Hi,
Ich wollte mich so sehr bei euch bedanken für 1K Reads bei diesem Buch❤️🥺 Es freut mich so sehr, dass immer noch so viele dabei sind und könnte jedes Mal strahlen wenn ich eure Kommentare lese. Vielen vielen dank dafür❤️
Und jetzt ganz viel Spaß beim Lesen🥰
„Hier, iss, solange sie noch warm ist.", meint Liv grinsend und drückt mir eine riesige rosa Zuckerwatte in die Hand. Der süße Duft steigt mir in die Nase und sorgt augenblicklich dafür, dass ich mich besser fühle. Wer auch immer gemeint hat, dass Essen und im Speziellen Süßigkeiten keine Probleme lösen, hat keine Ahnung wie man sich mit Anfang zwanzig fühlt.
Seufzend lege ich den Kopf in den Nacken und betrachte die Sterne am Himmel, während Liv ihren Blick über die vielen Familien mit ihren kleinen Kindern schweifen lässt. Am frühen Abend zum Pier zu gehen war eine gute Idee von ihr. Die meisten Eltern gehen dann mit ihren Kindern, weil es für die Kleinen aufregend ist in der Dämmerung noch draußen sein zu dürfen. Das war es für uns damals auch und jetzt hat es etwas Tröstliches an sich, die ganzen glücklichen Familien zu beobachten.
Ich spüre einen leichten Druck auf meiner Schulter und drehe meinen Kopf zur Seite, nur um Livies blonde Haare im Gesicht zu haben. Ich weiß, dass irgendetwas nicht stimmt, sonst hätte sie mich nicht an einem Montagabend angerufen und gefragt, ob ich spontan Lust hätte mit ihr rauszugehen. Montag abends kommt immer eine neue Podcast Folge von Chemical Bromance online und das würde Liv um keinen Preis der Welt verpassen. Sie ist regelrecht süchtig nach dem Podcast der Chemie Studenten, der immer von den Abschlussklassen der UCLA gemacht wird. Selbst als wir auf Klassenfahrt waren hat sie sich früher auf unser Zimmer verzogen, um die aktuelle Folge zu hören. Und heimliche Mitternachtspartys am Strand werden deswegen schon gar nicht erst für Montagabende geplant, denn Livie würde da sowieso nicht auftauchen.
Ich vermute, dass irgendetwas auf der Party vorgefallen ist, und ich fühle mich richtig schlecht, weil ich nicht schon vorher versucht habe mit ihr darüber zu reden, sondern mit meinen eigenen Problemen beschäftigt war. Andererseits tun wir das auch nicht. Wir zwingen uns nicht zum Reden, auch wenn das heißt, dass wir uns manchmal Minuten lang nur anschweigen und stumm füreinander da sind. Das schätze ich so an unserer Freundschaft. Liv ist einfach da. Sie drängt sich nicht auf, sie versucht nicht mich zu überreden ihr mein Herz auszuschütten, sondern sie ist einfach da. Und deswegen bin ich jetzt auch einfach nur für sie da. Außerdem tut uns so ein Mädels Abend mal wieder gut. Das haben wir nämlich schon viel zu lange nicht mehr getan.
„Hast du schonmal etwas richtig Dummes gemacht, von dem du Angst hattest, dass es deine Freundschaft mit jemandem zerstören würde, sich in dem Moment aber verdammt richtig angefühlt hat?" Ich hebe überrascht den Kopf, gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie Liv meinem Blick ausweicht und stattdessen, den Stand mit dem Dosenwerfen anvisiert. Ich kann mir schon denken, dass es irgendetwas mit Luke zu tun haben muss, der seit einer Woche nämlich auch total merkwürdig und weggetreten ist, doch bisher habe ich nicht nachgehakt, weil es mich auch einfach nichts angeht.
Obwohl jeder aus unserer Freundesgruppe weiß, dass da etwas zwischen den beiden ist. Was, dass wissen sie vermutlich selbst nicht so genau, aber es ist nicht zu übersehen, dass, seitdem Liv wieder hier ist, eine gewisse Anziehungskraft von den Beiden ausgeht. Früher als wir noch auf der Middle School waren, war das nicht so. Und auch als Livs Eltern weggezogen sind und wir sie immer nur in den Ferien gesehen haben, war noch alles, nennen wir es mal, normal. Diese merkwürdige Spannung zwischen den beiden existiert erst, seitdem Liv fürs College wieder zu uns zurückgekommen ist, und ich kann mir vorstellen, dass das ziemlich überfordernd für sie sein muss.
