Hi,
Hatte heute meine erste Klausur, die richtig schlecht gelaufen ist und möchte mich jetzt ein wenig ablenken. Deshalb viel Spaß beim Lesen ❤🥰
Everly:
Der Getränkeeinkauf mit Drew lässt sich in einem einzigen Wort beschreiben: Katastrophal.
Die Autofahrt verläuft in eisigem Schweigen abgewechselt mit blöden Kommentaren zu meinem Fahrstil und Navigationstalent von Drews Seite aus. Ich spiele mehr als einmal mit dem Gedanken ihn einfach an der nächsten Ecke rauszuschmeißen.
Im Supermarkt läuft es dann keinen Deut besser. Erst streiten wir über die Wahl der Getränke, dann über die Anzahl an Flaschen, die wir benötigen, bis ich Drew einfach nur noch genervt in der Getränkeabteilung stehen lasse, als er tatsächlich das Argument anführt, dass ich als Frau keine Ahnung habe, welche Biersorten gut sind.
Als wir nach zwei Stunden wieder in unsere Einfahrt einbiegen, stehe ich kurz davor meinen ersten Mord zu begehen und bin heilfroh, als Drew die Autotür öffnet und endlich aussteigt. Selten ist mir eine Person so auf den Keks gegangen wie dieser Typ in den letzten zwei Stunden. Doch in dem Moment, als ich den Postboten erblicke, der sich unserem Haus nähert, wünsche ich mir sofort weitere drei Stunden Autofahrt mit Drew, denn ich weiß genau, was jetzt kommt. Es ist immer dasselbe und trotzdem habe ich mich noch immer nicht daran gewöhnt.
„Entschuldigen sie bitte.", spricht er uns freundlich an. „Wohnt hier zufällig eine Mrs. Watson?"
Ich war auf seine Frage vorbereitet, aber nicht auf diesen starken, stechenden Schmerz, der mich in diesem Moment durchzuckt, als er meinen Nachnamen ausspricht. Er ist so heftig, dass er mir die Luft aus den Lungen presst und mich auf keuchen lässt.
„Hey.", ich sehe wie Drew einen Arm auf meine Schulter legt und mich irgendetwas fragt, was ich allerdings nicht verstehe. In meinen Ohren rauscht das Blut und ich muss erst ein paar Mal tief ein und wieder aus Atmen, bevor ich mich beruhigen kann. Meine Hand kralle ich in Drews Jacke, da ich Angst habe jeden Moment umzukippen. Er scheint das gleiche zu denken, da er zusätzlich noch einen Arm um mich legt, fast so als wolle er mich festhalten.
Verdammt. Warum wird das nicht leichter? Es ist jedes Mal das gleiche. Und obwohl ich weiß, was kommt, schaffe ich es nicht anders zu reagieren, auch wenn ich es mir so sehr wünschen würde. In diesen Momenten habe ich keine Kontrolle über mich und meinen Körper.
Da mich allerdings sowohl Drew als auch der Postbote vermutlich mittlerweile für bescheuert oder gestört halten müssen, zwinge ich diesen Schmerz in mir nieder, wische mir fast schon wütend die Tränen von den Wangen, löse mich von Drew und widme meine Aufmerksamkeit wieder dem Postboten.
„Ja, das bin ich.", meine Stimme ist dünn und zittert, was den beiden nicht zu entgehen scheint, genauso wie meine Hand mit der ich nach dem Brief greife. Der Postbote nickt und überreicht mir den Brief. In seinem Blick erkenne ich Mitleid. So sieht mich jeder aktuell an und aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund, kann ich damit überhaupt nicht umgehen, weswegen ich ihm dem Brief aus der Hand nehme, auf dem Absatz kehrt mache und fast schon rennend im Haus verschwinde.
Ich will kein Mitleid. Ich will einfach nur, dass dieser konstante Schmerz verschwindet und nie wieder kommt.
Drew:
Ich schaue Everly ebenso verdattert hinterher wie der Postbote vor mir. Was war das denn gerade?
„Habe ich irgendetwas falsch gemacht?", fragt er mich vorsichtig und spricht damit aus, was ich mich auch die ganze Zeit frage. Allerdings fällt mir nichts ein, was er hätte falsch machen können.
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Two broken Souls - Finding Happiness Again
Romantik„Suchst du etwas?", raune ich Everly zuckt so heftig zusammen, dass ihr erstens der Karton aus den Fingern gleitet und sie zweitens selbst das Gleichgewicht verliert und ins Straucheln gerät. Da ich allerdings finde, dass ihre Gesundheit wichtiger i...
