,,Dad, bitte... Das leben dieses Jungen wird vorbei sein." wütend schaut er sie an. ,,Und was ist mit deinem Leben?! An dem Abend als er entschied zu weit zu gehen, hat er deins zerstört. Und du willst ihn auch noch in Schutz nehmen?" Yamila schaut auf ihre Hände.
,,Das kann doch eh keiner mehr beweisen. Sein Wort steht gegen meins." fassungslos lässt er sich in den großen Lederstuhl seines Büros fallen. ,,Hat denn keiner mitbekommen, was passiert ist?" erst wollte sie den Kopf schütteln, doch ihr zögern verrät sie. ,,Na also gibt es doch einen Zeugen. Yamila, Menschen wie er müssen bestraft werden. Menschen wie er haben es nicht verdient, dass sie frei herum laufen. Wer weiß wie viele er das noch angetan hat..."
Sie schaut ihren Vater traurig an. Sie hatte diesen Gedanken immer zu verdrängen versucht. Sie will wirklich nicht daran denken, dass andere das selbe wie sie durchmachen mussten, denn das ist einfach nur schrecklich. Wie viel Leid kann ein Mensch eigentlich ertragen, bis dieser zusammen bricht?
,,Yamila, dein Vater hat recht." sie zuckt zusammen als sie eine weibliche Stimme hört und dreht sich zur Tür. ,,Mom?" mit langen schritten, welche durch das enge grüne Kleid und den Boots noch länger aussehen, kommt sie auf sie zu uns setzt sich neben Yamila auf einen Stuhl. ,,Du hast mit ihr darüber geredet?!"
Wird sie wütend. Sie kann nicht glauben, dass ihr Vater solche Dinge Maria erzählt. ,,Schätzchen, wir wollen nur das beste für dich..." versucht sie ihre Tochter zu beruhigen, doch ist Yamila gerade auf 180. ,,Jetzt liege ich dir am Herzen? Jetzt willst du dich um mich kümmern? Nein danke, ich verzichte. Ich komme gut alleine zu recht." Yamila verschränkt die Arme vor der Brust und starrt aus dem Fenster.
,,Yamila, ich will dir doch nur beistehen. Ich bin deine Mutter." sie schnaubt verachtend aus. ,,Ernsthaft? Wo warst du denn dann all die Jahre? Wo, Mom? Nach Yanniks Tod bist du einfach verschwunden. Ich musste deine Rolle übernehmen. Ich hätte es verstanden, wenn du dir eine kleine Pause genommen hättest. Ja wirklich. Aber ganz weg? Wir haben ewig nichts von dir gehört und dann bekamen Yannie und ich zum Geburtstag eine Postkarte. Ich hätte dich damals gebraucht, nicht jetzt. Also entschuldige wenn ich dir nicht glauben kann, dass du jetzt eine Mutter sein willst." damit steht sie auf und verlässt den Raum.
,,Yamila warte doch.." sie schüttelt den Kopf. ,,Nein, Dad. Ich werde mich nicht bei ihr entschuldigen. Ich glaube an die Sache mit der Vergebung und der zweiten Chance. Aber nicht bei ihr. Denn Enttäuschungen sind bei ihr vorprogrammiert. Und da mache ich nicht mit. Nicht mehr."
Egal wie sehr sie versucht ihr Verhalten zu begreifen und zu entschuldigen, sie kann es nicht. Und sie hat es versucht. ,,Ich musste mit ihr darüber reden. Sie als Frau kann sicher besser nachvollziehen was dir passiert ist..." ,,Nein, Dad, dass kann sie nicht. Niemand kann nachvollziehen was ich fühle, der nicht das selbe durchgemacht hat. Es tut mir leid, aber ich gehe jetzt." sie legt ihm vorsichtig ihre Hand an seinen Arm und geht dann auf den Aufzug zu.
,,Und dann?" Yamila schaut Anna interessiert an. ,,Dann meinte er, ich sei schuld an allem." verachtend schüttelt Yamila den Kopf. ,,Was ein Arsch. Männer denken auch, dass sie uns immer die Schuld geben können."
Anna und ihr Mann haben gerade eine ziemlich schwierige Phase. Momentan läuft es eher weniger rosig bei ihnen. ,,Ich bin so wütend! Ich will ihn heute gar nicht sehen."
Behutsam legt Yamila ihre Hand an Annas Arm. ,,Das tut mir wirklich leid. Aber vielleicht solltest du einfach Mal mit ihm reden über das was dich stört." Anna ist ein, was Yamila in der Zeit wo sie sich kennen aufgefallen ist, aufbrausender Mensch. Sie kann man leicht auf die Pläne bringen.
