„Meinen Vater?" fragte ich nach.
„Ja deinen Vater." entgegnete Raphael. „Er möchte dich kennenlernen."
Ich nickte. Ja, das wollte ich auch. "Wann?" fragte ich Raphael.
"Ich wollte erst mit dir darüber reden, ob du ihn auch kennenlernen willst." meinte er.
"Ja das möchte ich unbedingt." sagte ich. "Vielleicht könnte ich ihn ja mal besuchen. Dann würde ich hier mal rauskommen."
"Silvester-" fing Raphael an.
"Du wirst mich nicht gehen lassen, oder?" unterbrach ich ihn.
"Die Reise ist viel zu gefährlich, Silvester. Du kennst dich hier noch nicht aus. Vor allem ist es im ehemaligen Galardis, die Stadt der Vampire. Dort werde ich dich bestimmt nicht alleine hin lassen." antwortete Raphael.
"Mein Vater ist dort. Also wird mir schon nichts passieren, Raphael. Außerdem hast du hier zu tun und könntest mich nicht begleiten."
"Deswegen wird dein Vater herkommen müssen. Du wirst ihn hier kennenlernen. Dann bist du keiner unnötigen Gefahr ausgesetzt." offenbarte mir Raphael.
"Heißt das ich komme hier nie raus?" fragte ich ihn enttäuscht.
"Wieso möchtest du immer weg, Silvester? Was willst du? Wenn du mir sagen würdest was du hier vermisst, werde ich tun, was in meiner Macht steht, um dir hier das zu ermöglichen."
"Du verstehst es einfach nicht. Es gibt Dinge, die kann mir niemand geben. Ich möchte die Welt sehen und nicht eingeschlossen sein." versuchte ich ihm erklären.
"Silvester-"
"Lass es ich will nicht wieder streiten." unterbrach ich ihn murmelnd.
"Was haltest du von einem kleinen Ausflug." fragte mich Raphael. Ich zuckte mit den Schulter, da ich nicht genau verstand, was er damit meinte. Raphael nahm meine Hand und zog mich von der Bank durch das Schloss an den Wachen vorbei. Draußen aus dem Schloss zog er sich plötzlich aus. Erschrocken schaute ich schnell weg. Was Raphael zum Lachen brachte. "Du hast mich doch schon so gesehen Silvester." meinte er. Trotzdem sah ich nicht zu ihm. Erst als mich seine Wolfsschnauze vorsichtig anstupste. Der große Wolf legte sich vor mich hin und deutete mir auf seinen Rücken zu steigen.
Etwas ungeschickt kletterte ich auf seinen Rücken. Raphael lief vorsichtig los und wurde mit der Zeit immer etwas schneller. Bedacht darauf, dass ich nicht von ihm runter rutschte. So streiften wir eine Weile durch den Wald. Bei einem Wasserfall blieb er stehen und legte sich auf den Boden damit ich von ihm runter rutschen konnte. Es war wunderschön. Ich zog meine Schuhe aus und ließ meine Füße in das kalte Wasser baumeln.
„Ich komme abends oft hier her. Hier hat man immer seine Ruhe." sagte plötzlich Raphael und ließ sich neben mir nieder. Ich blickte kurz zu ihm, rutschte aber sofort weg als ich sah, dass er sich nackt neben mir niedergelassen hat. "Was hast du?" fragte er mich sofort. Er verstand wohl immer noch nicht, dass ich ihn nicht so sehen will. "Silvester, ist es weil ich nackt bin?" Ich nickte immer noch wegschauend. Raphael seufzte nur, was sich kurz darauf in ein Winseln verwandelte. Ich warf einen Blick neben mich und erkannte einen Wolf neben mir.
Ich hob meine Hand und fing an den Wolf neben mir zu streicheln. Er schien das zu genießen und legte seinen Kopf auf meinen Schoß. So saßen wir bis es anfing zu dämmern und Raphael mit seinem Kopf auf seinen Rücken deutete. Ich kletterte auf ihn und ließ mich von ihm zurück ins Schloss bringen.
Beim Schloss angekommen, kam uns Darwin entgegen geeilt. "Raphael, zwei Menschenjugen haben sich im Wald herumgetrieben. Sie verlangen mit Silvester zu sprechen. Anscheinen haben sie wichtige Informationen." erzählte er Raphael.
