Wärme, ist das Erste was mir durch den Kopf schießt, als meine Lippen Drews berühren. Denn in dem Moment, in dem wir aufeinandertreffen, breitet sich eine solche Hitze in meinem Körper aus, dass mir schwindlig wird und die pulsierend durch meine Adern jagt. Ich weiß, dass ich ihn mit dem Kuss überrascht habe, da er anfangs stocksteif dasteht, während meine Lippen auf seinen liegen. Herr Gott ich weiß selbst nicht genau, was ich hier tue. Doch gerade als mein Gehirn wieder anfängt zu funktionieren und ich mich von ihm lösen möchte, scheint er aus seiner Starre zu erwachen, denn er umfasst mein Gesicht behutsam mit beiden Händen und zieht mich noch ein Stück näher zu sich heran, bevor er seine Lippen öffnet und meinen Kuss erwidert. Sanft und vorsichtig, fast so als wüsste er nicht, wie weit er gehen dürfte.
Meine Arme schlingen sich ganz automatisch um seinen Hals, während ich meine Hände in seinen Haaren vergrabe. Ich habe keine Ahnung wie lange wir so dastehen und uns küssen, doch als wir uns voneinander lösen geht unser Atem unregelmäßig und schnell, während wir beide versuchen nach Luft zu schnappen. In Drews Blick liegt dieselbe Verwirrung, die sich auch langsam in mir ausbreitet, aber auch noch etwas anderes. Etwas Dunkleres, dass dafür sorgt, dass seine Augen nicht länger die Farbe von flüssigem Karamell haben, sondern jetzt eher an warme Schokolade erinnern. Wir schauen uns noch einen Moment an, bevor ich langsam mein Gesicht zu Seite drehe und mein Blick auf die beiden Personen uns gegenüber fällt, die uns ungläubig anstarren.
Ich habe keine Ahnung wer sie sind, aber der kurze Teil des Gespräches, den ich mitbekommen habe, hat gereicht, um mich handeln zu lassen. Drew zu küssen war keineswegs geplant, als ich den Raum betreten habe, doch als ich ihre Worte hörte, konnte ich nicht anders. Jetzt erst wird mir bewusst, was ich da eigentlich gerade getan habe, weshalb ich eilig einen Schritt Abstand zu ihm nehme. Das Mädchen vor mir wirft mir einen giftigen Blick zu, bevor sie sich, ohne ein Wort zu sagen, umdreht und aus dem Raum stürmt, während der Typ ihr folgt. Jetzt sind wir alleine und fast augenblicklich breitet sich eine unbehagliche Stille zwischen uns aus.
Mein Kopf versucht noch zu realisieren, was gerade passiert ist, doch ein Gedanke nimmt immer drängender mein Bewusstsein ein, auch wenn ich eigentlich weiß, dass er totaler Schwachsinn ist. Auf einmal kann ich unmöglich noch im selben Zimmer wie Drew sein, weshalb ich mich umdrehe und aus dem Raum stürme. Mir ist immer noch unglaublich heiß und ich muss mich dringend abkühlen. Gott sei Dank hat das Hause eine Art Dachterrasse, die jetzt zu meinem Ziel geworden ist.
Hastig schiebe ich mich durch die Menge und ignoriere Drews Rufe, die mir hinterher hallen. Ich muss einfach nur weg. Und brauche dringend frische Luft. Oben angekommen lehne ich mich ans Geländer und lasse seufzend den Kopf in den Nacken fallen, bevor ich einmal tief durchatme. Die kühle Nachtluft sorgt dafür, dass sich der Nebel in meinem Kopf allmählich lichtet und ich langsam wieder klar denken kann. Die Rufe und die laute Musik der Party schallen durch die Nacht, aber irgendwie hilft es mir im hier und jetzt zu bleiben. Als sich eine Person neben mich an das Geländer stellt, weiß ich sofort, dass es er ist. Und obwohl wir vermutlich darüber reden sollten, bleiben wir einen Moment langt still. Jeder in seine eigenen Gedanken vertieft.
„Danke.", ist schließlich alles was Drew sagt, während er sich langsam zu mir dreht. Jetzt stehen wir uns gegenüber. Nicht so nah wie vorhin, aber trotzdem nah genug, dass meine Gedanken wieder durcheinandergewirbelt werden.
„Ich habe ehrlich gesagt keine blassen Schimmer, warum ich das getan habe. Ich konnte es einfach nur nicht mehr ertragen, wie sie mit dir gesprochen hat." Drew nickt bei meinen Worten, bevor er sich seufzend gegen das Geländer fallen lässt.
„Sie ist meine Ex."
„Das habe ich mir fast gedacht." Ein leichtes Lächeln umspielt bei meinen Worten seine Lippen und sorgt dafür, dass er nicht mehr ganz so traurig und gebrochen aussieht, wie noch vor ein paar Minuten. Wie noch vor dem Kuss.
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Two broken Souls - Finding Happiness Again
Romance„Suchst du etwas?", raune ich Everly zuckt so heftig zusammen, dass ihr erstens der Karton aus den Fingern gleitet und sie zweitens selbst das Gleichgewicht verliert und ins Straucheln gerät. Da ich allerdings finde, dass ihre Gesundheit wichtiger i...