,,Ja, sollte ich. Aber er macht mich einfach nur wahnsinnig." Yamila lacht. ,,Versöhnungssex soll ja der beste sein." nun beginnt auch Anna zu lachen. ,,Das stimmt schon. Aber ich denke, mit Ryan ist jeder Sex gut."
Gott, wenn sie nur wüsste. Es reicht ja nicht, dass er unbeschreiblich gut aussieht, er ist auch noch ein Sexgott. Dazu äußert sie sich aber nicht. ,,Wollen wir heute vielleicht ins Kino?" fragt Yamila Anna, um vom Thema Sex abzulenken, denn sonst würde sie ihn gleich anrufen und herbestellen.
,,Was läuft denn?" Yamila legt den kleinen Löwenjungen zurück ins Gehege und zieht dann ihr Handy aus der Jackentasche. Es wird immer kälter draußen und ohne Jacke wird ihr viel zu kalt.
Dann öffnet sie die Seite des Kinos und schaut sich die verschiedenen Programme an. ,,Zwei Liebesfilms, ein Aktionfilm, zwei Kinderfilme und ein Horrorfilm."
,,Also zu Liebesfilmen sage ich nie nein. Such dir einen aus, vielleicht einer wo ordentlich Sexszenen sind. Damit ich angeheizt werde auf versöhnungssex." beide beginnen wieder zu lachen, werden aber durch einen Anruf unterbrochen. Yamila wollte eigentlich nicht Ran gehen, aber hat Anna den Namen gesehen und ihr das Handy aus der Hand gerissen.
,,Hallo schöner Mann. Yamila ist zur Zeit nicht erreichbar, aber Sie können sich auch mit mir, der wunderschönen Freundin, unterhalten." Yamila verdreht die Augen und nimmt sich das Handy zurück.
,,Entschuldige." sie schaut Anna noch kopfschüttelnd und mit einem Lächeln auf den Lippen hinterher, die sich wieder zurück zu ihrem Bereich begibt. ,,Anna ist ja auch ein Fall für sich..." und wie. ,,Sag Mal, willst du nach der Arbeit zu mir? Ich lasse ein Bad ein."
Sie erkennt sein Unterton und beißt sich schlagartig auf die Unterlippe. ,,Das klingt wirklich schön, aber Anna und ich schauen nach der Arbeit noch ein Film im Kino. Wenn es danach geht, bin ich für alles offen."
Sie kann förmlich sein lächel sehen. ,,Für alles ja?" ,,Mh..." sie verzehrt sich so sehr nach ihm. ,,Was trägst du unter der Kleidung?"
,,Rote spitze." er räuspert sich. ,,Kannst du das mit dem Film nicht verschieben?" Yamila setzt sich auf einen Stuhl und öffnet eine Akte. ,,Vermisst du mich etwa so sehr?"
,,Du glaubst gar nicht wie." sie kann hören, dass sein Schrank auf geht. ,,Tut mir leid mein Schatz, aber du musst noch bisschen warten. Es sind noch ca drei Stunden, dann sehen wir uns."
Sie schreibt das Gewicht der kleinen Löwenjungen auf und klappt dann die Mappe wieder zu. ,,Ich komme zu dir." ,,Nein, Ryan! Das ist meine Arbeit hier."
,,Na und? Das hat uns doch sonst nicht aufgehalten." sie erinnert sich dran, wie er seinem Onkel für ein Moment im Büro helfen musste, und was die beiden dort getan haben. ,,Du kannst ja gern herkommen, aber ich werde nichts machen!" stellt sie klar, doch hatte sie ihre Wortwahl nicht ganz durchdacht. ,,Musst du auch nicht, ich werde die Arbeit übernehmen." wie sehr er es liebt sie aus der Fassung zu bringen. ,,Ryan, ich warne dich. Wenn du gleich hier bist, wirst du heute gar nichts mehr von mir zu sehen bekommen, denn dann fahre ich nach Hause."
Er lacht und sie merkt, dass er sie wieder geärgert hat. ,,Ist ja schon gut Sunny. Wir sehen uns später. Ich liebe dich." und schon legt er auf.
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Love me touchless
Romance●Wird bearbeitet. Beginn: 15.02.25● Es tutet, immer wieder. Und wieder. Und wieder. Dann kurz bevor sie es aufgeben wollte, geht jemand ans Telefon. ,,Daddy?" sagt sie fröhlich und erleichtert. ,,Ja?" seine Stimme, die mit Hass erfüllt ist, zerreißt...