"Bring mich zu ihnen." meinte er zur Darwin und wendete sich dann zu mir "ich bin bald wieder da, Silvester." Er wollte mir wohl einen Kuss auf die Stirn geben, aber durch mein lautes "Nein" hielt er inne.
"Ich komme mit." bestimmte ich.
"Silvester das ist zu gefährlich. Ich werde dir dann erzählen, was sie gesagt haben." entgegnete Raphael.
Und so fing schon wieder eine heftige Diskussion zwischen Raphael und mir an, welche ich nicht gewinnen konnte, aber auch nur deshalb, weil Raphael unfaire Mittel verwendete. Er drohte mir mich einzusperren bis das geklärt sei. Ihr könnt euch vorstellen wie wütend ich wieder auf ihn war. Es ist immer dasselbe, sobald wir einmal nett Zeit miteinander verbracht haben, passierte danach etwas, was uns wieder entzweite.
Zum Glück konnte ich Raphael davon abhalten mich einzusperren. Ich sollte in unserem Zimmer auf ihn warten.
Ich schlich aber heimlich hinter ihnen her. Raphael konnte nicht immer gewinnen, das war nicht fair. Ich hoffte nur, dass er mich nicht bemerkte. Er konnte besser hören, riechen und spürte es ja auch, dass ich in seiner Nähe bin. Gab es vielleicht einen Zauber den ich anwenden könnte, fragte ich mich. Dafür hatte ich aber keine Zeit. So unauffällig, wie möglich folgte ich ihnen.
Aber als ich eine mir bekannte Stimme hörte, rannte ich eine Treppe hinunter, die mich zu Jax und Ed führte. Beide waren sie eingesperrt. Raphael und Darwin, die erst bei den Beiden angekommen waren, drehten sich überrascht zu mir.
"Silvester-" fing Raphael wütend an.
"Lass die Beiden sofort frei." unterbrach ich ihn aber.
"Nicht bevor ich nicht weiß, ob sie eine Gefahr darstellen." entgegnete Raphael. Er wendete sich an Darwin "Bring Silvester nach oben und schau, dass sie oben bleibt. Sie hat hier unten nichts verloren." knurrte er.
"NEIN" schrie ich erneut und schaute zu Jax und Ed, welche beide beobachteten was vor sich geht.
"Ist schon gut Silvester. Uns wird schon nichts passieren." meinte Jax zu mir.
Doch ich schüttelte den Kopf. Ich werde die Beiden nicht in diesem Gefängnis lassen und ich wollte sie auch nicht mit Raphael alleine lassen.
"Darwin" knurrte Raphael erneut mit Nachdruck. Ich funkelte diesen wütend an, als er einen Schritt auf mich zu macht "Wage es nicht mich anzufassen." giftete ich ihn an.
Darwin wirkte unentschlossen, was er tun sollte. Raphael der wütend knurrte und ich, die in giftig anschaute. Jedoch war mir klar, dass Darwin letztendlich Raphael gehorchen würde.
"Komm schon Silvester. Ich bring dich nach oben. Lass Raphael das klären." versuchte Darwin mich zu beruhigen.
"Ich werde meine Freunde nicht alleine hier lassen." stellte ich entschlossen fest.
Raphael seufzte. "Wieso muss du nur immer so stur sein? Geh mit Darwin und lass mich die Sache hier regeln."
"Jax und Ed sind meine Freunde, Raphael und sie wollen mir etwas sagen, nicht dir. Geh du doch mit Darwin und lass mich die Sache regeln." kommentierte ich.
"Ich werde dich nicht alleine mit einem mir Fremden Jungen lassen." knurrte Raphael erneut.
"Wo wir wieder mal beim Thema vertrauen sind..." meinte ich. "Wenn du willst, dass ich dir jemals vertraue, dann musst du mir vertrauen. Wenn du mich mit ihnen reden lässt, dann fällt es mir vielleicht leichter dir zu verzeihen."
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In a different World
Fantasy„Mein König wir haben dieses Mädchen im Wald gefunden." mit diesen Worten verbeugten sich meine Entführer. Mein Blick war immer noch auf den Boden gerichtet, in dem ich am liebsten auf der Stelle versinken würde. „ALLE SOFORT RAUS HIER" schrie eine...
