Hi, erstmal kurz vorne weg: das ist das letzte Kapitel das vor der Lesenacht kommt (falls es sich beim Lesen ein wenig wie ein Lückenfüller anfühlt, tut mir das sehr leid🙈) Trotzdem ganz viel Spaß beim Lesen🥰
„Liv, ich habe absolut nichts zum Anziehen.", jammere ich ins Telefon, während ich meine Klamotten von links nach rechts in meinem Kleiderschrank hin und her schiebe. Nach einigem hin und her habe ich mich dazu breitschlagen lassen doch auf die Party zu gehen, vorausgesetzt, ich finde in den nächsten dreißig Minuten irgendetwas partytaugliches in diesem Chaos.
„Du siehst in allem heiß aus, was sich in deinem Schrank befindet, also hör auf rum zu jammern und sag mir lieber, was ich anziehen soll.", meint meine beste Freundin am anderen Ende der Leitung, die anscheinend das gleiche Problem hat wie ich.
„Wie wäre es mit dem schwarzen Minikleid?", schlage ich vor und kann mir ein Grinsen dabei nicht verkneifen. Das Kleid ist ziemlich knapp und betont sehr viel.
„Das mit den Glitzersteinchen am Ausschnitt?"
„Jap.", antworte ich, während ich ein hauchdünnes Top aus meinem Schrank ziehe, begutachte und direkt wieder weglege. Das geht gar nicht.
„Ist das nicht ein wenig zu...freizügig?"
„Kommt drauf an, was du heute Abend vorhast.", antworte ich immer noch grinsend und spiele darauf an, dass sie zusammen mit Luke zur Party kommen wird. Seit gut zwei Jahren fragt sich sowohl das gesamte Team als auch unsere Freundesgruppe, ob zwischen den beiden nicht etwas läuft, aber anscheinend wissen sie das selbst nicht so genau. Und weder Liv noch Luke haben jemals eine Andeutung gemacht, dass zwischen ihnen schon etwas passiert ist. Aber vielleicht ist heute ja die Nacht der Nächte.
„Ich weiß, was du gerade denkst und die Antwort ist nein. Wir sind nur Freunde und gehen da heute auch nur als Freunde zusammen hin.", meint meine beste Freundin lachend. „Aber du hast recht. Das Kleid sieht gut aus und ich hätte nicht gegen ein bisschen flirten heute Abend. Und Sex. Ich hätte gern mal wieder Sex. Ich meine, dass ist eine Uni Party, da werden sicher meine Menge Typen sein, die genauso denken. Es muss ja nicht unbedingt mit Luke sein."
„Könnte es aber." Diesen Satz kann ich mir nicht verkneifen, woraufhin ich ein genervtes Aufstöhnen am anderen Ende der Leitung vernehme. Mit dem Luke Thema kann man Liv wunderbar aufziehen.
„Also, wieso wechseln wir nicht das Thema und kommen zu den wichtigen Dingen wie zum Beispiel deinem Outfit. In welche Richtung soll es denn gehen?", fragt sie vorsichtig.
„Ich weiß es nicht.", gebe ich seufzend zu und erinnere mich wieder an das Gespräch mit Beth vor ein paar Tagen. Ich habe sowohl ihr als auch Tyler versprochen weiterzumachen. Und ein hübsches Outfit auf einer Party ist vielleicht ein kleiner Schritt in diese Richtung.
„Ich hasse es so mit dir reden zu müssen.", meint Liv, der mein Schweigen nicht entgangen ist. „Aber du musst den Tatsachen ins Auge blicken: Tyler ist seit fast einem halben Jahr tot und seitdem hast du dein Zimmer praktisch nicht mehr verlassen. Das hätte er garantiert niemals gewollt. Du sollst ja niemanden abschleppen und du musst auch mit niemandem heute Abend reden, wenn dir nicht danach ist. Von mir aus kannst du auch den ganzen Abend in einer Ecke sitzen und die Wand anstarren, aber ich denke, es würde dir guttun mal wieder rauszukommen. Mal abgesehen von unserer Gruppe hattest du mit niemanden mehr Kontakt gehabt seit der Beerdigung. Und wenn dich jemand dumm anmacht, sind wir da und gehen sofort. Versprochen.", meint sie und ich versuche ihr Worte zu verdauen.
Sie hat absolut Recht. Ich habe Tyler versprochen, dass ich weiter machen werde und mich auch wieder unter Leute wage und aktuell halte ich mein Versprechen nicht besonders gut. Wenn man es genau nimmt, habe ich ihm versprochen mich spätestens zwei Monate nach seinem Tod mit irgendeiner anderen Person zu verabreden, damit ich Zitat „Nicht aus der Übung komme." Aber ihm war vermutlich genauso klar wie mir, dass ich dieses Versprechen nicht halten kann und auch nicht werde. Ich habe es ihm nur gegeben, damit er sich um mich nicht auch noch sorgen musste.
DU LIEST GERADE
Two broken Souls - Finding Happiness Again
Romans„Suchst du etwas?", raune ich Everly zuckt so heftig zusammen, dass ihr erstens der Karton aus den Fingern gleitet und sie zweitens selbst das Gleichgewicht verliert und ins Straucheln gerät. Da ich allerdings finde, dass ihre Gesundheit wichtiger i...