„Naja", fange ich zögernd an, weil ich auch einfach nicht weiß, was ich ihr in der Situation sagen soll. „Als ich mit Tyler diese Beziehungspause vereinbart habe, hatte ich eine Heideangst, dass diese zwei Wochen alles kaputt machen würden. Nicht nur, dass er sich in jemand anderen verlieben könnte, ich hatte auch Angst, dass wenn das mit uns beiden, doch nicht hinhaut, ich auch noch meinen besten Freund verliere."
„Ja, aber das du und Tyler für einander bestimmt seid, war auch so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich...ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.", meint sie verzweifelt und schiebt sich wütend eine Haarsträhne hinter ihr Ohr.
„Willst du darüber reden?", frage ich vorsichtig, doch Livie schüttelt den Kopf und springt auf. Dann streckt sie mir ihre Hand entgegen.
„Später vielleicht. Jetzt will ich den ganzen Mist einfach nur vergessen und das geht am besten, auf den Fahrgeschäften.", meint sie und zieht mich in Richtung der Miniachterbahnen. Grinsend folge ich ihr und schiebe mir im Laufen noch den letzten Rest Zuckerwatte in den Mund.
Und sie hat Recht. Nach fünf Fahrten ist mir schwindelig und der Boden schwank mehr als nach meinen kläglichen Surfversuchen im Sommer vor vier Jahren, aber dafür fühlt sich mein Kopf völlig leicht an und ich stelle fest, dass ich die letzte Stunde tatsächlich nicht ein einziges Mal an Drew gedacht habe.
Seit Tagen geht mir sein trauriger und verletzter Blick nicht mehr aus dem Kopf und auch wenn ich weiß, dass ich nicht hundertprozentig ehrlich zu mir und zu ihm war, bin ich immer noch der Überzeugung, dass es das Richtige war. Abstand hat uns beiden denke ich gutgetan, obwohl ich leider in der vergangenen Woche mehr an ihn gedacht habe, als gut für mich war.
Jedes Mal, wenn meine Gedanken zu Drew gewandert sind, habe ich daraufhin direkt Tylers Gesicht vor meinem Auge gesehen und einen kleinen Stich verspürt. Ich weiß, dass das völlig normal ist. Das hat mir ein Therapeut letzte Woche auch bei jeder unseren Sitzungen bestätigt, aber trotzdem tut es weh. Ich will nicht die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen haben. Eigentlich möchte ich nur in Ruhe mein Leben wieder auf die Reihe bekommen, die versäumten Vorlesungen nachholen und irgendwie weiter machen. Was definitiv nicht in meinem Plan vor kam, ist ein süßer Junge mit braunen Haaren, an den ich öfter als gut wäre denken muss.
Ich kann das gerade wirklich nicht gebrauchen und trotzdem erscheint Drews Gesicht mindestens einmal am Tag, vor meinem geistigen Auge. Und das obwohl ich es so gut geschafft habe ihm während der gesamten Woche aus dem Weg zu gehen. Gut die lila Vorhänge waren vielleicht etwas kindisch, auch die Tatsache, dass ich ihn auf WhatsApp blockiert habe, aber in dem Moment war es das Richtige für mich.
„Kann es sein, dass du gerade gedanklich auch ganz woanders bist.", meint Liv grinsend und stupst mich leicht mit der Schulter an. Allerdings geht es mir genauso wie ihr. Ich kann im Moment auch noch nicht mit ihr darüber reden, doch mein Schweigen scheint wohl Antwort genug zu sein.
„Und könnte es vielleicht sein, dass du gedanklich bei einem echt süßen, ca. 1,90 großen Kerl mit braunen, lockigen Haaren bist, der zufällig keine fünf Meter von uns entfernt steht?"
„Was, wo?", fahre ich herum und entdecke tatsächlich etwas weiter vorne Drew, Josh und Oli, die sich gerade beim Dosenwerfen angestellt haben. Oh Gott, dass darf doch jetzt nicht wahr sein.
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Two broken Souls - Finding Happiness Again
Dragoste„Suchst du etwas?", raune ich Everly zuckt so heftig zusammen, dass ihr erstens der Karton aus den Fingern gleitet und sie zweitens selbst das Gleichgewicht verliert und ins Straucheln gerät. Da ich allerdings finde, dass ihre Gesundheit wichtiger i...
