44~ Schläge

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Er sitzt mit einem Kaffee in der Hand auf ihrer Fensterbank und sieht sich die nackte, schlafende Yamila an. Sie hat unglaublich schreckliche Albträume über die schrecklichste Nacht ihres Lebens. Er legt den Kopf leicht schief und muss lächeln, als sie sich auf die Seite dreht.

Dabei verrutscht die Decke, ihr Oberkörper und ein Teil ihres Hintern werden freigelegt. Sie ist so wunderschön. Ihre blonde Locken liegen auf dem Kissen und er erinnert sich an den schönen blumigen Duft.

Die Nacht war eine der intensivsten und schönsten die die beiden hatten. Sie zitterte am ganzen Körper von dem Gefühl was sie nach all den Jahren hatte. Sie ist sich nicht ganz sicher, ob das alles so eine gute Idee ist. Ob das eine gute Idee war, ihm wieder zu vertrauen. Aber dennoch ist sie froh.

Als sie wach wird ist er nicht mehr neben ihr. Sie hört die Dusche laufen. Also setzt sie sich auf und geht sich ein mal durch die Haare. ,,Vielleicht..." sie beißt sich auf die Unterlippe. Sollte sie vielleicht zu ihm unter die Dusche? Nein, vielleicht lieber nicht. Aber eigentlich müsste sie selbst auch duschen...

Dennoch steht sie entschlossen auf und zieht sich ihren Morgenmantel über. Sie geht zu ihm ins Badezimmer und beginnt sich die Zähne zu putzen. Er schaut sie sich erneut an. ,,Komm doch zu mir unter die Dusche." sagt er, denn er merkt wie nervös sie ist.

Sie spuckt die Zahnpasta aus und sieht ihn etwas nervös an. ,,Hör mal... Nicht nur meine Arme haben diese, diese...." er nickt. ,,Ich weiß." ,,Ja, aber bei Tageslicht sieht das alles viel schlimmer aus. Es ist wirklich nicht sehr schön..."

Er macht die Duschtür auf und will sie rein lassen. Also öffnet sie ihren Bademantel und lässt den zu Boden fallen. Sie tritt vorsichtig zu ihm ein, wohl bedacht ihm nicht sofort ihren Rücken zu zeigen.

,,Dreh dich um." sagt er ihr und schaut ihr dabei tief in die Augen. Sie beißt sich auf die Unterlippe, zögert ein Moment. Dann dreht sie sich um. Langsam.

Mit seinen nassen, warmen Fingern streicht er ihre Locken auf die Seite und betrachtet ihren Rücken. Auch hier ziehen lange Narben entlang. Er streicht mit seinen Fingern ihren Rücken entlang und berührt dabei jede einzelne von ihnen.

Yamila schließt die Augen. Ihre Atmung ist kurz und ihr Gesicht scheint gequält. Die letzte die ihren Narben berührt hatte war die Stammesälteste aus einem Ureinwohnerdorf in Afrika. Sie hat gesehen was alles mit Yamila passiert ist und hat ihren Körper mit alten Bräuchen von allem negativen Energien zu befreien versucht.

Gelungen ist dies ihr leider nicht, da Yamilas Wunden so unglaublich tief sind. Sie sagte, dass Yamila erst sich selbst verzeihen muss, denn sonst wird sie nie heilen.

,,Soll ich aufhören?" Yamila schüttelt mit dem Kopf. ,,Nein, ist schon gut. Mach weiter." er küsst ihre Schulter. ,,Willst du mir von damals erzählen?" sie dreht sich wieder zu ihm um. ,,Vom Internat?" er nickt.

,,Hm, ich..." sie atmet tief durch. ,,Okay. Klar."

Yamila ist schon seit drei Monaten hier. So wie es am Anfang in den ersten paar Wochen war ist es bei weitem nicht mehr. Die Schwestern waren unglaublich nett und haben ihr ,,geholfen" sich einzufinden. Aber jetzt? Jetzt ist alles anders.

Jetzt zeigen sie ihre wahren Gesichter. Hier in dem Internat geht es zu wie damals. Die Mädchen da werden geschlagen, gefoltert und, wie die Schwestern es sagen, damit therapiert.

Es war wie die Hölle auf Erden. Clara, die Zimmergenossin von Yamila, hatte sie an ihrem ersten Tag schon gewarnt. Sie konnte ebenfalls italienisch sprechen und hat immer wieder Mal ein Wort eingeworfen wie es hier in Wahrheit so ist.

Alles war Video überwacht und die Mädchen wurden aufs genaueste kontrolliert. Alles was sie sagten wurde aufgenommen. Dementsprechend musste Clara immer nur ein Wort in einer Unterhaltung einwerfen, damit es nicht auffällt.

Love me touchlessGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt