Hey,
Einen schönen Sonntag euch🥰 ich habe die Quarantäne zum Schreiben genutzt, weswegen jetzt wieder regelmäßiger Updates kommen🥰 ganz viel spaß beim Lesen
Ich muss ungefähr zehn Minuten warten, bis Everly wieder herauskommt. Ihre Augen sind ein wenig gerötet und ich weiß, dass sie wieder geweint haben muss. Trotzdem sieht sie irgendwie erleichtert aus, so als wäre, dass was ihr in der letzten Zeit zu schaffen gemacht hat, von ihr abgefallen. Sie lächelt mir aufmunternd zu, bevor sie sich an mir vorbeischiebt und in einem der Gänge verschwinden will. Kurz bevor sie um die Ecke geht, hält sie allerdings nochmal kurz inne und dreht sich zu mir um.
„Ich habe heute bis vier Uni, danach kann ich dich gerne wieder mit nach Hause nehmen. Ich warte einfach auf dem Parkplatz. Wenn was ist, dann schreib mir.", und mit diesen Worten dreht sie sich um und verschwindet in der Menge. Ich atme noch einmal tief durch, bevor ich die Klinke zum Sekretariat herunterdrücke und bereite mich auf das Schlimmste vor. An meiner alten Universität waren die Sekretärinnen meist unfreundlich und auch nicht wirklich hilfreich. Ich kann nur hoffen, dass es hier besser wird.
Doch als ich den Raum betrete treffe ich nicht auf eine mies gelaunte Person hinter einem Schreibtisch, die mich genervt ansieht, sondern auf eine freundlich lächelnde Frau, die mich zu sich heranwinkt.
„Hi, sie müssen der Neue sein Drew Morgan, richtig?"
„Ja genau.", ist alles was mir einfällt. Sehr kreativ, zischt mich meine innere Stimme an.
Na super, schön, dass du auch mit hierhergekommen bist.
„Sehr schön.", reißt mich die Frau vor mir aus meinen Gedanken.
„Als allererstes habe ich hier einen Lageplan für sie, damit sie sich schneller zurechtfinden. Anfangs wirkt es etwas überfordernd, aber eigentlich bekommt man recht schnell einen Überblick.", sie greift hinter sich und drückt mir anschließend einen Zettel in die Hand, bevor sie anfängt die Unterlagen vor sich durchzugehen.
„Wie ich sehe sind sie im zweiten Studienjahr mit den Hauptfächern Kreatives Schreiben und Journalismus, ist das richtig?"
„Ja, aber ich würde gerne meine Hauptfächer wechseln."
Die Sekretärin sieht erstaunt auf und ich kann es ihr nicht verübeln. Die Sache mit meinen Hauptfächern habe ich weder mit meinen Eltern noch mit mir selbst geklärt. Auf der einen Seite regt es mich unfassbar auf, dass ich nur wegen diesem Vorfall alles hinschmeißen will, allerdings will ich auch nicht, dass es wieder so wird in Chicago. Es ärgert mich enorm, dass mir die Meinung v on anderen so wichtig zu sein scheint, dass ich das hinschmeißen möchte, was ich eigentlich liebe.
„Darf ich fragen, inwieweit sie wechseln möchten und ob es dafür einen driftigen Grund gibt?", erkundigt sie sich freundlich. Einen Grund gibt es, aber ich werde ihn ihr auf gar keinen Fall nennen und was ich stattdessen machen möchte, habe ich mir auch noch nicht so wirklich überlegt. Als ich nicht antworte räuspert sich die Frau vor mir.
„Nun wie es scheint, haben sie sich darüber noch nicht wirklich Gedanken gemacht. Ein Wechsel an eine andere Universität mitten im Studienjahr ist kein Problem, aber ein kompletter Neunanfang ist ihnen nur zum neuen Studienjahr möglich. Was halten sie denn davon, wenn sie mit ihren Hauptfächern weiter machen und schauen, wie es ihnen bei uns damit geht. Wenn sie im nächsten Jahr immer noch wechseln möchten, bin ich ihnen gerne dabei behilflich und dann finden wir bestimmt einen Weg.", sie lächelt mich aufmunternd an und schiebt mir eine Liste mit Kursangeboten zu, die grün und pink markiert sind.
