25. Drew

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Erstes Kapitel der Lesenacht ❤️ viel spaß

Die Party ist gigantisch.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon mit einer großen Feier gerechnet, aber niemals damit, dass so viele Leute kommen würden. Im Vergleich dazu waren die Partys in Chicago eher kleine, bescheidenen Feiern. Mindestens die halbe Uni ist erschienen und ich kann sogar einige junge Dozenten entdecken, die am Rande der Wiese stehen und sich unterhalten. Allein der Rasen des Verbindungshauses ist so überfüllt, dass ich gar nicht wirklich wissen möchte, wie viele Menschen sich dann erst im Verbindungshaus befinden. Ich habe zwar gehört, dass die Football Partys meistens zu laut, zu viel und so chaotisch sind, dass meistens die Polizei eingreifen muss, aber trotzdem habe ich das hier nicht erwartet. Ich werfe einen Blick auf Emily die anscheinend das gleiche denkt wie ich, während sie sich nervös eine Haarsträhne um den Finger wickelt und ich frage mich, ob sie sonst nicht auf solche Partys geht.

Josh hat mich vorhin noch angerufen, um mir mitzuteilen, dass ich heute Abend auf keinen Fall ohne Begleitung erscheinen kann, ganz egal ob ich in einer Beziehung bin oder nicht. Ich habe bis jetzt keinen blassen Schimmer wieso, da das Football Team eher den Ruf hat, reihenweise Groupies flachzulegen und für dieses Ziel ist es eher weniger hilfreich mit Begleitung zu solch einer Party zu gehen.

Mein erster Gedanke war es Everly zu fragen, ob sie vielleicht mitkommen möchte, aber erstens wird sie glaube ich auch so hier sein und zweitens haben wir seitdem sie bei uns im Training aufgetaucht ist, noch kein Wort miteinander gewechselt. Ich wusste zwar, dass das Team sie kennt, hätte aber nicht gedacht, dass sie dem Team und dem Coach so wichtig ist. Die erste Regel, die der Coach mir nämlich genannt hat, ist, dass niemand, und zwar absolut niemand beim Training zu sehen darf. Keine Eltern, keine Freunde und auch keine Partner. Everly hingegen wurde mit offenen Armen empfangen, was mich dann doch sehr überrascht hat.

„Ganz schön viel los, oder?", reißt mich Emily aus meinen Gedanken.

„Ja. Das hätte ich ehrlich gesagt gar nicht gedacht. Also ich dachte schon, dass es groß wird, aber nicht, dass es so..."

„Übertrieben, extravagant, chaotisch?", meint sie grinsend, bevor sie einen skeptischen Bick an sich hinunterwirft. Als sie mir wieder in die Augen sieht, liegt Unsicherheit in ihrem Blick, etwas, was ich bei Emily vorher noch nie gesehen habe. „Vielleicht passe ich hier doch nicht so rein"., meint sie nachdenklich, während sie zwei Mädchen beobachtet, die an uns auf High heels und in extrem kurzen Minikleidern vorbei staksen.

„Ach was. Du siehst super aus.", sage ich lächelnd und meine es auch genauso. Emily hat sich nach einigem hin und her und fünf Anrufen für einen roten Jumpsuit entschieden, der locker aber auch gleichzeitig elegant wirkt. Dazu trägt sie schwarze Vans, die ihr fantastisch stehen und ihre Haare hat sie, bis auf zwei vordere Strähnen zurückgebunden. Sie sieht richtig hübsch aus und nicht so aufgedonnert, wie die anderen Mädchen, die an uns vorbei in Richtung Haus laufen und ich ertappe mich dabei, wie ich sie nun zum dritten Mal heimlich mustere. Bei meiner Bemerkung wird sie leicht rot, was sie nur noch süßer aussehen lässt.

Verdammt nochmal, was denke ich hier eigentlich? Meine Gedanken sollten in Bezug auf Emily nicht in solch eine Richtung gehen, vor allem nicht, wenn ich parallel noch ständig über Everly nachdenke, aber vielleicht versucht mein Gehirn auch nur irgendetwas zu finden, womit es sich beschäftigen kann, damit ich nicht ständig darüber nachdenke, was mich in diesem Haus erwarten könnte. Denn seitdem ich weiß, dass mein ehemaliges Team und damit auch die Person, die ich unter keinen Umständen jemals wieder sehen wollte, da sein wird, kann ich an nichts anderes mehr denken.

„Danke.", meint sie verlegen und reißt mich damit erneut aus meinen Gedanken.

„Wollen wir reingehen?"

Two broken Souls - Finding Happiness AgainWo Geschichten leben. Entdecke jetzt