Er/Sie
Das Dröhnen des Motors vermischte sich mit den gedämpften Geräuschen der Stadt, während die Straßenlaternen in regelmäßigen Abständen flackernde Lichtstreifen über das Armaturenbrett zogen. Yamila konnte fühlen, wie die Spannung im Auto zunahm, sich zwischen ihr und Ryan ausbreitete wie ein elektrisches Feld, das nur darauf wartete, zu explodieren.
Auf der Rückbank waren Yannie und Logan vollkommen in ihrer eigenen Welt versunken. Ihre gedämpften Küsse und das Knistern von Kleidung, die sich aneinander rieb, füllten den Raum mit einer beinahe unangenehmen Intimität. Yamila versuchte, es zu ignorieren, richtete ihren Blick starr auf die vorbeiziehenden Straßen. Doch das wurde mit jeder Sekunde schwieriger.
Denn Ryans Blick lag auf ihr. Und er machte sich nicht einmal die Mühe, es zu verbergen.
Immer wieder spürte sie seine Augen auf sich, spürte, wie er jede Bewegung registrierte—den leichten Anstieg ihrer Brust beim Atmen, die Art, wie sie ihre Lippen leicht aufeinanderpresste, als würde sie sich selbst davon abhalten, etwas zu sagen. Er spielte mit ihr, genau wie damals. Doch sie war nicht mehr das naive Mädchen von früher.
Und trotzdem ließ er sie nervös werden.
Als sein Blick wieder über ihr Gesicht wanderte, konnte sie es nicht länger ignorieren. Sie drehte den Kopf zu ihm, ihr Blick scharf, herausfordernd.
„Könntest du dich bitte auf die Straße konzentrieren?“ Ihre Stimme klang schärfer als beabsichtigt, doch sie konnte dieses verfluchte Funkeln in seinen Augen nicht ertragen.
Ryan lachte leise, ein kaum hörbarer, kehliger Laut, der ihre Haut zum Kribbeln brachte. „Das wird schwer, wenn du neben mir sitzt.“
Verdammt. Das war nicht fair. Er wusste genau, was er tat.
Ehe sie etwas erwidern konnte, riss er das Lenkrad leicht herum und nahm die nächste Kurve mit einer Geschwindigkeit, die ihr Herz einen Schlag aussetzen ließ. Der plötzliche Ruck ließ sie instinktiv nach Halt suchen. Mit einer Hand klammerte sie sich am Leder des Sitzes fest, mit der anderen griff sie nach dem Griff über der Tür.
Ein Déjà-vu traf sie unerwartet, eine Erinnerung, die mit einem Mal glasklar vor ihr stand.
Flashback:
Der Schnee knirschte unter ihren Stiefeln, ihre Oberschenkel brannten von der Anstrengung, und sie hasste einfach alles an dieser Wanderung. Wieso zur Hölle musste sie für Gesangsübungen auf einen gottverdammten Berg steigen? Es war kalt, ihre Finger froren, und ihr Magen knurrte laut genug, dass Ryan es hören musste.
„Komm jetzt!“ rief er ihr über die Schulter zu, während er mit müheloser Leichtigkeit den schmalen Pfad nach oben nahm.
„Ich scheiße auf Gesangsübungen! Lass uns umdrehen!“ jammerte sie und blieb trotzig stehen.
Ryan drehte sich zu ihr um, ein herausforderndes Funkeln in seinen grünen Augen. „Ms. Dolly meinte, es würde gut für dich sein.“
Yamila schnaubte und verschränkte die Arme. „Ach, die hat doch keine Ahnung...“ Natürlich hatte sie Ahnung. Ihre Gesangslehrerin war eine Legende, aber Yamila war hungrig und hatte keine Lust mehr. Sie sehnte sich nach einem heißen Kakao, nach der Wärme einer Decke, nach Ryan’s Armen um sie. „Am liebsten wäre ich jetzt mit dir im Häuschen, mit einem Kakao, unter einer Decke, auf dem Sofa. Ich würde mich an dich kuscheln und wir würden einen Film sehen.“ Ihre Stimme wurde weicher, sie trat näher und hauchte einen Kuss auf seine Lippen.
Er stöhnte leise gegen ihren Mund. „Das machen wir, sobald du deine Übungen gemacht hast. Wir sind gleich da. Na los.“
Nur widerwillig setzte sie einen Fuß vor den anderen, aber sie wusste, dass sie ihm nicht widerstehen konnte.
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Love me touchless
Romance●Wird bearbeitet. Beginn: 15.02.25● Es tutet, immer wieder. Und wieder. Und wieder. Dann kurz bevor sie es aufgeben wollte, geht jemand ans Telefon. ,,Daddy?" sagt sie fröhlich und erleichtert. ,,Ja?" seine Stimme, die mit Hass erfüllt ist, zerreißt...