„Ich war so frei und habe mich an ihrem alten Stundenplan orientiert. Manche Kurse, die sie belegt haben, gibt es bei uns nicht und einige sind auch schon voll, aber ich bin mir sicher, dass wir etwas finden das ihnen Spaß macht. Alle Kurse, die sie direkt belegen können, sind grün markiert und für die pinken gibt es eine Warteliste, auf die ich sie aber gerne setzte, wenn sie möchten."
Ich schaue sie überrascht an. Mit so viel Hilfe und Freundlichkeit habe ich nicht gerechnet. Sie scheint meinen Blick richtig zu deuten, denn sie lacht.
„Ich mache meinen Job sehr gerne. Wenn sie wollen können sie sich das in Ruhe anschauen und nachher auch nochmal wieder kommen, dann kann ich ihnen einen Stundenplan erstellen und dann können sie morgen schon beginnen. Außerdem sehe ich gerade, dass sie Football an ihrer vorherigen Universität gespielt haben."
„Ja, ich war Running Back."
„Wir haben hier ebenfalls ein sehr gutes Team und Coach Freeman ist über sie schon informiert. Er meinte, wenn sie interessiert, sind können sie gerne am Ende der Woche zu einem Probetraining kommen."
Das klingt fantastisch. Football fehlt mir ganz schön und so lang ohne Training ist definitiv nicht gut. Ich habe zwar nicht das Ziel später Profispieler zu werden, aber trotzdem ist eine so lange Zeit ohne Training nicht gut.
„Das klingt super, vielen Dank."
„Gerne, kenne sie hier schon jemanden bzw. haben sie jemanden der sie herumführt und ihnen alles zeigt." Ich weiß nicht so genau, wie ich darauf antworten soll, da ich zwar Everly kenne, aber erstens nicht weiß, ob wir jetzt wirklich befreundet sind oder sie mich immer noch hasst und sie zweitens bestimmt selbst viel zu tun hat.
„Ich kenne Everly, das Mädchen, dass vor mir bei ihnen war." Die Sekretärin zieht überrascht einen Augenbraue nach oben.
„Wir sind Nachbarn.", versuche ich zu erklären, was ihr warum auch immer ein Lächeln entlockt, dass sie aber sofort aber wieder unterdrückt.
„Nun ja, Miss Taylor hat dieses Jahr selbst sehr viel zu tun. Ich werde jemand anderem Bescheid geben, der sie herumführen wird.", mit diesen Worten tippt sie etwas in ihren Computer und geht dann weiter die Unterlagen durch und fängt an, meine Daten erneut abzugleichen. Kurze Zeit später klopft es an der Tür und ein Junge in meinem Alter schiebt seinen Kopf herein.
„Ah Mr. Lee, schön dass sie da sind. Das hier ist Drew Morgan, er ist neu hier, sie werden ihn herumführen und ihm alles zeigen. Und sie Mr. Morgan kommen gegen Nachmittag noch einmal zu mir, sodass ich ihnen ihren Stundenplan erstellen kann.", mit diesen Worten drückt sie mir noch einen weiteren Zettel in die Hand. Bevor sie ein Telefonat entgegennimmt. Anscheinend bin ich wohl entlassen.
„Hi, ich bin Oli", begrüßt mich der Junge
„Drew."
„Kann es losgehen?", fragt er grinsend und ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich mich trotz der Führung, die ich gleich bekomme, noch etliche Male hier verlaufen werde.
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Two broken Souls - Finding Happiness Again
Romance„Suchst du etwas?", raune ich Everly zuckt so heftig zusammen, dass ihr erstens der Karton aus den Fingern gleitet und sie zweitens selbst das Gleichgewicht verliert und ins Straucheln gerät. Da ich allerdings finde, dass ihre Gesundheit wichtiger i...
