s i e b z e h n

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Ein wenig nervös gehe ich mit dem Braunhaarigen mit. Eines ist klar: Ganz bestimmt will er wegen TJ mit mir reden.

Aber was genau er sagen wird? Da sind viel zu viele Möglichkeiten.

Wir bleiben weit abseits der anderen Schüler stehen und schließlich greift er nach meiner Hand.

„Alles okay bei dir?", will er wissen.

Verwirrt verziehe ich mein Gesicht.

„Uhm...ja.", erwidere ich. „Warum sollte dem nicht so sein?"

Der Größere seufzt.

„Naja...du hast einfach in letzter Zeit große Änderungen durchgemacht. Dein Style ist anders, du schminkst dich nicht mehr wirklich und jetzt hast du auch noch kurze Haare.", erklärt er. „Das... das beunruhigt mich einfach. Es kommt mir so vor, als ob du jemand sein willst, der du nicht bist."

Daraufhin bin ich echt schockiert, kann gar nicht fassen, dass er überhaupt nicht merkt wie viel besser ich mich seit diesen Änderungen fühle.

„Will ich nicht.", sage ich also sofort und sehr bestimmt. „Ich will nur etwas Neues ausprobieren."

„Ist es wegen TJ?", sogleich kommen diese vier Worte aus Cedric geschossen und meine Augen weiten sich.

Mich räuspernd entziehe ich ihm meine Hand und verschränke meine Arme vor der Brust.

„Es ist nicht wegen ihm.", antworte ich. „Ich will mein Leben einfach mal etwas spannender machen und mich an einen neuen Style wagen."

Cedric mustert mich nun skeptisch.

„Ist er dein Freund?", diese Frage kommt fast aus dem Nichts und ich versteife mich.

„TJ?"

„Natürlich, TJ!", regt er sich auf einmal auf. „Wer denn sonst?!"

Dabei klingt er richtig abwertend und das schockiert mich gleich noch mehr. Denn abgesehen von den letzen Ereignissen mit TJ hat er sich noch nie so benommen. Besonders nicht vor mir und erst recht nicht mit mir alleine.

„Nein, wir sind wirklich nur Freunde.", schaffe ich es zu erwidern und wende meinen Blick von ihm ab.

Das Ganze wird immer unangenehmer.

„Sicher?", natürlich ist Cedric immer noch skeptisch.

Ich nicke.

„Und warum hat er dich dann Baby genannt? Warum hat er dich geküsst?", sein Tonfall wird immer aggressiver und vorwurfsvoller.

Jetzt kann ich es einfach nicht mehr zurückhalten.

„Weil du ihn total mies behandelt hast!", platzt es aus mir ins Cedric sieht mich perplex an.

Das hat er wohl nicht erwartet. Er lacht auf.

„Und warum denkst du, dass ich das getan habe?", er guckt mich eindringlich an. „Weil ich verdammt nochmal merke, dass du anders bist seit er hier ist! Du verstellst dich total! Für ihn!"

Langsam schüttelt er mit dem Kopf und mir bleibt der Mund leicht offen stehen. Das habe ich nicht kommen sehen.

„Ich will dir nichts Böses Tess.", spricht Cedric ruhiger weiter. „Ich mag dich. Sehr. Und deshalb will ich dich vor einem großen Fehler bewahren. Sieh ein, dass du dich niemals für wen verstellen solltest. Bitte. Ich mache mir Sorgen um dich."

Er greift wieder nach meiner Hand und ich bleibe weiterhin für eine Weile still, dann entziehe ich sie ihm und lächele traurig, schüttele mit dem Kopf.

Lies | TaddlWo Geschichten leben. Entdecke jetzt