55. Kapitel

5.4K 240 59
                                        

"Du willst mich erpressen?" fragte ich ihn wütend.

"Nein, ich will dich nur endlich zur Vernunft bringen. Du musst dich endlich deinem Schicksal stellen Silvester!" meinte Raphael ernst.

"Ich sage dir etwas und ich werde es dir nur einmal sagen Raphael: Ich werde mich nicht vollständig an dich binden, bevor ich mir nicht absolut sicher bin, dass das die richtige Entscheidung ist und solange du andere Frauen in deinem Leben hast, kannst du nicht mit mir rechnen. Ich werde mich nicht von dir erpressen lassen. Ich habe einen Schritt gemacht. Ich bin zurück gekehrt. Jetzt liegt es an dir einen Schritt zu machen. Und glaube nicht, dass ich dir das mit Valeria so einfach verzeihen werde. Dass du wütend warst und es schnell passiert ist, ist keine wirklich gute Erklärung." schrie ich ihn wieder mal an. Er musste es endlich verstehen. Ich bin nicht so wie seine anderen Frauen. Ich habe eine Meinung und lasse ihm weder alles durchgehen noch mache ich bei allem mit.

"Silvester, ich denke nicht, dass ich dir überhaupt eine Erklärung schulde. Du wolltest nicht meine Frau werden. Du hast davon geredet die Bindung zu lösen." knurrte auch Raphael und auch er wurde wieder wütend.

"Ja, aber doch nur, weil du andere Frauen hast! Wann verstehst du das endlich!" brüllte ich aggressiv.

"Die ich schon längst verlassen hätte, wenn du endlich einmal aufhören würdest mich abzublocken!" sagte er aggressiv und kam auf mich zu. Schnell wich ich zurück. Ich wollte nicht, wieder seinen starken griff an meinem Körper fühlen müssen.

"Du hast andere Frauen, was erwartest du von mir? Ich will nicht eine von vielen sein." meinte ich.

"Du bist nicht eine von vielen, Silvester. Du bist die Eine." erwiderte er ruhig und schaute mich mit seinen strahlend grünen Augen an.

"Das fühlt sich für mich aber nicht so an, Raphael. Ich... ich brauche einfach Zeit. Das ist doch alles neu für mich. Ich wollte das alles nicht, ich wünschte du hättest eine andere Mate, eine von dieser Welt, eine die sich freut dich als Mate zu haben. Ich wollte doch einfach nur nach Hause und nie wieder zurückkehren." murmelte ich.

"Silvester, schau mich an" forderte mich Raphael auf. Und so trafen meine Augen auf die Seinen. "Du bist perfekt. Du bist so anders, als alle anderen und das macht dich so besonders und wertvoll. Ich verstehe, dass du Zeit brauchst und ich will dich zu nichts drängen. Das was mit Valeria geschehen ist, wird nicht noch einmal passieren, Silvester." sprach Raphael.

"Und wie soll ich dir vertrauen?" wollte ich wissen.

"Dieses Risiko musst du wohl oder übel eingehen."

"Aber ich weiß nicht ob ich dafür bereit bin. Du weißt nicht, wie sehr du mich verletzt hast. Was denkst du wie es mir ging? Ich habe gewartet und gehofft, dass du zurückkommst. Und dann erfahre ich, dass du mit einer anderen geschlafen hast, jetzt wo ich zu dir gekommen bin. Nur wegen einem Streit? Ich habe zu Hause eine schlimme Zeit durchgemacht. Als ich wieder hier war, musste ich dich retten. Mein Körper hat sich nach dir gesehnt, alles in mir hat sich nach dir gesehnt. Diese Magie die in mir aufkam um dich zu retten, war gigantisch und furchterregend zugleich. Aber auch sie nahm mir Kraft. Und dann unser Streit. Ich hätte dich gebraucht und was machst du? Du rennst weg. Ich bin nicht bereit dir das zu verzeihen Raphael. Ich kann es einfach nicht."

"Du wirst mir verzeihen, da bin ich mir sicher." meinte Raphael. Er kam noch näher zu mir und strich mir über den Kopf. "Ich habe mich gestern echt nicht fair gegenüber dir verhalten. Aber du wirst sehen es wird alles gut" fügte er noch hinzu.

Ich ließ Raphael weiterarbeiten und beschäftigte mich selbst etwas in der Bibliothek. Ich wollte mehr über das Hexen sowie meine Kräfte erfahren. So verbrachte ich den restlichen Tag mit Lesen. Ich brauchte dringend irgendeine Aufgabe. Was sollte ich den all die Tage hier immer machen? Wie soll die Zeit vergehen?

Raphael konnte mich doch nicht für immer im Schloss einsperren. Ich kann auf mich selber aufpassen.

Als ich genug von Büchern hatte setzte ich mich wieder auf eine Bank im Innenhof und genoss die letzten Sonnenstrahlen bevor die Sonne unterging.

"Was machst du hier draußen Silvester? Ich habe dich gesucht!" riss Raphael mich aus meinen Gedanken.

"Ich wollte nur etwas die Sonne genießen." erklärte ich ihm. Er nickte verstehend und ließ sich neben mir nieder.

"Mir ist langweilig. Was soll ich die ganzen Tage hier immer machen?" fragte ich Raphael.

"Was hast du den in deiner Welt früher immer gemacht?" erkundigte sich Raphael.

"Ich war in der Schule, habe danach was mit Freunden gemacht, an den Wochenenden waren wir meistens bis früh morgens unterwegs und an manchen Tagen bin ich ins Fitnessstudio." erzählte ich ihm.

Raphael fragte mich was ich mit Schule und Fitnessstudio meinte.

"Naja in der Schule haben wir Sachen gelernt. Es gab ein Lehrer, der seine Schüler in bestimmten Fächern unterrichtet hat, wie zum Beispiel Geschichte oder Mathe. Und ein Fitnessstudio hat halt Fitnessgeräte zum Trainieren." versuchte ich ihm zu erklären.

Er nickte verstehend. "Werden denn bei euch die Kinder nicht unterrichtet?" erkundigte ich mich.

"Alle müssen lernen zu kämpfen, schreiben und rechnen, aber der Schwerpunkt liegt auf der Selbstverteidigung. Jeder sollte sich schützen können im Fall der Fälle." sagte Raphael.

"Dann könnte ich doch bei dem Training mitmachen. Immerhin muss ich mich auch selbst schützen können." meinte ich.

"Ich werde dich vor allem beschützen Silvester. Du brauchst nicht zu kämpfen." entgegnete Raphael.

"Aber ich will." protestierte ich.

"Wenn du möchtest kriegst du ab morgen Sittenunterricht. Dann hast du was zu tun und Anastasia soll dich auch weiter trainieren. Was haltest du davon?" fragte mich Raphael.

Zögernd nickte ich, dass ich keinerlei Interesse an einem Sittenunterricht hegte, verschwieg ich. Ich wollte nicht schon wieder mit ihm diskutieren.

"Da gibt es noch etwas, was du wissen solltest Silvester. Wir haben deinen Vater gefunden."

In a different WorldWo Geschichten leben. Entdecke jetzt