Yamila
Die Morgensonne taucht das Gehege in goldenes Licht, als ich das Tor zum Elefantenbereich öffne. Ich liebe diese Zeit des Tages – wenn die Welt noch ruhig ist und alles beginnt, langsam zu erwachen.
Vor mir steht eine kleine Elefantendame mit dunklen, klugen Augen. Ihr Name steht auf der Akte, die ich in der Hand halte.
Ich knie mich hin und lächle sie an. „Hallo, du Süße. Wie ist denn dein Name?“
Die kleine Elefantin trötet laut, hebt ihren Rüssel und umklammert damit spielerisch meine Hüfte.
Ich lache leise, während ich ihren Namen in der Akte finde. „Okay, Zamba, dann checken wir dich mal durch.“
Sanft nehme ich ihren Rüssel und beginne, den Verband vorsichtig abzuwickeln. Darunter sind die Wunden, die sie von ihrer Rettung hatte – doch sie heilen schneller als erwartet.
„Oh, das sieht ja schon viel besser aus. Das können wir weglassen.“ Ich streiche sanft über ihre Stirn, drücke einen Kuss auf ihre raue Haut.
Zamba schmiegt sich an mich, als würde sie genau verstehen, was ich sage.
„Sieh mal, was ich hier Leckeres für dich habe.“ Ich greife nach der Milchflasche und halte sie ihr hin.
Kaum habe ich die Flasche in ihren Rüssel gelegt, beginnt sie gierig zu trinken, ihre kleinen Ohren wackeln zufrieden.
„Das schmeckt dir, nicht wahr?“ Ich streiche ihr über den Kopf, während sie genüsslich schlürft.
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, diese Tiere zu versorgen, ihnen Sicherheit zu geben. Sie haben alle ihre Geschichten, ihre Verluste – aber hier, in diesem Moment, gibt es für sie nur Geborgenheit.
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„Aua, nicht so doll!“ Ich lache, als kleine, spitze Zähnchen sich in meine Finger graben.
Das Löwenjunge, das auf meinem Schoß liegt, kaut unermüdlich an meiner Hand, während sein kleiner Körper vor Zufriedenheit vibriert.
„Oh, du bist so süß!“ Ich ziehe ihn sanft hoch und drücke ihn an meine Brust. Der kleine Kerl schnurrt, als wäre er eine überdimensionale Hauskatze, während die Wärme meines Körpers ihn beruhigt.
Ich kann nicht verstehen, wie jemand so ein wundervolles Geschöpf einfach aussetzen konnte.
„Ich hätte dich niemals einfach irgendwo zurückgelassen.“ Ich streichle seinen Kopf, während er seine großen, bernsteinfarbenen Augen schließt und sich in meinen Armen zusammenrollt.
Gerrit steht ein paar Meter entfernt und beobachtet mich mit einem nachdenklichen Blick.
„Wenn sie eine Bindung zu dir aufbauen, dann vertrauen sie dir auch, wenn sie ausgewachsen sind.“
Ich sehe auf. Die Stimme gehört einer jungen Frau mit feuerroten Haaren, die lässig an der Wand lehnt.
„Ja, ich weiß.“ Ich lächle leicht. „Ich habe in Afrika einmal ein Löwenjunges aufgezogen. Ich bin gespannt, ob sie mich wiedererkennen wird, wenn ich eines Tages zurückkehre.“
Die Rothaarige mustert mich neugierig.
„Anna.“ Sie winkt mir unbeholfen zu. Es hat wohl die Runde gemacht, dass ich mich ungern berühren lasse.
Ich lächle sie lieb an. „Yamila.“
„Ich bin noch nicht lange hier“, erklärt sie, während sie mir weiterhin interessiert zusieht. „Aber ich würde mich freuen, wenn wir uns gut verstehen. Ich brauche hier definitiv eine Freundin.“
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Love me touchless
Romance●Wird bearbeitet. Beginn: 15.02.25● Es tutet, immer wieder. Und wieder. Und wieder. Dann kurz bevor sie es aufgeben wollte, geht jemand ans Telefon. ,,Daddy?" sagt sie fröhlich und erleichtert. ,,Ja?" seine Stimme, die mit Hass erfüllt ist, zerreißt...
