Als ich am nächsten Morgen aufwache, fühle ich mich total gerädert. Ich habe nach dem Friedhofsbesuch gestern noch lange mit meinen Eltern über alles gesprochen und viel geweint, weshalb meine Augen jetzt total rot und verquollen sind und ich einfach nur schrecklich aussehe. Da ich aber schlecht den ganzen Tag im Bett bleiben kann und heute schon der 28. Dezember ist und somit noch jede Meng zu tun ist für unsere Silvesterparty, hieve ich mich schweren Herzens aus dem Bett und springe schnell unter die Dusche.
Meine Eltern haben mir gestern Abend, nachdem ich mich ein wenig beruhigt hatte, eröffnet, dass Silvester doch eine wundervolle Gelegenheit ist, unsere neuen Nachbarn so richtig kennenzulernen.
Silvester mit dem Vollidioten ist meiner Meinung nach zwar alles andere als wundervoll, aber meine Meinung scheint in diesem Punkt nicht zu zählen.
Als ich fertig bin und unten die Küche betrete, bleibe ich erstaunt stehen. In unserer Küche befinden sich die Mutter des Vollidioten, sowie seine jüngere Schwester, welche mich freundlich anlächelt.
„Morgen Schatz.", begrüßt mich meine Mutter im Vorbeigehen und stellt eine Schüssel mit Obst auf den Küchentisch, auf dem auch schon drei dampfende Tassen stehen. Ich schnappe mir ebenfalls eine Tasse fülle Kaffee ein und setzt mich zu ihnen.
Lilly, Drews Schwester lächelt mich ein wenig schüchtern an und mir fällt auf, dass ich mich bisher noch nicht wirklich mit ihr unterhalten habe. Augenblicklich komme ich mir wie ein Arsch vor. Für sie muss es hart sein, einfach so ihr zuhause zu verlassen und in eine Stadt zu ziehen in der sie niemanden kennt, außer ihre eigene Familie. Ich hätte wirklich netter in den letzten zwei Tagen sein können.
Meine Mutter unterbricht mit einem räuspern die angespannte Still und lächelt in die Runde. Das habe ich schon immer an ihr bewundert. Sie schafft es jede Situation auftauen zu lassen und jedem ein gutes Gefühl zu geben. Während ich manchmal ziemlich aufbrausend sein kann, was ich definitiv von meinem Vater geerbt habe, bewahrt sie immer die Ruhe und sieht in allem und jedem erstmal das Gute. Sie ist einer der positivsten Menschen, die ich kenne.
„Wir sind gerade dabei unser Silvesterfest zu planen. Du kannst gerne mithelfen.", meint sie und schiebt mir die bisher erstellte Liste herüber, die eher einem Einkaufs Zettel gleicht.
Oh je. Ich weiß jetzt schon, was mein Part bei der Planung sein wird, denn wenn es eine Sache gibt, die meine Mutter abgrundtief hasst, dann ist es einkaufen. Jedenfalls zwischen den ganzen Feiertagen, wenn die ganzen Läden von Menschen nur so überrannt werden.
„Und ich soll einkaufen gehen, stimmt's?"; frage ich grinsend.
„Das wäre natürlich super.", meint sie ebenfalls grinsend
„Okay ja natürlich, dass kann ich machen. Ich sollte sowieso öfter an die frische Luft." Und einkaufen hält mich davon ab weinend in meinem Zimmer zu sitzen, füge ich in Gedanken hinzu. Mein Blick fällt auf Lilly, die ein bisschen verloren an unserem Küchentisch sitzt.
„Möchtest du mitkommen? Ich könnte dir ein bisschen die Umgebung zeigen.", Schlage ich vor, worauf hin sich hier Gesicht erhellt und sie einen fragenden Blick in Richtung ihrer Mutter wirft. Diese nickt mir freundlich zu.
„Das wäre sehr nett von dir. Wir hatten noch keine Gelegenheit uns hier umzusehen."
Keine zehn Minuten später stapfen wir in Jacken eingemummelt durch die für meine Verhältnisse kalte Luft. Aber während ich meine Jacke enger um meinen Körper schlinge, schlüpft Lilly aus ihrer und nimmt sie in die Hand. Als sie meinen verwunderten Blick bemerkt lacht sie.
„Wir haben davor in Chicago gelebt. Da hat es aktuell ungefähr 2 Grad. Im Vergleich dazu ist es hier echt warm."
„Warum seid ihr denn umgezogen?", erkundige ich mich vorsichtig. Manchmal kann das ja ein ziemlich heikles Thema sein. Doch Lilly scheint nicht so, als würde sie meine Frage sehr belasten.
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Two broken Souls - Finding Happiness Again
Romansa„Suchst du etwas?", raune ich Everly zuckt so heftig zusammen, dass ihr erstens der Karton aus den Fingern gleitet und sie zweitens selbst das Gleichgewicht verliert und ins Straucheln gerät. Da ich allerdings finde, dass ihre Gesundheit wichtiger i...
