Los geht's mit Teil 1 der Lesenacht❤️
Everly sieht ehrlich beeindruckt aus, als sie sich zu mir herumdreht und mit leuchtenden Augen weiter mein Zimmer betrachtet.
„Darf ich?", fragt sie und zieht, als ich nicke, den zweiten Band einer verdammt guten Fantasyreihe heraus, um den Klappentext zu lesen. Ihre Finger fahre unendlich sanft über das Hardcover und ich frage mich augenblicklich, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn sie über meine Haut fahren.
Ganz falsche Richtung, rufe ich mir selbst in Erinnerung, vor allem nach meinem letzten Kommentar, der wirklich nicht so anzüglich gemeint war, wie er geklungen hat. Trotzdem kann ich meinen Blick nicht von ihr abwenden, während sie alles in meinem Zimmer in sich aufzusaugen scheint. Ich glaube, dass dieses Freundschaftsding schwieriger werden wird, als ich anfangs gedacht habe.
„Das klingt gut.", meint sie und stellt das Buch zurück in mein Regal...an die falsche Stelle.
„Zwei Bücher weiter links.", weise ich sie mit einem kleinen Nicken daraufhin, woraufhin sie grinsen muss.
„Macht das so einen großen Unterschied, wo das Buch im Regal steht?" Ich schaue sie ungläubig an, während Everly ein Kichern entweicht über meinen fassungslosen Gesichtsausdruck, auf dem sie vermutlich lesen kann, dass ich sie am liebsten fragen würde, ob die Frage ernst gemeint war.
„Du liest nicht viel, oder?", versuche ich es bemüht ruhig, während mein Bücherherz danach schreit, das Buch sofort wieder aus dem Regal zu holen und an seinen richtigen Platz zu stellen.
„Eigentlich dachte ich immer, dass ich relativ viel lese, aber ich glaube das ist kein vergleich zu deinem Leseverhalten.", meint sie schulterzuckend.
„Wie viel liest du denn?"
„So ein Buch im Monat.", meint sie und sieht mich stolz an, während ich versuche ein Lächeln zu unterdrücken.
„Tu wenigstens so, als wäre das viel.", meint sie seufzend, als sie bemerkt, dass ich nicht halb so beindruckt davon bin, wie sie vermutet hat und holt das Buch, dass sie eben falsch ins Regal gestellt hat, wieder heraus.
„Das ist wahnsinnig viel.", meine ich lachend, nehme ihr das Buch ab und stelle es an seine richtige Stelle ins Regal zurück.
„Ich verstehe immer noch nicht, warum das jetzt so weltbewegend ist, dass das Buch hier und nicht zwei Bücher weiter rechts steht. Es ist ja nicht, als hätte ich es versteckt und du würdest es nicht mehr finden" Ich atme einmal tief durch, bevor ich mich für die Diskussion mit ihr wappne, die ich auch schon etliche Male mit meiner Schwester und sämtlichen Nicht-Bücherfreaks geführt habe.
„Also erstens, gibt es hier eine Ordnung in diesem Regal und sogenannte Regeln."
„Regeln?"
„Regeln!", bestätige ich. „Regel Nummer eins: Buchreihen werden nicht voneinander getrennt. Wenn du das Buch zwei Bücher weiter links einsortierst, kommt zum einen der zweite Band vor dem ersten und zum anderen unterbrichst du die Reihe die davorsteht, in dem du ein fremdes Buch zwischen Band drei und vier stellst und das geht einfach nicht. Das ist gegen jedes Büchergesetzt, das jemals existiert hat." Everly sieht mich verdattert an, so als würde ich eine völlig fremde Sprache sprechen.
„Ist dir das wirklich so wichtig oder verarschst du mich gerade?" Ihr Blick ist skeptisch, während sie jede Regung in meinem Gesicht genaustens zu analysieren scheint, um herauszufinden, ob ich sie gerade auf den Arm nehme.
„Natürlich ist mir das wichtig, wir rede schließlich über Bücher. Gibt es bei dir nicht auch so etwas, was dir aus einem unerklärlichen Grund total wichtig ist, was andere aber für völlig bescheuert halten würden?" Sie scheint einen Moment überlegen zu müssen, bevor sie mir antwortet.
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Two broken Souls - Finding Happiness Again
Romantizm„Suchst du etwas?", raune ich Everly zuckt so heftig zusammen, dass ihr erstens der Karton aus den Fingern gleitet und sie zweitens selbst das Gleichgewicht verliert und ins Straucheln gerät. Da ich allerdings finde, dass ihre Gesundheit wichtiger i...
