gut gelaunt zu sein.
"Was es ist doch so. Raphael braucht jemanden wie dich und umgekehrt." plauderte er weiter. Ich blieb stehen und schlug ihm leicht auf die Schulter. "Sei einfach leise." brummte ich erneut. Ich brauchte Raphael ganz und gar nicht. Darwin grinste mich weiterhin schief und provozierend an, was mich tierisch nervte.
„Verpiss dich endlich! Du nervst." zickte ich ihn an. „Und ich dachte du müsstest jetzt bester Laune sein..." kopfschüttelnd musterte Darwin mich. „Wenn du nicht wärst, dann wäre meine Laune um einiges besser." murmelte ich. Ich hatte genug von seinem provokanten Grinsen. Schon den ganzen Tag sah er mich mit diesem an. Raphael unterbrach unsere Zankerei "Lass ihn Silvester. Er freut sich doch bloß für uns." Darwin nickte bestätigend. Da gab es nichts worüber man sich freuen konnte, dachte ich mir. Blieb allerdings still und zuckte nur mit den Schultern. "Ist jetzt auch egal. Wir haben noch was mit dir zu besprechen." meinte Raphael und zog mich mit sich mit in sein Büro. Darwin schloss die Türe hinter sich und ließ sich auf einen Stuhl nieder, sowie Raphael. Dieser deutete auf einen freien Stuhl, auf welchen ich mich dann auch niederließ.
"Du wolltest, dass ich ehrlich mit dir bin. Das werde ich sein, aber du musst mir auch vertrauen." startete Raphael.
"Um was gehts denn?" wollte ich wissen.
"Um deinen Vater." meinte nun Darwin.
"Wir wissen, wo sie ihn gefangen halten und wir werden ihn befreien. Allerdings brauchen wir noch einen Plan. Du musst dich noch gedulden und uns versprechen, dass du nichts unüberlegtes tust. Die Hexen wollen dich. Wir finden einen Weg deinen Vater aus diesem Schlamassel zu ziehen. Du musst uns vertrauen." sagte Raphael.
"Was soll ich schon tun? Ich steh doch sowieso unter permanenter Bewachung." erwiderte ich.
"Dann sind wir uns einig?" hakte Raphael nach.
Ich nickte bloß unwissend, dass ich Raphael ein Versprechen gab, welches ich nicht halten konnte.
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In a different World
Fantasy„Mein König wir haben dieses Mädchen im Wald gefunden." mit diesen Worten verbeugten sich meine Entführer. Mein Blick war immer noch auf den Boden gerichtet, in dem ich am liebsten auf der Stelle versinken würde. „ALLE SOFORT RAUS HIER" schrie eine...
